Polestar, Rivian und Lucid
Die Geldverbrenner unter den E-Auto-Herstellern

Der Hype um die Stromer-Hersteller Polestar, Rivian und Lucid ist vorbei. Die Firmen verlieren Zehntausende Dollar mit jedem verkauften Auto. Eine Wende zum Guten scheint unwahrscheinlich.
Kommentieren
1/7
Die Elektro-Limousine Lucid Air sieht schnittig aus. Doch die Verkäufe reichen nicht, um die Firma aus den roten Zahlen zu bringen.
Foto: Lucid

Darum gehts

  • E-Auto-Hersteller wie Polestar, Lucid und Rivian kämpfen mit hohen Verlusten
  • Polestar verliert 35'000 Dollar pro verkauftem Fahrzeug
  • Trumps Anti-Elektro-Kurs erschwert die Situation für Elektroauto-Marken
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_1108.JPG
Gabriel KnupferRedaktor News

Nicht alle Elektromarken können wie Tesla sein. Während Elon Musks (54) Stromerkonzern trotz vieler Probleme Milliardengewinne schreibt, sieht es bei anderen Herstellern düster aus. Sie verlieren mit jedem verkauften Auto Tausende Dollar, und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Im Gegenteil: Mit Donald Trumps (79) Anti-Elektro-Kurs wird es für Marken wie Polestar, Lucid und Rivian nur noch schwieriger, wie die «Automobilwoche» schreibt. Das Wachstum im E-Segment dürfte in den nächsten zwei Jahren weiter unter den Erwartungen bleiben.

Ehemalige Börsenlieblinge fallen zurück

Chinas Polestar und die US-amerikanischen Marken Lucid und Rivian sind an der US-Techbörse Nasdaq notiert. Doch aus den einstigen Hoffnungsträgern wurden Sorgenkinder. Die Kurse dümpeln weit unter ihren Höchstständen, die sie alle im November 2021 erreicht hatten. Damals galten E-Autos als nächster Megatrend.

Doch die Entwicklung der Elektromobilität ging langsamer als gedacht. Folglich haben alle drei Marken seit dem Beginn ihrer Serienfertigung noch kein einziges Quartal mit einem Gewinn abgeschlossen.

Enorme Verluste pro verkauftem Fahrzeug

In der Schweiz am bekanntesten ist Polestar. Die Geely-Tochter (Volvo, Smart, Lotus und Zeekr) häufte in den ersten neun Monaten des Jahres einen Verlust von 1,56 Milliarden Dollar (1,26 Milliarden Franken) an. Bei 44'482 verkauften Autos macht das gut 35'000 Dollar (28'195 Fr.) pro verkauftem Fahrzeug!

Ähnlich ist die Lage bei Rivian: Die Firma kommt auf ein Minus von 35'900 Dollar (28'920 Fr.) je Fahrzeug, rechnet die «Automobilwoche» vor. Richtig dramatisch sieht es aber bei Lucid aus: Die Luxusmarke schrieb im dritten Quartal einen Verlust von 240'000 Dollar (193'340 Fr.) pro verkauftem Auto!

Alleine im dritten Quartal verlor Lucid fast 1 Milliarde Dollar (850 Mio. Fr.) bei nur 4078 ausgelieferten Fahrzeugen. Die Firma überlebt nur, weil der Mehrheitsaktionär – der staatliche saudische Investmentfonds – immer wieder Geld nachschiesst.

Luxusstrategie bei Polestar

An der Börse wurde vor allem Polestar abgestraft. Die Aktie ist inzwischen nur noch rund 55 Cent wert. Einst waren es mehr als 13 Dollar gewesen. Gelingt es der Firma nicht, sich wieder über einem Dollar zu etablieren, droht der Ausschluss aus dem Nasdaq.

Um das zu erreichen, setzt Polestar auf Luxus. Der Polestar 5 startet in der Schweiz bei 115'000 Franken. In die entgegengesetzte Richtung geht Rivian: Die Firma plant im nächsten Jahr den Launch des kleineren und günstigeren SUV-Modells R2. Dieser soll endlich die nötigen Verkaufszahlen bringen, berichtete die Plattform Wallstreet Online.

Neubewertung von CO₂ in den USA

Alle drei Firmen haben das Problem, dass sie nicht einmal in einem politisch günstigen Umfeld jemals Gewinne schrieben. Dass es nun mit Donald Trump als US-Präsident besser werden soll, ist deshalb schwer vorstellbar.

Besonders schwerwiegend ist die Neubewertung von CO₂ durch die US-Regierung: Das Klimagas soll nicht mehr als Schadstoff eingestuft werden. Damit fällt für die Hersteller von E-Autos eine wichtige Einnahmequelle weg. Denn bisher konnten sie mit dem Verkauf von CO₂-Zertifikaten an Verbrennerhersteller viel Geld verdienen.

Ende September liess die US-Regierung zudem eine Steuergutschrift von 7500 Dollar für den Kauf neuer Stromer auslaufen. Der Absatz von E-Autos in den USA dürfte folglich in der nächsten Zeit stagnieren oder sogar zurückgehen. Und in China sind teure E-Autos (Polestar) oder ausländische Stromer (Rivian, Lucid) ohnehin weniger gefragt. Ob Europa das ausgleichen kann, ist mehr als fraglich.

Mit FinanceScout24 und Blick Prämien vergleichen

Blick und FinanceScout24 haben einen neuen, transparenten Autoversicherungsvergleich lanciert. Dieser Vergleich zeigt basierend auf einem Matchingscore die passenden Versicherungen an und sortiert die Ergebnisse nach Preis. Dank des direkten Leistungs- und Preisvergleichs können Sie sofort Angebote einholen und auch direkt abschliessen. Hier geht es zum Rechner inkl. Exklusiv-Angebot.

Blick und FinanceScout24 haben einen neuen, transparenten Autoversicherungsvergleich lanciert. Dieser Vergleich zeigt basierend auf einem Matchingscore die passenden Versicherungen an und sortiert die Ergebnisse nach Preis. Dank des direkten Leistungs- und Preisvergleichs können Sie sofort Angebote einholen und auch direkt abschliessen. Hier geht es zum Rechner inkl. Exklusiv-Angebot.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen