Darum gehts
- Aviloo wertete über 500'000 Batterietests aus: Kapazität lag nach 150'000 km durchschnittlich bei 86 Prozent und mehr
- Der Batteriezustand schwankt stark, beim Tesla Model 3 beispielsweise zwischen 80 und 95 Prozent
- Wer ein Occasions-E-Auto kaufen will, sollte vor dem Kauf einen Beleg zum Batteriezustand verlangen
Die Batterie ist die grösste Sorge, die Interessierte vom Kauf eines Occasions-Stromers abhält. Noch immer kursieren Horrorgeschichten von alten E-Autos, die schon nach wenigen Kilometern schlappmachen. Doch in den allermeisten Fällen sind die Batterien auch nach 150'000 gefahrenen Kilometern noch erstaunlich fit, wie eine neue Untersuchung von Aviloo zeigt.
Die Batteriediagnose-Firma wertete über 500'000 Tests aus, die zwischen 2022 und 2026 an gebrauchten E-Autos durchgeführt wurden. Resultat: Alle 20 getesteten Modelle wiesen nach 150'000 Kilometern im Schnitt noch eine Batteriekapazität von mindestens 86 Prozent aus. Zum Vergleich: Viele Hersteller garantieren eine Kapazität von 70 Prozent nach 160'000 gefahrenen Kilometern.
Grosse Streuung
Allerdings sind die Unterschiede gross – und zwar nicht nur zwischen Marken und Modellen. Auch bei einzelnen Fahrzeugen des gleichen Modells schwankt der Batteriezustand.
Beim beliebten Tesla Model 3 lag der Wert nach 150'000 Kilometern zwischen 80 und 95 Prozent. Selbst beim Musterschüler Mercedes-Benz EQA reicht die Spanne von 87 bis 97 Prozent. Zehn Prozentpunkte Unterschied beim Akkuzustand machen etliche Kilometer Reichweite aus. Sie können darüber entscheiden, ob ein Auto auf einer langen Fahrt einen Ladestopp braucht oder nicht.
Batteriezustand prüfen
Ein Rechenbeispiel: Der Volkswagen ID.4 (77 kWh) gehörte 2025 zu den meistverkauften E-Autos Europas. Die Batteriegesundheit reicht von 95,3 Prozent nach 50'000 km bis 90,6 Prozent nach 150'000 km.
Im Schnitt schrumpft die Reichweite dabei von rund 373 Kilometer auf etwa 354 Kilometer. Doch einzelne Autos schwanken bei höheren Kilometerständen um bis zu 11 bis 12 Prozent, das sind rund 45 km Unterschied in der Reichweite.
Fazit: Occasions-Stromer kommen in der Regel weiter, als viele Skeptiker denken. Doch wer sich ein E-Auto aus zweiter Hand zulegen will, sollte unbedingt einen Beleg für den Batteriezustand verlangen.