Darum gehts
- Italien setzt neu auf Tutor 3.0 zur Tempokontrolle auf Autobahnen
- System misst Durchschnittsgeschwindigkeit oder punktuelle Geschwindigkeit
- 1800 Autobahnkilometer werden überwacht, darunter wichtige Ferienrouten
Auto-Sommerferien in Italien sind ein Klassiker. Doch die Zeiten lascher Verkehrskontrollen im Süden sind längst vorbei. Inzwischen greifen die Behörden hart durch – unter anderem mit den modernen Tempokontrollen Tutor 3.0 auf der Autobahn.
Das neue System misst nicht mehr nur die Durchschnittsgeschwindigkeit, wie das Fachblatt «Auto, Motor und Sport» schreibt. Italien hat das System erweitert.
Zwei Blitzer in einem
Kern des Systems ist zwar weiterhin die sogenannte Section-Control, welche die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Kontrollstellen misst. Doch Tutor 3.0 kann auch wie ein stationärer Blitzer eingesetzt werden und die Geschwindigkeit am Messpunkt erfassen. Welche Messart die Polizei gerade einsetzt, ist für den Fahrer nicht erkennbar.
Zusätzlich erkennt das System die Fahrzeugklasse. Das ist wichtig, weil zum Beispiel schwere Wohnmobile auf italienischen Autobahnen nur 100 km/h fahren dürfen – statt 130 km/h wie leichtere PW.
Tutor 3.0 bietet weitere technische Möglichkeiten, die zum Teil noch nicht bestätigt sind. Dazu gehören laut «Auto, Motor und Sport» die automatische Abstandskontrolle und die Erkennung aller Überholverstösse.
System deckt 1800 Kilometer ab
Die Hightech-Blitzer überwachen in Italien vor allem Autobahnen. «Das Tutor-Tystem wurde schrittweise auf allen Streckenabschnitten installiert, die durch überdurchschnittlich hohe Todesfallraten gekennzeichnet sind», schreibt der Betreiber Autostrade per l'Italia auf der Webseite. Die 178 überwachten Abschnitte umfassen insgesamt 1800 Autobahnkilometer.
Für Reisende wichtig sind vor allem die zahlreichen Standorte an der Autostrada A1 von Mailand nach Neapel, die von vielen auf dem Weg in den Süden genutzt wird. Auch die A14 von Bologna entlang der Adria nach Tarent ist eine beliebte Sommerferienroute.
Wer die genauen Standorte sucht, findet die Übersicht direkt beim Autobahnbetreiber. Und wer kein teures Feriensouvenir riskieren will, hält sich an die geltenden Tempovorschriften.