Darum gehts
- Zehn Personen griffen Trainerin der Berner C-Junioren in Pratteln an
- Trainerin fordert Entschuldigung statt Anzeige, trotz Prellungen und blauer Flecken
- Leser fordern Konsequenzen
Trotz brutalem Angriff keine Anzeige? Nach dem Final eines Junioren-Final griffen zehn Personen aus dem Umfeld des FC Concordia Basel die Trainerin der Berner C-Junioren an. Ungeachtet ihrer Prellungen und blauen Flecken will die Trainerin nicht rechtlich gegen ihre Angreifer vorgehen. Stattdessen reicht ihr laut eigener Aussage eine Entschuldigung, sofern die aktuell noch anonymen Täter diese innert Wochenfrist liefern. Sie wolle den Jugendlichen nicht die Zukunft verbauen.
«Die verbauen ihre Zukunft selbst, nicht die Trainerin»
Unsere Leserschaft stellt die Entscheidung der Trainerin infrage. Für viele in der Community ist eine Anzeige die einzig richtige Reaktion. Darunter auch Hugo Mathys. Er schreibt: «Die Trainerin sollte unbedingt eine Anzeige machen. Entschuldigung und Einsicht sind übermorgen vergessen.» Peter Friedrich schliesst sich an: «Sofort eine Anzeige, sonst werden solche Schläger einfach weitermachen!»
Jugendliche oder nicht, Bruno Gisler fordert ebenfalls harte Konsequenzen: «Die Täter wissen genau, was sie getan haben. Jetzt alles verharmlosen und nächstes Mal passiert es wieder.» Thomas Schwab teilt seine Meinung: «Die sind alt genug, um zu wissen, was sie getan haben. Eine Anzeige ist klar angebracht. Ohne Strafanzeige bleibe die Tat folgenlos.»
Michael Schnell kann die Argumentation der attackierten Trainerin nicht nachvollziehen: «Was heisst hier ‹nicht die Zukunft verbauen›? Würde sie Anzeige erstatten, könnte sie zumindest als Privatklägerin auftreten und allenfalls Kompensation für medizinische Versorgung fordern.» Auch Jodok Kraskalli kommentiert: «Es sind die Angreifer, die sich ihre Zukunft verbauen. Nicht die Trainerin.»
«Das gehört schon lange dazu, aber es wird weggeschaut»
Einige Leser sehen in dem Angriff ein wiederkehrendes Problem des Fussballs. Hans Meyer gehört dazu: «Jede andere Sportart, bei der dauernd so viel Gewalt vorkommt, hätte man längst verboten. Fussball hat in Europa einen Freipass und keine roten Linien.» Auch Rees Baumann fragt ungläubig: «Manche wundert es, dass so etwas im Nachwuchssport passiert? Wacht endlich auf! Das gehört schon lange dazu, aber es wird immer weggeschaut.»
Martin Köchli sieht die Verantwortung bei den Vereinen: «Der Sport darf nicht zu blossen Prestige-Duellen ausartet. Die spielerische, kameradschaftliche Komponente muss in den Vereinen gepflegt und von Vorbildern vorgelebt werden.»
Jörg Matter zweifelt daran, dass es Konsequenzen geben wird: «Im Fussball haben wir schon lange ein Problem, leider wird da aber einfach weggeschaut und schöngeredet.»