Darum gehts
- Deutsche Bundesländer starten vom 13. bis 19. April die Speedweek
- Fokus auf gefährliche Strecken und Gebiete mit Gefährdungslage
- Studie: Unfälle sinken nur vorübergehend, Wirkung nach Aktion nicht nachhaltig
Aufgepasst ennet der Grenze! Für Schweizer Autofahrer sind die Tempokontrollen in Deutschland üblicherweise nicht besonders streng. Doch Mitte April ziehen zahlreiche deutsche Bundesländer – zumindest vorübergehend – die Schraube an. Sie führen unter dem Namen Speedweek ihren jährlichen Blitzermarathon durch.
Vor allem auf unfallträchtigen Streckenabschnitten gibt es in der Woche vom 13. bis 19. April deutlich mehr Geschwindigkeitskontrollen. Ein weiterer Fokus gilt Gebieten mit besonderer Gefährdungslage – also beispielsweise Schulen, Baustellen, Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser. Betroffen sind Autobahnen, Bundesstrassen und Innerortsstrassen.
Schwerpunkttag am 15. April
Die Bundesländer Baden‑Württemberg und Bayern, die an die Schweiz grenzen, haben ihren Schwerpunkttag am 15. April. Andere Bundesländer wie beispielsweise Nordrhein‑Westfalen kontrollieren in der ganzen Woche vermehrt. Eine Liste der teilnehmenden Bundesländer gibt es auf der Webseite des deutschen Automobilclubs ADAC. An der Speedweek beteiligen sich auch Tschechien und Kroatien.
In Deutschland gibt es zudem vom 3. bis 9. August eine weitere Speedweek, ohne speziellen Blitzertag. Bei der Aktion in den Sommerferien beteiligen sich jeweils weniger Bundesländer.
Kritik aus der Wissenschaft
Mit den verstärkten Kontrollen will die Polizei an die geltenden Tempolimits erinnern. Die Aktionswoche findet seit 2012 regelmässig statt. Die Sanktionen für Geschwindigkeitsverstösse bleiben dabei selbstverständlich die gleichen, wie das ganze Jahr über.
Der Nutzen der Speedweek ist umstritten. Eine Studie der Uni Passau zeigt: Zwar gehen die Unfälle während des Blitzermarathons zurück. «Doch sobald die Blitzer wieder abgebaut sind, verpuffen die Effekte vollends», sagte Studienleiter Stefan Bauernschuster dem Sender NDR. «Wir schliessen daraus, dass diese Aktionstage keinerlei nachhaltige Effekte auf die Verkehrssicherheit in Deutschland haben.» Für manche Kritiker dient die Aktion deshalb eher als Einnahmequelle anstatt der Sicherheit.