«Oldtimer» nach zwei Jahren
E-Autos werden in China zur Wegwerfware

Nachhaltigkeit geht anders: In China sind Stromer oft bereits nach zwei bis drei Jahren veraltet und werden ausrangiert. Hintergrund ist die rasante technologische Entwicklung.
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In China landen längst nicht nur kaputte Autos auf dem Autofriedhof, wie hier in der Stadt Hangzhou.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • China entwickelt sich zum Markt für Wegwerf-Stromer mit kurzer Lebensdauer
  • Rasante Fortschritte bei Batterien und KI machen Fahrzeuge schnell veraltet
  • E-Autos unter 10'000 Franken üblich, kurze Nutzung führt zu Umweltproblemen
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Gabriel KnupferRedaktor News

In China wird das Auto immer mehr zum fahrenden Smartphone. Das gilt auch für die Lebensdauer der Fahrzeuge. Der Trend geht zum Einweg- oder Wegwerf-Auto, wie die «Automobilwoche» berichtet.

Junge Chinesen nutzen ihr neues E-Auto zwei bis drei Jahre – etwa gleich lang wie typischerweise ein Handy –, sagte Experte Xing Zhou vom Beratungsunternehmen Alix Partners gegenüber dem Fachblatt. Grund dafür ist die rasante technologische Entwicklung.

Batterien entwickeln sich rasend schnell

Die chinesische Autoindustrie entwickelt KI-Assistenten, Infotainment und Batterien in rasendem Tempo weiter. Neue Fahrzeuge sind deshalb innerhalb kurzer Zeit veraltet.

Besonders bei der Batterietechnologie gibt es ständig neue Quantensprünge bezüglich Ladezeit und Reichweite, die Stromer schon nach wenigen Jahren wie vorsintflutliche Oldtimer aussehen lassen.

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Schlecht für die Umwelt

Befeuert wird der Trend vom Preiskampf, den sich die gut 150 chinesischen Autohersteller liefern. Stromer sind im Reich der Mitte inzwischen billiger als vergleichbare Verbrenner und Stadtautos für deutlich unter 10'000 Franken keine Seltenheit. Doch auch bei einem Auto für 20'000 Franken ist es kaum sinnvoll, nach wenigen Jahren die Batterie für 10'000 Franken auszutauschen.

Dazu kommt: In China sind Occasionen und Leasing wenig verbreitet. Die veralteten Autos werden deshalb oft vom Markt genommen. Für die Umwelt ist das problematisch, denn bei der Batterieherstellung wird unter anderem viel CO₂ freigesetzt.

Europa geht den umgekehrten Weg

Während die chinesischen Hersteller mit ihren schnellen Entwicklungszyklen und Tiefstpreisen profitieren, wird der Markt mit dem Wegwerftrend für die deutschen Autobauer noch schwieriger. Mit einer «In China, for China»-Strategie versuchen VW und Co. mit dem Speed der Chinesen mitzuhalten.

In Europa geht der Trend aktuell in eine andere Richtung. Die EU plant ab 2027 einen obligatorischen «Digitalen Produktpass» für E-Auto-Batterien. Das Ziel: Im Sinne der Kreislaufwirtschaft sollen das Leben der Batterien verlängert und die verwendeten Rohstoffe und Komponenten möglichst komplett wiederverwendet werden. Die Spaltung der Autowelt in komplett unterschiedliche Märkte wird sich damit in Zukunft noch verstärken.

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