Leser zu Fleischanteilen
«Warum darf man sowas überhaupt noch Kalbsbratwurst nennen?»

Eine Konsumentenschutz-Recherche legt offen, dass die Zusammensetzung von vielen Fleischprodukten von Hersteller zu Hersteller enorm variiert. Besonders wie wenig Kalb in einer Schweizer Kalbsbratwurst stecken kann, sorgt in unserer Community für Aufruhr.
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Wie viel Kalb steckt in deiner Kalbsbratwurst?
Foto: Zoo Zürich, Tim Benz

Darum gehts

  • Kalbsbratwürste enthalten laut Test des Konsumentenschutzes zwischen 29 bis 62 Prozent Kalb
  • 11 der 14 getesteten Würste enthalten ausserdem Schwein
  • Leserumfrage: 55 Prozent sind empört; 54 Prozent kaufen nur beim Metzger
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Alessandro KälinRedaktor Community

Beim Essen einer Kalbsbratwurst denken die wenigsten darüber nach, was sie da eigentlich essen. Nun hat der Konsumentenschutz untersucht, was wirklich unter der Wursthülle steckt. Die Unterschiede zwischen den Herstellern sind massiv. Der Kalbfleischgehalt der Würste schwankt zwischen 29 Prozent und 62 Prozent. Teilweise liegen die Werte somit weit unter dem gesetzlich vorgegebenen Anteil von 50 Prozent. Zudem wurde bei 11 von 14 untersuchten Kalbswürsten Schweinefleisch beigegeben.

Ein höherer Preis bedeutet zudem nicht automatisch einen höheren Fleischanteil in der Bratwurst, zeigt die Untersuchung weiter. Auch bei anderen Produkten wie Bolognese-Saucen und Chicken-Nuggets schwankt der Fleischgehalt teilweise enorm. Die grossen Unterschiede überrumpeln in unserer Leserschaft viele.

So steht die Community zu den Fleischanteilen

Eine Leserumfrage mit über 6200 Teilnehmern zeigt: Die Mehrheit ist von dem tiefen Kalbfleischanteil in manchen Kalbsbratwürsten überrascht. Für 55 Prozent ist die hohe Spannweite eine Frechheit. 6 Prozent sind zwar überrascht, stören sich aber nicht an der Praktik.

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Die verbliebenen 39 Prozent verwundert die Zusammensetzung der Würste überhaupt nicht. Sie geben an, dass ihnen die Methoden der Produzenten schon seit Jahren bekannt sind. In den Kommentaren wird derweil rege diskutiert.

«Als Kunden werden wir mittlerweile überall getäuscht!»

Die Mehrheit der Leserinnen und Leser ist aufgebracht. Roger Duppenthaler ist einer von ihnen: «Das zeigt einfach, dass der Staat nicht genug kontrolliert. Tragisch und schwer verwerflich, das Ganze.» Roland Sandmeier rügt die Produzenten: «Das ist einfach eine totale Irreführung der Konsumenten. Hauptsache, die Rendite stimmt!» Thomas Schuoler kritisiert: «Als Kunden werden wir mittlerweile überall getäuscht!»

Michael Meienhofer fragt: «Warum darf man so was überhaupt noch Kalbsbratwurst nennen? Ist der Rest dann Überraschungsanteil?» Salomon Knobel ist klar der Ansicht: «Bei solchen Produkten sollte Minimum die Hälfte von dem drin sein, was der Name auch bewirbt. Alles andere ist gelogen.»

Manche in der Community kaufen nur noch beim Metzger

Einige kaufen wegen solcher Unsicherheiten nur beim Metzger ihres Vertrauens. Kurt Huber schreibt etwa: «Wenn ich Fleisch kaufe, gehe ich in eine richtige Metzgerei. Da weiss ich, dass ich richtige Kalbsbratwürste bekomme.» Kurt Wirth macht es ähnlich: «Bei unserem Metzger gibt es noch Kalbsbratwürste nur mit Kalbfleisch. Klar, die sind etwas teurer als bei den Grossen. Dafür deutlich vertrauenswürdiger.»

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In der Leserschaft tun es ihnen viele gleich. Laut einer nicht repräsentativen Umfrage kaufen ganze 54 Prozent ihre Bratwurst ausschliesslich beim Metzger. 34 Prozent kaufen im Supermarkt, weil es dort billiger ist. 12 Prozent enthalten sich.

«Solange sie mir schmeckt, ist mir egal, was drin ist»

Eine Lesergruppe kann die Aufregung wiederum überhaupt nicht nachvollziehen. Jürg Egli kommentiert: «Das ist doch seit Jahren bekannt. Hauptsache, die Mindestwerte werden eingehalten. Den Rest kann doch jeder selbst auf der Verpackung nachlesen.» Dieter Sommer fügt an: «Schlaue Konsumenten haben die Unterschiede längst registriert. Konsequenzen muss jeder selbst ziehen.»

Auch Karl Weiss versteht den Sinn des Tests nicht: «Wichtig ist doch der Geschmack. Eine gute Kalbsbratwurst braucht zudem zwingend einen Schweinefleischanteil.» So schreibt auch Stefan Sutter: «Solange sie mir schmeckt, ist mir egal, was in der Wurst drin ist.»

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