CEO Ivan Espinosas radikale Strategie
Nissans neuer Weg aus der Krise

Nissan steckt tief in der Krise. Die Verkäufe kriseln, die Modelle spülen zu wenig Geld ein. Jetzt zieht Nissan-CEO Ivan Espinosa die Reissleine. Sein radikaler Sanierungsplan soll die Wende bringen – mit einer brutalen Absage an Europa.
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Mit dem neuen Sanierungsprogramm «Re: Nissan!» wollen die Japaner zu alter Stärke zurückfinden.
Foto: ZVG.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Nissan plant bis 2030 Sanierungsprogramm mit Fokus auf USA, China und Japan
  • Modellangebot wird reduziert: künftig 45 Modelle, nur noch 10 Produktionsstätten
  • In Europa nur noch Elektroautos, Ziel: 500'000 Verkäufe jährlich bis 2030
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Raoul SchwinnenRedaktor Auto & Mobilität

Re:Nissan! So heisst das neue Sanierungsprogramm, mit dem der japanische Autobauer bis 2030 zu alter Stärke zurückfinden will. Die Neuausrichtung beinhaltet unter anderem eine deutliche Abnabelung von den langjährigen Kooperationspartnern Renault und Mitsubishi. «Wir haben mit Renault erfolgreiche Projekte wie zuletzt den neuen Micra auf die Strasse gebracht – und weitere werden folgen», sagt Nissan-CEO Ivan Espinosa (47). Der gebürtige Mexikaner betont aber: «Wir sind an niemanden gebunden und schauen uns auch nach anderen Partnern um.»

Für eine erfolgreiche Neuausrichtung hat er drei Kernregionen definiert. So spielt für Nissan die Musik künftig in den USA, China und Japan. Europa dagegen rutscht auf der Prioritätenliste weit nach hinten – sogar hinter Mexiko. Der Grund: zu viel Bürokratie in der EU und horrende Produktionskosten.

Modellangebot wird zurückgefahren

Durch die ständigen Zoll-Scherereien ordnet Espinosa zudem die Verteilung der Produktion neu. So soll in den USA und China der Fertigungsgrad von aktuell rund 60 auf 80 Prozent steigen. In Amerika setzt zudem Nissans Edeltochter Infiniti mit vier neuen Modellen ein Ausrufezeichen. Und eine neue Generation hybrider Sechszylinderantriebe für grössere SUVs und Pick-ups soll zuletzt in den USA verlorene Nissan-Kundinnen und -Kunden zurückerobern. «Unsere neuen Modelle müssen in maximal 30 Monaten fertig entwickelt sein», fordert Espinosa von seinem Team. Und der hat die Botschaft offenbar verstanden. Das neue China-Modell N7 stand in nur gut zwei Jahren auf der Strasse.

Das ist der Nissan-Boss

Person: Ivan Espinosa (47), gebürtiger Mexikaner.
Karriere: Seit über 20 Jahren im Nissan-Konzern. Er war unter anderem Strategiechef in Europa und übernahm am 1. April 2025 den CEO-Posten von Vorgänger Makoto Uchida (59). Espinosa hat am Tecnologio de Monterrey Maschinenbau studiert und einen Abschluss der Harvard Business School.
Mission: Mit dem Sparprogramm «Re:Nissan» baut er den Autoriesen radikal um, streicht Modelle und senkt Kosten.
Privat: Der Manager hat Familie, spielt Tennis, Golf, Schlagzeug und fährt leidenschaftlich gern Töff.

Seit 1. April 2025 steht Ivan Espinosa bei Nissan ganz an der Spitze.
ZVG.

Person: Ivan Espinosa (47), gebürtiger Mexikaner.
Karriere: Seit über 20 Jahren im Nissan-Konzern. Er war unter anderem Strategiechef in Europa und übernahm am 1. April 2025 den CEO-Posten von Vorgänger Makoto Uchida (59). Espinosa hat am Tecnologio de Monterrey Maschinenbau studiert und einen Abschluss der Harvard Business School.
Mission: Mit dem Sparprogramm «Re:Nissan» baut er den Autoriesen radikal um, streicht Modelle und senkt Kosten.
Privat: Der Manager hat Familie, spielt Tennis, Golf, Schlagzeug und fährt leidenschaftlich gern Töff.

Zeitgleich strafft der Nissan-CEO das Modellangebot. Aktuell gibt es 56 Modelle in acht Produktfamilien – künftig sollen es nur noch 45 in drei Familien sein. Parallel dazu will Espinosa weltweit auch die Produktionsstätten von 17 auf 10 zurückfahren.

Nur noch Elektromodelle für Europa

Heisst das: Ofen aus für Europa? Nicht ganz. Bei den Benzinern wird der Stecker gezogen, doch als reine E-Auto-Zone darf Europa überleben. So wird im britischen Werk Sunderland neben dem Leaf bald auch der kürzlich vorgestellte Elektro-Juke gebaut. Bis 2030 sollen 500’000 verkaufte Elektroautos pro Jahr den Marktanteil von aktuell 2,2 auf mindestens 2,5 Prozent steigern. Bescheiden, wenn man weiss, dass der Nissan-CEO für USA und China jeweils 1 Million Verkäufe budgetiert. «Mit der aktuellen Regulatorik», schiesst Espinosa einen Giftpfeil Richtung Europa-Politik, «ist es halt nicht einfach, in Europa Geld zu verdienen.»

Nissan: Das bringt die Zukunft

Aussagen von Nissan-CEO Ivan Espinosa machen deutlich: Emotionale Verbrennermodelle wird es für Europa nicht mehr geben. Dafür weitere neue Elektroautos.

Die Verlierer: Dicke Verbrenner wie die Grossraumlimousine Elgrand, die SUVs Pathfinder und Patrol und ein allfälliger Nachfolger des Sportwagens Skyline GTR schaffen es wegen der strengen CO₂-Regeln nicht mehr nach Europa.

Die Gewinner: Europa wird zur reinen Elektrozone. Neben Ariya, Micra, Leaf und Juke wird ein weiterer neuer Elektro-Zwerg kommen, vermutlich ein Derivat des Renault Twingo.

Der Geheimplan: Um die Verkäufe anzukurbeln, will Espinosa zudem billigere E-Autos aus China nach Europa importieren. Heissester Kandidat für die Schweiz: der Elektro-SUV NX8 mit ultraschneller 800-Volt-Ladetechnik, der dem bislang bei uns nicht besonders erfolgreichen Ariya zur Seite gestellt werden könnte. Und der kleine Nissan Kicks, der sich als Einstiegscrossover im B-Segment auf einigen US-Märkten sehr gut verkauft, könnte bei uns eine bravere Alternative zum polarisierenden neuen E-Juke werden.

Kommt vielleicht schon bald in die Schweiz? Der Nissan E-SUV NX8 aus China.
ZVG.

Aussagen von Nissan-CEO Ivan Espinosa machen deutlich: Emotionale Verbrennermodelle wird es für Europa nicht mehr geben. Dafür weitere neue Elektroautos.

Die Verlierer: Dicke Verbrenner wie die Grossraumlimousine Elgrand, die SUVs Pathfinder und Patrol und ein allfälliger Nachfolger des Sportwagens Skyline GTR schaffen es wegen der strengen CO₂-Regeln nicht mehr nach Europa.

Die Gewinner: Europa wird zur reinen Elektrozone. Neben Ariya, Micra, Leaf und Juke wird ein weiterer neuer Elektro-Zwerg kommen, vermutlich ein Derivat des Renault Twingo.

Der Geheimplan: Um die Verkäufe anzukurbeln, will Espinosa zudem billigere E-Autos aus China nach Europa importieren. Heissester Kandidat für die Schweiz: der Elektro-SUV NX8 mit ultraschneller 800-Volt-Ladetechnik, der dem bislang bei uns nicht besonders erfolgreichen Ariya zur Seite gestellt werden könnte. Und der kleine Nissan Kicks, der sich als Einstiegscrossover im B-Segment auf einigen US-Märkten sehr gut verkauft, könnte bei uns eine bravere Alternative zum polarisierenden neuen E-Juke werden.

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