Kia EV4 im Blick-Test
Ein Raumschiff für den Alltag

Kia erweitert seine Elektrofamilie mit dem EV4. Der Kompaktstromer beeindruckt mit futuristischem Design und Effizienz und ist trotz kleinen Schwächen bei Ladeleistung und beim Platz im Kofferraum ein starker Alltags-Allrounder zum fairen Preis.
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Kias neuer und futuristischer Kompaktstromer EV4 ergänzt seit neustem die umfassende Modellreihe und soll das Elektro-Kompaktsegment neu aufmischen.
Foto: Lorenzo Fulvi

Darum gehts

  • Kia erweitert seine Stromerfamilie EV mit dem EV4
  • EV4 bietet 550 Kilometer Reichweite, Komfort und niedrigen Stadtverbrauch
  • Günstiger Startpreis ab 34'450 Franken, die GT-Line-Ausstattung kostet jedoch 57'050 Franken
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Juan ThomasRedaktor Auto & Mobilität

Bei Kia wird die rein elektrische EV-Familie immer grösser. Seit Kurzem ergänzt der EV4 die inzwischen fünf Stromer umfassende Modellreihe (EV2, EV3, EV5, EV6, EV9) – und gilt als vielversprechender Hoffnungsträger im Kompaktsegment. Wohl nicht ganz unbegründet, denn bei der Wahl Schweizer Autos des Jahres 2026 landete der Stromer auf Platz 3.

Vor der Fahrt

Optisch fällt Kias Kompaktstromer sofort auf. Scheinwerfer und Karosserie wirken so futuristisch, als hätte sich der EV4 direkt aus dem All auf die Erde gebeamt. Doch die groben und kantigen Designlinien haben vor allem einen Zweck – eine bessere Aerodynamik und damit einen tieferen Verbrauch. Das wird spätestens beim Einsteigen klar. Die Türgriffe fahren automatisch aus und ziehen sich beim Losfahren oder Abschliessen wieder in die Karosserie ein. Etwas, das übrigens in China (und vielleicht auch in Europa) aus Sicherheitsgründen bald verboten ist.

Im Innenraum gibts vorne bequeme Sitze, die sowohl beheizt als auch belüftet werden können. Die Verarbeitung des Kunstleders an den Sitzen und am Lenkrad fühlt sich angenehm an. Die Innenraumverkleidung aus Hartplastik-Elementen und weissem Stoff wirkt nicht billig. Im Cockpit beinhaltet ein breites Panorama-Display ein 12,3-Zoll-Fahrerinstrument, einen 5,3-Zoll-Touchscreen für die Klimatisierung und ein zusätzliches 12,3-Zoll-Infotainmentsystem.

Auf der Strasse

Wir starten unsere Fahrt im EV4 und staunen über die angezeigte Reichweite: Mehr als 550 Kilometer stehen mit vollem Akku zur Verfügung. Ob das realistisch ist, wollen wir jetzt herausfinden. Die ersten Meter fahren wir gemächlich. Sobald wir etwas zügiger beschleunigen, merken wir, dass der EV4 kein brutal beschleunigender Sprinter ist, wie wir es oft von anderen E-Autos kennen. Er liegt sicher auf der Strasse, auch in Kurven, ist aber trotz 204 PS (150 kW) und 283 Nm Drehmoment kein Spitzensportler. Für den Sprint auf Tempo 100 benötigt der EV4 genau 7,8 Sekunden.

Kia EV4 GT-Line 81,4 kWh im Schnellcheck

Antrieb: Elektromotor, 204 PS (150 kW), 283 Nm, 1-Stufen-Reduktionsgetriebe, Frontantrieb.
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 7,8 s, Spitze 170 km/h, Batterie 81,4 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 11/128 kW, Reichweite WLTP/Test 584/440 km.
Masse: L/B/H 4,45/1,86/1,48 m, Gewicht 1910 kg, Laderaum 435–1415 l.
Umwelt: Verbrauch WLTP/Test 15,8/18,5 kWh/100 km = 0/0 g/km CO₂, Energie A.
Preis: ab 57'050 Franken, Basismodell ab 34'450 Franken

Antrieb: Elektromotor, 204 PS (150 kW), 283 Nm, 1-Stufen-Reduktionsgetriebe, Frontantrieb.
Fahrleistungen: 0–100 km/h in 7,8 s, Spitze 170 km/h, Batterie 81,4 kWh, max. Ladeleistung AC/DC 11/128 kW, Reichweite WLTP/Test 584/440 km.
Masse: L/B/H 4,45/1,86/1,48 m, Gewicht 1910 kg, Laderaum 435–1415 l.
Umwelt: Verbrauch WLTP/Test 15,8/18,5 kWh/100 km = 0/0 g/km CO₂, Energie A.
Preis: ab 57'050 Franken, Basismodell ab 34'450 Franken

Ist der EV4 kein Sprinter, überzeugt er dafür mit viel Fahrkomfort. Unebene Strassen oder Schlaglöcher federt das Fahrwerk souverän ab, und das Feedback im Lenkrad fühlt sich angenehm an. Am besten fährt es sich allerdings auf Überlandstrassen und in der Stadt. Mit seiner Länge von 4,45 Metern und einer Breite von 1,86 Metern lässt sich der EV4 einfach durch städtische Häuserschluchten dirigieren – und wird es mal enger, helfen diverse Kameras und Sensoren.

Das war gut

Einen grossen Pluspunkt sammelt der EV4 beim Verbrauch. Zwar steigt dieser auf der Autobahn je nach Strecke auf rund 22 kWh/100 km. Doch in der City waren wir teilweise mit nur 13 kWh/100 km unterwegs – und das im Winter. Die Rekuperationswippen hinter dem Lenkrad tragen massgeblich zum niedrigen Verbrauch bei, und im «i-Pedal-Modus» kommt der EV4 sogar komplett zum Stillstand. Auch der Komfort im Innenraum ist höher, als wir es von vielen anderen Modellen gewohnt sind. Es gibt zahlreiche Ablagefächer. Und vor allem im Fond steht dank des 2,8 Meter langen Radstands für Mitreisende sehr viel Platz zur Verfügung.

Das war schlecht

Die Kopffreiheit vorne ist – etwas überraschend – geringer als hinten. Wir hatten das Gefühl, sehr hoch zu sitzen, ohne den Sitz weiter absenken zu können. Und der Laderaum ist enttäuschend klein. Der Kofferraum stösst mit seinen Dimensionen von rund 50×50 Zentimetern schnell an seine Grenzen. Zudem fällt uns gerade jetzt im Winter bei Schmuddelwetter die Anfälligkeit der kantigen Karosserie für Verschmutzungen auf. Selbst nach der automatischen Autowäsche tropft noch angesammelter Schmutz aus den vielen Sicken und Kanten.

Das bleibt

Am Ende unserer Fahrt steht ein Gesamtverbrauch von 18,5 kWh/100 km. Zwar erreichten wir den WLTP-Wert von 15,5 kWh/100 km damit nicht. Doch angesichts der kalten Jahreszeit und der vielen Autobahnkilometer sind wir mit dem erzielen Testverbrauch zufrieden. Einzig die Ladeleistung bleibt ein Kritikpunkt: Mit maximal 128 kW ist sie nur bedingt konkurrenzfähig. Doch insgesamt überzeugt der EV4 als vielseitiger Alltags-Allrounder – sowohl für die Stadt als auch für längere Strecken. Der Startpreis für die Version mit 81,4-kWh-Batterie liegt bei 41'450 Franken. Der Testwagen in der GT-Line-Ausstattung kostet 57'050 Franken. Eine Einstiegsversion mit allerdings nur 58,3 kWh kleiner Batterie ist bereits ab 34'450 Franken erhältlich. Somit ist Kias EV-Modellpalette um einen optisch und preislich attraktiven Kompaktstromer grösser geworden. Und die Südkoreaner dürfen wohl zurecht auf erfolgversprechende Absatzzahlen hoffen. 

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