SUV-Coupé XPeng G6 im Test
Grosser Knall oder nur heisse Luft?

Mit XPeng versucht ein weiterer chinesischer Hersteller, unsere Strassen zu erobern. Klappen soll das mit technologisch hochgerüsteten Stromern wie dem SUV-Coupé G6, das trotz Premiumanspruch mit erstaunlich tiefen Preisen lockt.
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Mit der Marke XPeng tritt ein weiterer chinesischer Newcomer in der Schweiz an. Neben dem von uns getesteten SUV-Coupé G6 ...
Foto: Lorenzo Fulvi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • XPeng feierte im Herbst 2025 Schweiz-Debüt und bietet zum Start drei Modelle an
  • SUV-Coupé G6 bietet 525 km Reichweite und serienmässige Premium-Ausstattung
  • Schnellladung in unter 20 Minuten, 476 PS starke 4x4-Version verfügbar
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Grosser Knall in Zürich! Am Montag explodierte der Kopf des Böögg nach nicht einmal 13 Minuten – laut Traditionsorakel steht der Schweiz damit ein heisser Sommer bevor. Mit einem grossen Knall feierte auch der chinesische Techkonzern XPeng, 2014 u.a. von Xiaomi-Gründer Lei Jun (56) ins Leben gerufen, im letzten Herbst in der Limmatstadt sein Schweiz-Debüt. Der knallige Namen geht auf Mitgründer und CEO He Xiaopeng (48) zurück, der mit dem Verkauf seiner Internetfirma UCWeb an den Tech-Giganten Alibaba zum Milliardär aufstieg.

In der Schweiz heizt XPeng zum Start mit drei Modellen ein: Neben dem Familien-SUV G9 (hier gehts zum Test) und der gerade gestarteten Limousine P7+ dürfte besonders das SUV-Coupé G6 ein heisser Kandidat für die Bestsellerkrone des chinesischen Newcomers sein. Im Test hat Blick dem günstigsten Modell von XPeng auf den Zahn gefühlt.

Vor der Fahrt

Anders als etwa MG setzt XPeng auf Mittelklassemodelle mit Premiumanspruch, die besonders eine techinteressierte Kundschaft ansprechen sollen. Optisch wird der 4,75 Meter lange G6 dem schon mal gerecht: Ein SUV-Coupé ohne Schnörkel, das mit dem nach hinten abfallenden Heck bereits im Stand eine gute Figur macht. Trotz Style gibts selbst für gross gewachsene Passagiere im Fond enorm viel Platz, der Kofferraum geht mit 571 bis 1374 Liter Volumen ebenfalls in Ordnung. Punkto Verarbeitung versprüht der G6 Oberklasse-Flair und muss sich selbst vor der deutschen Premium-Konkurrenz nicht verstecken. Besonders bemerkenswert: Aufpreispflichtige Extras sucht man bei XPeng (fast) vergeblich. Egal ob Panoramadach, Wärmepumpe, beheiz- und belüftbare Massagesitze vorne oder klangvolles Soundsystem – im G6 ist alles serienmässig an Bord.

Auf der Strasse

Für den Test steht uns die Long-Range-Version mit 80-kWh-Akku und Heckantrieb zur Verfügung, mit der theoretisch bis zu 525 Kilometer Reichweite drinliegen. Ein realistischer Wert, wie wir nach den ausgiebigen Probefahrten bei frühlingshaften Bedingungen resümieren: Selbst mit hohem Autobahnanteil unterbieten wir teils sogar den Werksverbrauch von 16,8 kWh/100 km. Die 286 PS (210 kW) starke E-Maschine an der Hinterachse sorgt für souveränen Vorwärtsdrang, ohne den G6 zum Spitzensportler zu machen. Wer es rasanter mag, muss auf die fast 200 PS stärkere AWD-Version zurückgreifen. Die Lenkung ist besonders bei höheren Tempi übertrieben hart, das Fahrwerk auf der sportlich-straffen Seite, ohne zu bockig zu werden.

Das war gut

Die hohe Effizienz des mehr als zwei Tonnen schweren SUVs geht auch auf das serienmässige, moderne 800-Volt-Bordnetz zurück. Theoretisch lädt der G6 mit bis zu 451 kW am DC-Schnelllader. Da solche Säulen in Europa noch fast nicht vorhanden sind, sind auch die 12 Minuten, die XPeng für den Vorgang von 10 auf 80 Prozent angibt, in der Praxis nicht machbar. Trotzdem ist die grosse Batterie in deutlich unter 20 Minuten mit Strom für weitere rund 400 Kilometer gefüllt – Leistungen, die nur ganz wenige Modelle in diesem Preissegment wie MG IM5 und IM6 oder Smart #5 erreichen.

Auch die schiere Anzahl an Assistenzsystemen an Bord des G6 ist enorm. Während manche Helfer wie der Spurhalteassistent mit Dauergepiepse nerven oder unzuverlässig arbeiten wie die Verkehrszeichenerkennung, entpuppte sich der Einparkassistent als cooles Feature für Parkmuffel: Bei eingelegtem Rückwärtsgang scannt der G6 automatisch die Umgebung und zeigt alle erkannten Parkfelder an. Mit nur einem Touch aufs entsprechende Feld startet der XPeng automatisch den Parkvorgang.

Das war schlecht

Als besonders störend haben wir das hohe Ablenkungspotenzial am Steuer des G6 empfunden. Ähnlich wie bei Tesla werden quasi alle relevanten Funktionen über den mittigen 15-Zoll-Touchscreen gesteuert – mit dem Unterschied, dass das XPeng-Menü deutlich verschachtelter und auch nicht immer logisch aufgebaut ist. So müssen wir zu Beginn des Tests viel Zeit investieren, um einen groben Überblick über die zahllosen Untermenüs zu erhalten. Gut hingegen: Statt den Tempowarner manuell zu deaktivieren, fragt der G6 bei der ersten leichten Tempoüberschreitung gleich selbst, ob er den Warnton deaktivieren soll.

Das bleibt

Trotz noch kleinerer Unstimmigkeiten kann der G6 Long Range als Gesamtpaket voll überzeugen. Für unter 50'000 Franken bekommt man ein fast komplett ausgestattetes E-Auto mit moderner 800-Volt-Technik, praxistauglicher Reichweite, hoher Qualität und anständigem Platzangebot. Für 51'600 Franken (Aufpreis 4000 Fr.) bietet XPeng auch eine für die Schweiz wichtige 4x4-Version mit satten 476 PS (350 kW) an. Ob das Technik-Feuerwerk auch bei den Schweizer Kundinnen und Kunden zündet oder die Anfangs-Euphorie schnell verpufft, werden die kommenden Monate zeigen.

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