Darum gehts
- Mexiko plant mit Olinia eine eigene E-Auto-Industrie
- Stadtflitzer mit 18 PS und 125 km Reichweite
- Preis: 7000 Franken, Produktionsstart im Sommer 2027
Mexikos Autowirtschaft brummt: Jährlich rollen rund vier Millionen Fahrzeuge vom Band. Doch entwickelt werden sie von ausländischen Riesen wie VW, BMW oder Nissan – Mexiko liefert bisher nur die Fliessbandarbeit.
Das soll sich nun ändern: Mit dem Ministromer Olinia Uno will das Land eine eigene E-Auto-Industrie aufbauen. Präsidentin Claudia Sheinbaum (64) präsentierte den Stadtflitzer im Juni persönlich mit viel Pomp und Patriotismus.
Kei-Car aus Mexiko
Das kastenförmige Design ist nicht jedermanns Sache. Doch es sorgt für die beste Ausnutzung der verfügbaren Fläche – ähnlich einem japanischen Kei-Car. Wie die asiatischen Kleinstwagen ist auch der Olinia auf Nutzwert für die Stadtbewohner ausgelegt. Und nicht auf Leistung oder gutes Aussehen.
Die Technik bleibt bescheiden: Der Elektromotor leistet magere 18 PS (13 kW), gespeist aus einer kleinen 14,7-kWh-Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 50 km/h, die maximale Reichweite liegt bei 125 Kilometern. Dafür kann die Batterie in acht Stunden an einer normalen Haushaltssteckdose geladen werden (in Mexiko 110 Volt). Mit einem 220-V-Anschluss sinkt die Ladezeit um die Hälfte.
Produktionsstart in einem Jahr
Der Olinia Uno kann auf der Webseite für 150'000 Pesos (umgerechnet 7000 Franken) vorbestellt werden. Produktionsstart ist im Sommer 2027. In Planung ist zudem ein elektrischer Lieferwagen.
Dass Mexiko gerade jetzt mit einem eigenen E-Auto für den Heimmarkt startet, kommt nicht von ungefähr. Donald Trump (80) schottet den US-Markt mit Zöllen gegen Einfuhren aus dem Nachbarland ab. Die Folge: Letztes Jahr sank die Autoproduktion in Mexiko zum ersten Mal seit Jahren. Ob Olinia gegen die ebenfalls preiswerte Konkurrenz aus China bestehen kann?