Hansruedi Stauffer über Sparpotenzial
Duschwasser fürs WC? Dieser Leser fordert ein Umdenken

Im neuen Format «Community Voice» kommen unsere Leser zu Wort. Hansruedi Stauffer stellt eine unbequeme Frage: Was, wenn das Wasser in der Schweiz eines Tages zu knapp wird? Angesichts schmelzender Gletscher fordert er einen radikaleren Umgang mit der Ressource – und schlägt vor, Dusch- und Badewasser mehrfach zu nutzen.
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Hansruedi Stauffer fordert: Dusch- und Badewasser sollen nicht einfach ungenutzt im Abfluss verschwinden.
Foto: zVg

Als ehemaliger Gemeinderat und aufgrund meiner rund 20-jährigen beruflichen Tätigkeit im Bereich Abwasser interessiert mich das Wasser als Lebensgrundlage sehr stark. Ich mache mir grundsätzliche Überlegungen zum Wasserhaushalt in der heutigen Zeit. Das rasante Schmelzen unserer Gletscher und die divergierenden Angaben der Spezialisten lassen mich an unserem Glauben an das Wasserschloss Europas zweifeln. Die hiermit angewöhnte Sorglosigkeit der Bevölkerung zum Thema Wasser ist für mich ein Zeichen unserer verwöhnten Gesellschaft. Daher ist nicht nur die Suche nach neuen Wassererschliessungen notwendig.

Es müsste meiner Meinung nach auch eine öffentliche Diskussion zum Wassersparen geführt werden. Dazu ist mir ein Gespräch mit Leuten, die eine Reise durch Australien mit einem Wohnmobil gemacht haben, in guter Erinnerung geblieben. Sie führten das Wasser für den täglichen Gebrauch in ihrem Wohnmobil mit. Um eine optimale Verwendung in den Trockengebieten erreichen zu können, wurde mit demselben Wasser geduscht, Kleidung gewaschen und zuletzt noch das Wohnmobil gewaschen.

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Diese Idee könnte in unseren Haushalten in diesem Sinne umgesetzt werden, indem wir unser Dusch- und Badewasser für die Spülung der WC-Anlagen verwenden würden. Da gäbe es ein nicht zu unterschätzendes Sparpotenzial am Wasserhaushalt.

Ich weiss, dass mit Regenwasser auch schon solche Versuche realisiert wurden, es handelt sich aber um eine zusätzliche Wassermenge, die als Alternative im Einsatz steht. Meine Denkrichtung geht aber effektiv in die Mehrfachverwendung des gleichen Wassers. Es ist mir auch bewusst, dass dies zusätzliche Installationen erfordert, welche einerseits bei Neubauten eingeplant werden müssen und andererseits in bestehenden Liegenschaften bei grösseren Sanierungen nachgerüstet würden. Genau diese neue Situation würde aber zu einer breiten Diskussion und vielleicht auch zu einem Bewusstseinseffekt für das Wassersparen führen.

Wir müssen uns langsam bewusst werden, dass unsere Gletscher nicht ewig als Wasserspeicher dienen. Sind sie einmal abgeschmolzen, fehlen uns in unserer topografischen Höhenlage grosse Rückhaltevolumen, wie sie in den flacheren Gebieten Europas vorhanden sind.

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