Wissen von der Strasse
Wieso sind Autobahn-Schilder in der Schweiz grün?

In der Rubrik «Wissen von der Strasse» beantwortet Blick regelmässig Fragen, die uns täglich im Autofahreralltag begegnen. Heute: Warum setzt die Schweiz – im Gegensatz zu vielen Nachbarn – auf grüne statt blaue Autobahntafeln?
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Die ersten Autobahn-Abschnitte wurden in der Schweiz erst Mitte der 1960er-Jahre eröffnet.
Foto: STR

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz hat 1549 Kilometer Autobahn, erste Strecke 1967 eröffnet.
  • Autobahntafeln wurden 1972 von Blau auf Grün umgestellt.
  • 68 Länder folgen dem Wiener Übereinkommen für eine international verständliche Sprache der Verkehrszeichen.
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Andreas EngelRedaktor Auto & Mobilität

Die Schweiz verfügt aktuell über exakt 1549 Autobahn-Kilometer. Doch die Lebensadern der Wirtschaft und Mobilität gibts bei uns noch gar nicht so lange, wie man annehmen könnte. Erst 1964 wurde für die Landesausstellung Expo in Lausanne das erste lange Teilstück zwischen Lausanne und Genf eröffnet, drei Jahre später folgte ein 36 Kilometer langer Abschnitt zwischen Oensingen SO und Hunzenschwil AG. Heute gilt die A1, die sich über 410 Kilometer von Genf nach St. Gallen erstreckt, als längste und meistfrequentierte Strasse der Schweiz.

Wie ungewöhnlich Autobahnen vor rund 60 Jahren noch waren, zeigt eine Aufnahme der Kantonspolizei Zürich, auf der ein Polizist einem Velofahrer erklärt, dass er mit seinem Zweirad die Autobahn nicht benutzen darf. Hintergrund: Gerade die A3 zwischen Zürich-Wollishofen und Richterswil mit ihrer tollen Aussicht auf den Zürichsee verleitete Biker immer wieder dazu, nicht den Veloweg, sondern die Autobahn zu wählen. Nicht selten musste sie die Kantonspolizei damals von der Autobahn wegweisen.

Eigene Regeln auf Autobahnen

Doch noch ein anderes Detail auf dem Bild aus dem Jahr 1971 irritiert: Der Polizist deutet mit seiner Hand auf eine Autobahn-Tafel, die anders als heute blau statt grün ist. Das ist kein Bildfehler: Denn erst mit der Veränderung der Verordnung über die Strassensignalisationen im Jahr 1972 erhielten sämtliche Wegweisertafeln auf Autobahnen sowie Signale, die in Richtung Autobahnen und Autostrassen weisen, den grünen Anstrich.

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Damit wollte die Schweiz die im Vergleich zu anderen Ländern erst relativ spät geschaffenen Autobahnen auch farblich klar von anderen Hinweisschildern abheben. Denn bis heute gelten auf den Hochleistungsstrassen eigene Regeln: Sie dürfen nur mit Motorfahrzeugen befahren werden, sind nur bei definierten Ein- und Ausfahrten zu befahren und weisen richtungsgetrennte Fahrbahnen auf.

Andere Länder, andere Farben

Die Wahl der Farbe hat die Schweiz dabei nicht willkürlich getroffen. Mit grünen Autobahntafeln orientierte sie sich an internationalen Standards. Im Wiener Übereinkommen über Strassenverkehrszeichen, das an einer UN-Konferenz im Herbst 1968 erarbeitet wurde, wird festgehalten, dass Autobahnen und Autobahnen gleichgestellte Strassen entweder blau oder grün signalisiert werden müssen (auch interessant: Als die Schweiz Deutschland mit der Vignette ärgerte).

Die Wahl der jeweiligen Farbe kann jedes Land selbst treffen (siehe Grafik). Während die Schweiz oder Italien ihre Autobahnen grün signalisierten, haben sich Frankreich, Deutschland oder Österreich für blaue Tafeln entschieden. Mittlerweile ist das Übereinkommen in 68 Ländern in Kraft und führt zu einer international verständlichen Sprache der Verkehrszeichen.

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