Leapmotor C10 Hybrid EV: Dauertest-Abschluss nach 12'000 Kilometern
Chinas Teilzeitstromer zum Sparpreis

Nach einem halben Jahr und 12'000 gefahrenen Kilometern geben wir den Leapmotor C10 Hybrid EV wieder ab. Überzeugt hat er uns im Alltag, kleine Skurrilitäten lassen uns aber auch die Stirn runzeln.
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Der Leapmotor C10 Hybrid EV (früher C10 REEV) hat im halbjährigen SonntagsBlick-Dauertest 12'000 Kilometer abgespult.
Foto: Lorenzo Fulvi

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Leapmotor C10 Hybrid EV überzeugt im Dauertest mit 12'000 gefahrenen Kilometern
  • Reichweite bis 970 km, im Test 945 km bei normaler Fahrweise
  • Preis: 37'900 Franken, Verbrauch im Test 4,3 l/100 km plus 6,5 kWh/100 km
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Lorenzo FulviRedaktor Auto&Mobilität

Verbrenner-Technik aus China? Nicht konkurrenzfähig, hiess es noch vor gut zehn Jahren, als Pioniermarken aus dem Reich der Mitte wie etwa Brilliance versuchten, einen Fuss nach Europa zu bekommen. Sie scheiterten. Doch heute stellen die Stromer der vielen chinesischen Anbieter so manche Elektromodelle aus Europa in den Schatten. Und plötzlich kann China auch Benziner. Wie der Leapmotor C10 Hybrid EV beweist. Er spulte in einem halben Jahr Dauertest über 12'000 Kilometer für die Blick-Mobilitätsredaktion ab – und erhielt während dieser Zeit auch noch eine neue Modellbezeichnung (früher: C10 REEV).

Den Antrieb in unserem Testfahrzeug übernimmt stets der 215 PS (158 kW) starke E-Motor an der Hinterachse. Ist die vergleichsweise kleine Batterie (28,4 kWh) leer, springt ein 88 PS (65 kW) starker 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner ein und liefert per Generator den nötigen Fahrstrom. Range Extender heisst dieses Konzept, das zuletzt BMW im ersten i3 und Mazda im RX-30 nutzten.

Beachtliche Reichweite

Unsere erste Erkenntnis: Logisch, ist der reine E-Antrieb per Batterie effizienter. Dafür verspricht Leapmotor aber bis zu 970 Kilometer Reichweite mit einer Tankfüllung. Mehr als 945 Kilometer bei normaler Fahrweise haben wir zwar nie geschafft – aber auch das ist schon sehr beachtlich und liegt im Bereich vergleichbarer Diesel.

Unsere zweite Erkenntnis: Erst nachdenken, dann eines der vier Fahrprogramme (EV+, EV, Kraftstoff und Performance) wählen. Rein elektrisch liegen bei normaler Fahrweise rund 90 Kilometer (statt der versprochenen 145 Kilometer) mit voller Batterie drin – das passt eigentlich für den Durchschnittsschweizer, der kaum mehr als 30 Kilometer pro Tag fährt. Wird die Batterie aber komplett leer gefahren, reagiert der C10 panisch: «Sofort nachladen, massiv reduzierte Ausgangsleistung» heisst es dann im Zentraldisplay – und der Verbrenner springt an. Dass 88-Benzin-PS die 215 Elektro-Pferdestärken nicht voll ernähren können, leuchtet ein – die sonst so flotten Fahrleistungen des Leapmotor C10 Hybrid EV werden zäher, der Anlauf bis zum Autobahntempo deutlich länger.

Schnellladen in knapp 20 Minuten

Wer auf die Langstrecke geht, fährt also besser nicht zuerst die Batterie leer und nervt sich danach am recht kernig tönenden Benziner, sondern startet gleich im Hybridmodus: Dann spielen E- und Benzinmotor virtuos zusammen und kommen auf den zurückgelegten 12'000 Kilometern mit im Schnitt 4,3 l/100 km plus 6,5 kWh/100 km Strom aus – ein guter Mix dafür, dass wir nur ein Drittel der Fahrtstrecke ohne Verbrenner gefahren sind. Mit leerem Akku werden es dagegen rund 8,9 l/100 km, mehr Fahrgeräusch und eine Batterie, die auf kaum mehr als 10 Prozent ihrer Kapazität rekuperiert. Nachladen lässt sie sich mit maximal 7,4 kW innert vier Stunden an der Wallbox – oder mit 65 kW am DC-Schnellader. Für Letzteres reicht also locker eine Mittagspause an der Raststätte – wie schon unsere Reise nach Süditalien im Dauertest-Auftaktbericht gezeigt hat.

Dauertest: Leapmotor C10 Hybrid EV – Abschluss nach 12'000 km

Antrieb Plug-in-Hybrid, 1,5-l-R4-Benziner, 88 PS (65 kW), E-Motor, 215 PS (158 kW), Systemleistung 215 PS (158 kW), 320 Nm, Hinterradantrieb, Akku brutto 28,4 kWh, AC/DC 7,4/65 kW
Fahrleistungen 0–100 km/h in 8,5 s, Spitze 170 km/h, E-Reichweite WLTP 145 km
Masse L/B/H 4,74/1,90/1,68 m, Gewicht 1950 kg, Anhängelast gebremst 12 % 1500 kg, ungebremst 750 kg, Laderaum 400–1375 l
Umwelt WLTP 0,4 l + 19,0 kWh/100 km = 10 g/km CO₂, Energie D, bei entladener Batterie WLTP 6,4 l/100 km, Test 4,3 l + 6,5 kWh/100 km
Preise ab 37'900 Franken

Antrieb Plug-in-Hybrid, 1,5-l-R4-Benziner, 88 PS (65 kW), E-Motor, 215 PS (158 kW), Systemleistung 215 PS (158 kW), 320 Nm, Hinterradantrieb, Akku brutto 28,4 kWh, AC/DC 7,4/65 kW
Fahrleistungen 0–100 km/h in 8,5 s, Spitze 170 km/h, E-Reichweite WLTP 145 km
Masse L/B/H 4,74/1,90/1,68 m, Gewicht 1950 kg, Anhängelast gebremst 12 % 1500 kg, ungebremst 750 kg, Laderaum 400–1375 l
Umwelt WLTP 0,4 l + 19,0 kWh/100 km = 10 g/km CO₂, Energie D, bei entladener Batterie WLTP 6,4 l/100 km, Test 4,3 l + 6,5 kWh/100 km
Preise ab 37'900 Franken

Und sonst? Proper, das Äussere, mit ein paar Stilmitteln aktueller Smart-Modelle. Nach hinten ist die Sicht prima, vorne wirkt die Karosserie unübersichtlicher. Aber der Innenraum: Ja, es gibt Hartplastik hier und da. Doch die Qualitätsanmutung ist angesichts des günstigen Preises von 37'900 Franken ausgezeichnet. Einzig die Sitze könnten etwas mehr Seitenhalt bieten, doch ist dieser Mittelklasse-SUV ja kein Sportler.

Update mit begrenzter Verbesserung

Das Platzangebot ist üppig und die Ausstattung komplett, wie wir beim Wischen und Drücken auf dem 14,6 Zoll grossen Zentralmonitor schnell merken. Tasten für einzelne Funktionen? Leider Fehlanzeige. Selbst die Aussenspiegeleinstellung versteckt sich im «Fenster»-Menü. Aber man gewöhnt sich dran – kaum aber an die Schlüsselkarte: An den linken Aussenspiegel gehalten, öffnet und schliesst sie das Auto – funktioniert aber nur dort. Und zum Losfahren muss man sie in der Smartphone-Ladeschale platzieren, sonst passiert gar nichts. Hat man das Handy allerdings per App mit dem Fahrzeug verbunden, kann man das Smartphone als Keyless-Schlüssel benutzen – für den Start kommt man aber nicht um die Ladekarte in der Mittelkonsole herum. Das erscheint uns alles etwas umständlich gelöst.

Doch nach ein paar Hundert Kilometern gewöhnten wir uns auch an diese Skurrilitäten und lernten den geräumigen Stromer mit seinem «Rettungsbenziner» schätzen. Keine schlechten Angewohnheiten? Ja gut, ein paar kleine Elektronik-Aussetzer, als der C10 zum Beispiel die gespeicherte Sitz- oder Aussenspiegeleinstellung plötzlich vergass. Und obwohl das von uns so lange ersehnte Update für den adaptiven Tempomaten kurz vor Rückgabe des Dauertesters dann endlich doch noch aufgespielt werden konnte, ruckelte unser C10 weiterhin, sobald er ein Auto vor sich erkannte. Immerhin brachte das Update aber eine Verbesserung, wenn kein Fahrzeug vorausfährt. In solchen Situationen hält er jetzt schön brav das Tempo und die Position.

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