Meistverkaufte Modelle 2025
Deutsche E-Autos haben in China keine Chance

China ist weltweit Spitzenreiter bei Stromern. Doch im Reich der Mitte dominieren einheimische Marken den Markt. Als einziger westlicher Hersteller kann Tesla die Dominanz durchbrechen.
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Der Geely Galaxy Xingyuan war 2025 der meistverkaufte Stromer im E-Auto-Land China.
Foto: Geely Galaxy

Darum gehts

  • In China werden zwei Drittel aller weltweit verkauften Stromer abgesetzt
  • Einheimische Modelle dominieren, einzig Tesla hat zwei Top-Seller
  • Deutsche Marken können in China fast nur Verbrenner verkaufen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Gabriel KnupferRedaktor News

China ist das Land der E-Autos. Im Reich der Mitte ist bereits jeder zweite Neuwagen ein Stromer. Und noch eindrücklicher: Zwei Drittel aller weltweit gebauten E-Autos werden in China verkauft.

Der riesige chinesische Markt ist damit das Traumziel jedes Autoherstellers. Doch ausländische Autokonzerne haben es nicht leicht: Bei den New Energy Vehicles (NEV) dominieren einheimische Marken, wie eine Auswertung der Fachplattform Car News China zeigt. Zum Verständnis: Unter dem Begriff NEV werden vor allem in China E-Autos und Plug-in-Hybride zusammengefasst.

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Von den zehn meistverkauften NEV-Modellen in China stammten 2025 acht aus dem eigenen Land. Einzig Tesla schaffte es mit Model Y und Model 3, die chinesische Dominanz zu durchbrechen.

«Auto der Zukunft wird in China entwickelt»

Was auffällt: Deutsche und japanische Autos, die seit vielen Jahren das Strassenbild in den chinesischen Städten prägen, fehlen auf der Liste. Toyota und VW gehören zwar weiterhin zu den grössten Anbietern im Land, doch sie verkaufen fast ausschliesslich Benziner und Hybride ohne Stecker.

«Wir haben ein massives China-Problem», sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer (74) bereits vor einem Jahr hinsichtlich der Krise bei VW. «Das Auto der Zukunft wird in China entwickelt.» Die einheimischen Elektroautos seien technisch top und böten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Unter 10'000 Franken

Dass der Preis eine Rolle spielt, beweist auch das Ranking der meistverkauften Modelle. Die Nummer 1 – der Geely Galaxy Xingyuan – startet bei umgerechnet rund 7500 Franken.

Noch günstiger ist der zweitplatzierte Kleinstwagen Wuling Hongguang Mini EV, der als Viertürer bereits ab 5000 Franken verkauft wird. Solche Preise sind nur deshalb möglich, weil die Produktionskosten in China deutlich tiefer sind als in Europa oder in Japan.

Dazu kommt ein harter Verdrängungskampf: Über 150 einheimische Marken kämpfen um die chinesischen Kunden. Bei diesem Preiskrieg wollen und können die deutschen Hersteller nicht mithalten – trotz Produktion in China und Modellen, die eigens für den dortigen Markt entwickelt wurden.

Fünf Modelle von BYD in den Top 10

Nicht nur bei den billigsten und kleinsten Modellen dominiert einheimisches Schaffen. Zwar konnte sich Tesla als Statussymbol behaupten. Doch sonst befindet sich kein einziges ausländisches Auto in den Top 10 der meistverkauften NEV-Modelle – dafür gleich fünf von BYD.

Der Techkonzern Xiaomi schafft es mit der sportlichen Limousine SU7 auf Platz sieben. Die chinesische Konkurrenz zum Model 3 startet bei umgerechnet 25'000 Franken und ist damit etwas günstiger als der vergleichbare Tesla (27'000 Franken). Das Tesla Model Y ist mit einem Startpreis von umgerechnet 30'000 Franken das teuerste Auto in den Top 10.

Schlecht für VW und Co.

Mit der zunehmenden Elektrifizierung verlieren die deutschen Hersteller den Anschluss. Der VW-Konzern, Mercedes und BMW verkauften 2025 in China weniger Autos als im Vorjahr. Bei Porsche brachen die Verkäufe um mehr als ein Viertel ein.

VW ist laut der Website Car News China zwar der meistverkaufte ausländische Autohersteller mit einem Marktanteil von über 22 Prozent bei den Verbrennern. Doch dieses Segment wird immer kleiner. Solange VW und Co. in China nur als Verbrenner-Hersteller wahrgenommen werden, dürfte die deutsche Autokrise nicht enden.

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