Darum gehts
- Cupra Raval ist das erste Auto der «Electric Urban Car Family» des VW-Konzerns
- Topmodell VZ: 226 PS, 400 km Reichweite, 130-kW-Schnellladen.
- Launch-Edition mit grosser Batterie startet im Sommer ab 35'550 Franken.
Drei Geschwister, gleiche DNA, unterschiedliches Auftreten. Die Rede ist vom VW ID. Polo, dem Skoda Epiq und dem Cupra Raval. Alle drei neuen Stromer teilen sich den MEB+-Baukasten mit Frontantrieb. Der VW-Konzern kennt das Thema der drohenden Kannibalisierung aus der Vergangenheit. Die Lösung ist einfach, man positioniert die Fahrzeuge unterschiedlich. Der VW ID. Polo setzt auf die klassischen VW-Stärken Effizienz und Alltagstauglichkeit. Der Skoda Epiq betont als Crossover Raum sowie Praktikabilität – und der Cupra Raval setzt auf Emotionen sowie Dynamik. Der sportliche Spanier ist jetzt der Erste des Trios der «Electric Urban Car Family» und der Wildfang.
Typisch scharfes Cupra-Design
Das Äussere passt zum betont sportlich-aggressiven Cupra-Look, den man von den Modellen der Seat-Tochter kennt: eine kantige Front mit einer flachen Haifischnase. Die Karosserie setzt auf scharfe Kanten und der betonte Heckdiffusor gehört bei den Cupra-Fahrzeugen fast schon zum guten Ton. Dazu kommen mutige Oberflächen mit matten Lacken und wechselnden Farben sowie zweifarbige Dächer, um eine klare emotionale Distanz zu den konservativeren Brüdern zu schaffen.
Im Interieur setzt der Cupra auf Moderne: Das Cockpit verzichtet auf überflüssige Touchflächen und kombiniert stattdessen Technik und Haptik. Eine freischwebende Mittelkonsole schafft zusätzlichen Stauraum. Hinzu kommen sauber integrierte Klima- und Infotainment-Bedienflächen sowie physische Tasten samt Satellitentasten am neu gestalteten Lenkrad. Das digitale Instrumentendisplay misst 10,25 Zoll und der zentrale Touchscreen 12,9 Zoll. Der Raval ist der erste Cupra mit dem neuen Android-Betriebssystem inklusive eigenem App-Store. Bei den Sitzen kommen verstärkt recycelte Stoffe zum Einsatz und wer will, kann sich mit dem Sennheiser-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern und 475 Watt beschallen lassen.
Bis zu 450 Kilometer Reichweite
Die Technik stammt aus dem VW-Konzernregal – angereichert mit einem Schuss Cupra. Im Vergleich zum ID. Polo liegt die Karosserie beim Raval um 15 Millimeter tiefer, die Spurweite ist um zehn Millimeter breiter. Der Auftritt will betont wuchtig-sportlich sein. Die DCC-Fahrwerksregelung bietet bis zu 15 Einstellungsstufen – von Komfort bis zur Performance-Abstimmung. Im Cupra-Modus werden die Dämpfer straffer, die Karosserie rollt weniger. Der Raval VZ setzt auf Agilität: Der Topsportler bietet ein noch sportlicheres Fahrwerk, einen ESC-off-Modus, 19-Zoll-Räder mit 235er-Pneus und eine e-Launch-Funktion mit entsprechender Animation. An der Vorderachse zähmt ein elektronisch geregeltes mechanisches Sperrdifferenzial die Antriebsräder.
Der neu entwickelte Elektromotor «APP 290» liefert 290 Nm Drehmoment. Die PowerCo-Einheitszellenbatterie ist flach in den Unterboden integriert. Durch den Verzicht auf Modulgehäuse reduziert sich das Gewicht, die Energiedichte steigt um rund zehn Prozent. Vier Varianten stehen beim Raval zur Auswahl. Die Basisversion kommt mit 116 PS (85 kW) und einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) mit einer Kapazität von 37 kWh. Der Raval Plus tritt mit den identischen Energiespeichern an, hat aber 135 PS (99 kW). Beide sollen rund 300 Kilometer weit kommen.
Laden mit bis zu 130 kW
Beim Endurance mit 211 PS (155 kW) sind es dann dank der 52-kWh-NMC-Batterie (Nickel-Mangan-Kobalt) schon rund 450 Kilometer Reichweite. Und das Topmodell VZ legt bei der Leistung mit 226 PS (166 kW) noch eine Schippe drauf. Die Akkus bleiben identisch, was für etwa 400 Kilometer reicht. Bei der Ladeleistung liefert der Cupra ordentlich ab, ist aber kein Spitzenreiter im Segment. Die 37-kWh-LFP-Batterie lädt an Schnellladesäulen mit maximal 90 kW in 27 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Bei der 52-kWh-NMC-Batterie dauert das Stromtanken zwischen diesen beiden Ladezuständen mit 130 kW lediglich 23 Minuten. Diese Ladeleistung ist dann schon eher zeitgemäss.
Mit einer Länge von 4,05 Metern ist der Spanier kein Raumwunder, ähnlich wie der VW ID. Polo. Der Skoda Epiq (4,10 m) ist dagegen praktischer und höher – halt SUV-typisch. Das wirkt sich auch aufs Kofferraumvolumen aus. Das ist beim Epiq mit 475 Litern um 45 Liter grösser als beim Raval mit 430 Litern. Im Sommer startet der Cupra Raval ab 35'550 Franken als Launch-Edition mit grossem Akku auf den Markt, ebenfalls startet dann der ab 41'800 Franken teure VZ. Die deutlich günstigere Basisversion (ab 26'700 Franken) mit kleinem Akku und deutlich weniger Reichweite folgt zu einem späteren Zeitpunkt.
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