Leser zu Sprachregeln in Schulen
«Wer gendert, hat in der Erziehung nichts zu suchen»

«Lehrperson» – für viele ein Wort des alltäglichen Sprachgebrauchs. Für andere ein Auswuchs der Gendersprache. Jüngst sorgte des geschlechtsneutrale Wort vor allem in rechten Kreisen für Aufregung. Auch unsere Leserinnen und Leser diskutieren.
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«Lehrperson» ist heute an vielen Schulen die offizielle Bezeichnung für Lehrerinnen und Lehrer.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Schuldebatte über Gendern entflammt, Begriff «Lehrperson» spaltet Meinungen in der Schweiz
  • Umfrage: 1600 Teilnehmer, 18 Prozent nutzen «Lehrperson», 9 Prozent neutral
  • 72 Prozent der Community bevorzugen klassische Begriffe Lehrer und Lehrerin
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Alessandro KälinRedaktor Community

Selbst Schulen bleiben von der Diskussion ums Gendern nicht verschont. Viele zeigen auf das Wort «Lehrperson» und sprechen von Genderwahn. Kürzlich auch SVP-Topkader und Ex-Nationalrat Peter Keller (54). Er spricht von der «Ausmerzung des maskulinen Sprachgebrauchs».

Besonders aus der rechten Ecke werden Wörter wie «Lehrperson» des Öfteren als Symbol des ideologischen Sprachumbaus bezeichnet. Klassische Bezeichnungen wie «Lehrer» und «Lehrerinnen» würden nach und verdrängt. Doch nehmen auch unsere Leserinnen und Leser diese Entwicklung wahr? Wir haben die Community zu ihrem Wortgebrauch befragt. 

Welchen Begriff verwendet die Community?

In einer Blick-Umfrage mit circa 1600 Teilnehmern gab eine überwältigende Mehrheit von 72 Prozent an, dass sie nach wie vor Lehrer und Lehrerin sagen. 

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18 Prozent nutzen wiederum das Wort «Lehrperson» in ihrem Sprachgebrauch. 9 Prozent ist beides recht. Dieselbe Tendenz lässt sich bei der Leserschaft in der Kommentarspalte ablesen. 

«Von diesem Genderwahn habe ich genug»

Viele wehren sich insbesondere im schulischen Umfeld gegen den «Genderwahn». Markus Gruber ist einer von ihnen: «Hört endlich mit dem Gender-Thema auf. Hier kann jeder tun und lassen, was er will. Diese Berieselung der Kinder macht sie kaputt.» Auch Bruno Gasser positioniert sich eindeutig: «Ich werde bestimmt weiterhin Lehrerin und Lehrer sagen! Von diesem Genderwahn habe ich genug.»

Einige üben direkte Kritik an Lehrpersonen aus. So beanstandet Ferdi Migliorini: «Seit Jahrzehnten ist der Begriff Lehrer oder Lehrerin in aller Munde. Die Lehrerschaft sollte sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren statt das Rad neu zu erfinden wollen.» Nils Andersson schreibt gar: «Alle, die gendern, haben in der Erziehung nichts zu suchen.»

Martin Müller berichtet aus seiner Sicht als Lehrer: «Mit ‹Lehrperson› habe ich keine Probleme, aber mit dem obermühsamen Gendern zu allen passenden und unpassenden Gelegenheiten schon.» Er habe es daher konsequent in seinem Unterricht abgeschafft. Er fügt an: «Meine Lernenden haben auch kein Problem damit.» 

«Probleme schaffen, wo es keine gibt»

Für Leserinnen und Leser wie Claudia Schärer ist das Thema wiederum kaum eine Diskussion wert. Sie schreibt: «Als Schülerin wäre mir die Bezeichnung egal. Hauptsache, vor mir steht ein kompetenter und freundlicher Mensch, der mir den Stoff interessant vermittelt.» Dem schliesst sich Dani Ruegg an: «Ich habe kein Problem damit, als ‹Fachkraft› statt als ‹Fachmann› bezeichnet zu werden. Meiner Männlichkeit schadet das in keiner Weise.»

Auch Harald Looser kommentiert: «Wenn eine Behörde versucht, korrekt zu sein, um möglichst allen gerecht zu werden, kann mir das doch egal sein.» Als Privatperson bekäme er nicht vorgehalten, wie was zu formulieren ist. Er spreche so, wie er es gewohnt ist. Er fügt an: «Wenn ich mal Lehrperson statt Lehrer oder Lehrerin sage, ist das halt so. Versteht ja jeder, was ich damit meine.»

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