Milliardenverlust in Russland
Für Renault rollt der Rubel nicht mehr

Der Ukraine-Krieg bedeutet für die europäische Autoindustrie Milliardenverluste. Renault hat laut jüngsten Berichten seine Mehrheitsbeteiligung an der Geländewagen-Marke Lada verscherbelt. Viele weitere Unternehmen treten ebenfalls den Rückzug aus Russland an.
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Renault hat laut jüngsten Berichten seine Mehrheitsbeteiligung an der russischen Geländewagen-Marke Lada verscherbelt.
Foto: zVg
Andreas Engel

Lange hatte Luca de Meo zugewartet, doch jetzt wurde der öffentliche und politische Druck scheinbar zu gross: Der spanische Renault-Chef hat sich laut deutscher «Automobilwoche» dazu entschlossen, den 68-prozentigen Anteil seines Unternehmens an der Avtovaz-Gruppe an einen russischen Käufer abzugeben. Zu Avtovaz gehört unter anderem die auch bei uns bekannte Marke Lada, die noch im letzten Jahr mit der coolen SUV-Studie Niva Vision auf sich aufmerksam machte. So weit, so unspektakulär, angesichts des drohenden Reputationsschäden für den tief mit der russischen Autobranche verbandelten französischen Autobauer.

Aufhorchen lässt aber der Preis, für den Avtovaz abgegeben wird: Unter Berufung auf Handelsminister Denis Mantourow berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax, das 1918 gegründete russische Auto-Forschungsinstitut Nami werde die Renault-Mehrheitsbeteiligung komplett übernehmen – für den symbolischen Betrag von einem Rubel. Dies entspricht aktuell 1,3 Rappen! Renault hatte die Beteiligung an Avtovaz erst kürzlich mit 2,25 Milliarden Franken ausgewiesen. Diesen Betrag müssen die Franzosen jetzt wohl vollständig abschreiben. Auch für den französischen Staat bedeutet die Übernahme einen immensen Verlust: Er hält 15 Prozent an der Renault Gruppe. Weder der Autobauer noch die französische Regierung wollten die Vorgänge bis jetzt kommentieren.

Renault wird zwangsenteignet

Laut Interfax hätte sich Renault die Option offengehalten, die Avtovaz-Beteiligung innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre zurückzukaufen. Allerdings werden laut Mantourow sämtliche Investitionen in den Autobauer in Rechnung gestellt. «Es wird hier keinerlei Geschenke geben», so der russische Handelsminister. Mantourow kündigte ausserdem an, Renaults Moskauer Werk in die Hände der dortigen Stadtverwaltung zu geben. Solche staatliche Enteignungen westlicher Unternehmen hatte die russische Regierung schon zu Kriegsbeginn angedroht, nachdem zahlreiche Firmen ihre Vertretungen abzogen.

Renault ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen aus der Autoindustrie, das seine Aktivitäten in Russland einstellt: Mehr als 400 Unternehmen haben das Land seit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine bereits verlassen. Jüngst hatte auch Mercedes bekannt gegeben, sich aus Russland zurückzuziehen. Der Stuttgarter Grosskonzern war im Export von Fahrzeugen und Ersatzteilen tätig und betrieb in Russland mehrere Werke, deren Produktion unlängst gestoppt wurde. Im ersten Quartal fuhr Mercedes dadurch laut eigenen Angaben einen Verlust von über 700 Millionen Franken ein.

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