Darum gehts
- 77 Prozent der Batteriezellen kamen 2025 aus Asien
- Deloitte: Europäischen Herstellern entgehen bis 2030 rund 10,5 Milliarden Euro Gewinne
- In den nächsten vier Jahren werden in Europa 28 Millionen neue E-Autos gebaut
An China führt für Europas Autoindustrie kein Weg vorbei. Das gilt ganz besonders für E-Auto-Batterien. Nun zeigt eine neue Studie von Deloitte, dass diese Abhängigkeit sogar noch zunimmt.
Die Zahlen sind dramatisch: Letztes Jahr kamen 77 Prozent aller Batteriezellen aus Asien. 2024 waren es noch 70 Prozent. Europa schafft mickrige 13 Prozent.
Dazu kommt: 98 Prozent der europäischen Produktion wird von asiatischen Firmen kontrolliert. So unterhält beispielsweise der chinesische Batteriegigant CATL ein Werk in Debrecen, Ungarn.
Nachfrage explodiert
Das Problem: Die Nachfrage nach E-Auto-Batterien wird auf dem Kontinent weiter steigen – das ist politisch gewollt. Doch der europäischen Wirtschaft gehen dabei Milliarden durch die Lappen.
Knapp 28 Millionen Elektrofahrzeuge werden voraussichtlich bis 2030 in Europa produziert. Sie benötigen Batterien mit einer Kapazität von 1950 Gigawattstunden. Laut der Studie entgehen den europäischen Batterieherstellern über die kommenden vier Jahre Gewinne in Höhe von 10,5 Milliarden Euro, wenn sie diese nicht selbst herstellen.
Entscheidend für E-Auto-Preis
«Batterien bestimmen Reichweite, Leistung und Preis eines Elektroautos», sagt Harald Proff, Leiter des globalen Automobilsektors bei Deloitte. «Wenn europäische Hersteller hier nicht wettbewerbsfähig sind, werden die Absätze noch stärker unter Druck geraten.»
Europa müsse bei den Batterien die Abhängigkeit von China reduzieren, sagt Proff. Die Chinesen beherrschen bereits mehrere Schlüsseltechnologien für die Autoindustrie. So sind sie auch bei einfachen Chips und seltenen Erden führend.
Industrie braucht Planungssicherheit
«Die Hersteller forschen an neuen Batterietechnologien, doch die Probleme liegen bei der Finanzierung und der Industrialisierung», sagt Proff. Er fordert staatliche Unterstützung und eine europäische Strategie: «Fördermittel sollten nicht nur die Entwicklungsphase, sondern auch die ersten Betriebsjahre abdecken.»
Die Batterieproduktion sei eine langfristige Wette, die die europäischen Unternehmen noch gewinnen könnten. «Für die Investitionen braucht die Industrie langfristige Planungssicherheit und ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität.»
Klar ist: Chinas Vorsprung bei den Batterien ist bereits riesig. Und bis sich die EU auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt hat, wird der Abstand noch weiter wachsen.