Darum gehts
- Die IV steht unter Druck, besonders durch Neurenten für Jugendliche
- Bund plant 0,1-0,2 Prozent höhere Lohnbeiträge zur Zusatzfinanzierung
- Leser fordern mehr Kontrollen, Arbeitgeberverantwortung und Ursachenbekämpfung statt Beitragserhöhung
Die Invalidenversicherung (IV) ist kurz vor dem Anschlag. Auch weil zunehmende Neurenten für psychisch kranke Jugendliche viel Geld verschlingen. Der Bund will vor allem mit zwei Stossrichtungen Abhilfe schaffen.
Die IV-Reform sieht zum einen vor, neue Integrationsleistungen für psychisch schwer beeinträchtigte Jugendlicher einzuführen. Als Zusatzfinanzierung schlägt der Bundesrat zudem vor, die Lohnbeiträge um 0,1 bis 0,2 Prozent zu erhöhen. Das lässt unsere Leserinnen und Leser hellhörig werden.
Leserinnen und Leser halten dagegen
Eine Blick-Umfrage mit circa 2'700 Teilnehmern zeigt, dass eine Mehrheit von 45 Prozent gegen eine Erhöhung der Lohnbeiträge ist. Für 35 Prozent ist klar: Es braucht andere Lösungsansätze.
7 Prozent könnten sich befristet mit höhren Beiträgen anfreunden, während 13 Prozent auch einen temporären Anstieg akzeptabel fänden. Die klare Mehrheit wird in den Kommentaren deutlicher.
«Immer mehr bezahlen bei gleichem Lohn»
Ein grosser Anteil der Leserschaft übt scharfe Kritik am Bund aus. «Spart mal bei euch selber. Sonst wird es Zeit, dass alle arbeitenden Bürger mal über Streik nachdenken», schreibt User Heinz Both. Auch Erik Hassfeld beanstandet: «Immer wieder soll es die Löhne betreffen! Mieten, Krankenkasse und alles andere wird teurer, nur die Löhne ziehen da nicht mit! Da bleibt am Ende immer weniger hängen.» Sandra Osterwalder stimmt zu: «Natürlich, immer mehr bezahlen bei gleichem Lohn.»
Einige Leserinnen und Leser blicken zudem kritisch auf die IV. Oliver Thalmann fordert: «Da die IV scheinbar von vielen ausgenützt werden kann, ohne richtige Kontrolle, sollten die zuerst mal ihr Durcheinander aufräumen.» Carmen Bürgi stimmt zu: «Wenn die IV mehr Kontrollen machen würde, könnten sie Millionen sparen.» So auch Nathalie Arnold: «Die IV soll dafür sorgen das die Menschen, die könnten, wieder arbeiten müssen. Ich will nicht noch mehr für andere arbeiten gehen.»
«Man muss die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen!»
Andere sehen die Verantwortung weder beim Bund noch bei der IV, sondern bei den Arbeitgebern. Daniel Roth blickt auf die tiefe Wiedereingliederungsrate von IV-Beziehern. «Der Grund dafür ist, dass wiedereingliederungswillige Invalide vom Arbeitsmarkt komplett verschmäht werden«, kommentiert er. Er berichtet von sich selbst: «Ich selber suche schon seit Jahren einen Bürojob und kriege nur Absagen, wenn überhaupt was zurückkommt.»
«Man muss die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen!», schreibt auch Edi Rey. Manfred Rohner merkt an: «Wenn die Wirtschaft von der Politik nicht gezwungen wird, zur Wiedereingliederung beizutragen, leiden alle.» Vera Kronenberg schlägt vor: «Jeder Wirtschaftsbetrieb sollte verpflichtet werden, Menschen mit Beeinträchtigung und IV-Bezüger zu integrieren!» Für sie ein wichtiger Schritt zur Entlastung der Beiträge.