Darum gehts
- Audi bringt Ende 2026 den R8-Nachfolger Nuvolari mit 1001 PS
- Nur 499 Exemplare; Preis: 590'000 Euro; Zielgruppe: Supersportwagenfans
- Höchstgeschwindigkeit über 350 km/h, beschleunigt in 2,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Audi will endlich den Anschluss finden. Nach dem Ende von Coupés, Cabrios und Sportwagen will VWs Edeltochter wieder echte Gefühle wecken und nicht allein der übermächtigen Konkurrenz aus München und Stuttgart hinterherfahren. Insbesondere ins Image soll investiert werden. Dafür dürfte neben dem Serienmodell der elektrischen Roadsterstudie Concept C die Neuauflage des Audi R8 sorgen. Von dem Mittelmotorsportwagen hatten sich die Ingolstädter erst vor zwei Jahren verabschiedet. Einen Nachfolger wünschten sich nicht nur Touren- und Sportwagenfans, sondern auch die Audi-Tochterfirma Lamborghini, denn die musste den Temerario als Nachfolger des erfolgreichen Huracán allein auf die Räder stellen.
Nachdem der Mittelmotorbolide Temerario mit einer Kombination aus 4 Liter grossem V8-Turboaggregat und elektrischer Vorderachse nun seit knapp einem Jahr auf dem Markt ist, hat sich auch Audi dazu entschieden, wieder einen Sportwagen zu fertigen. Weil die nötigen Werkzeuge für eine echte Grossserie fehlen, der Fertigungsaufwand mit einer modulartigen Produktion in Norditalien und Deutschland zu gross wäre und die Begehrlichkeiten hochgehalten werden sollen, gibt es den Nuvolari getauften R8-Nachfolger nur in einer limitierten Stückzahl von 499 Stück. Der Preis ist gigantisch: 590'000 Euro! Dafür gibts eine Karbonkarosserie, Plattform und Antrieb vom Lamborghini Temerario und ein betont puristisches Design.
Streng geheimes Projekt
Nach gerade einmal eineinhalbjähriger Entwicklungszeit kommt der Mittelmotorsportler bereits Ende 2026 auf den Markt und wird ab Anfang 2027 ausgeliefert. Schneller als erwartet und ebenso wie mancher Konkurrent nicht als Elektroversion, sondern als leistungsstarker Powerhybrid mit 1001 PS (736 kW). Die Höchstgeschwindigkeit: über 350 km/h. Entstanden ist der geschlossene Zweisitzer in einem streng gesicherten Geheimprojekt in einem separaten Teil des Audi-Designcenters in Ingolstadt, zu dem nur wenige Personen Zutritt hatten.
Ein grosser Vorteil: Als die Kleinserie bereits beschlossen war, tauschte Audi seinen Entwicklungsvorstand aus. Der farblose Geoffrey Bouquot wurde diesen März von Konzerngewächs Rouven Mohr ausgetauscht. Der 47-jährige Saarbrücker war als CTO vorher für die Entwicklungen bei Lamborghini verantwortlich und kannte den Plattformgeber Temerario bestens. Das beschleunigte das Projekt deutlich. «Der Nuvolari ist der erste Supersportwagen mit High-Performance-Hybridantrieb von Audi und definiert mit seiner Aerodynamik und der Weltneuheit Quattro Predictive Ride neue Massstäbe», kündigt Rouven Mohr einen besonders fahrdynamischen Allradantrieb an.
Doch ansonsten hält sich Audi mit technischen Details zurück. Für den Antrieb sorgt jedoch ein aufgeladener V8-Benziner mit 4 Litern Hubraum und 800 PS (588 kW) und 730 Nm Drehmoment. Elektrisch unterstützt wird der Verbrenner ebenso wie der Temerario von einem Axialfluss-Elektromotor im Doppelkupplungsgetriebe und zwei Elektromotoren mit jeweils 150 PS (110 kW) an der Vorderachse, die von einer kleinen 7,3-kWh-Batterie mit Energie gespeist werden. Aus dem Stand gehts in 2,6 Sekunden auf Tempo 100 – nach 6,8 Sekunden wird die 200er-Marke durchbrochen.
Mega-Bremse auf Formel-1-Niveau
Der neu entwickelte Allradantrieb bringt den aktuellen Fahrzustand auf Basis von detaillierten Sensordaten wie Beschleunigung, Lenkwinkel, Gierrate und Grip-Niveau in Sekundenbruchteilen in die Regelung ein. Das System verteilt das Drehmoment dabei gezielt in Längs- und Querrichtung, während die Bremsen den Schlupf reduzieren und eine aktive Aerodynamik für optimalen Anpressdruck sorgt. Für maximale Verzögerung sorgt eine Hochleistungsbremsanlage. Eine speziell abgestimmte Innenbelüftung der Bremsscheiben verbessert den Luftdurchsatz und steigert die Wärmeabfuhr gegenüber herkömmlichen Karbon-Keramik-Systemen um rund 20 Prozent. Das Rekuperationspotenzial der Bremse liegt bei 2,8 Megawatt – das ist Formel-1-Niveau!
Die Bezeichnung Nuvolari gab es bereits vor mehr als zwei Jahrzehnten bei einer 2+2-sitzigen Konzeptstudie, die später ins Audi A5 Coupé mündete. Die Namensgebung geht zurück auf das Jahr 1933, als Tazio Nuvolari (1892 – 1953) das 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewann. Nuvolari gilt als einer der erfolgreichsten Rennfahrer der Vorkriegszeit. Bekannt war der zierliche Italiener, einst Werksfahrer der Auto Union, bis zu seinem Tod 1953 durch seinen spektakulären Fahrstil und dem obligatorisch gelben Pullover, den er im Rennwagen stets trug.
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