Darum gehts
- Toni Piëch versucht seinen geerbten Bugatti für 23 Millionen Franken zu verkaufen
- Das Start-up Piëch Automotive steht angeblich finanziell und operativ vor dem Aus
- Über 60 Millionen Franken Investitionen, aber kein serienreifes Modell seit 2019
Diese Geschichte beginnt damit, dass mich letzte Woche Kollege Sönke Iwersen vom Recherche-Desk des deutschen «Handelsblatts» kontaktiert und fragt, ob ich weiterhin auf der Suche nach dem Besitzer des einst teuersten Serienautos aller Zeiten sei, dem Bugatti La Voiture Noire. Er fragt deshalb, weil er bei seinen Recherchen über einen Artikel von mir gestolpert ist, in dem ich vor vier Jahren über das auf den Strassen in der Stadt Zürich gesehene Einzelstück berichtete und über den möglichen Besitzer spekulierte.
Mein Interesse ist geweckt. Obwohl ich inzwischen weiss, dass der 2019 vorgestellte, 1500 PS starke und damals für 16,7 Millionen verkaufte Bolide nicht wie in vielen Medien spekuliert an Fussballstar Ronaldo (41), Modedesigner Ralph Lauren (86) oder den saudischen Prinzen Badr bin Saud (41) ging, sondern an den früheren VW-Patriarchen Ferdinand Piëch (1937–2019). Weil dieser aber Ende August 2019 verstorben ist und das exklusive «schwarze Auto» erst im Dezember 2021 fertig wurde, ging es schliesslich an den in der Schweiz lebenden Sohn und Erben Anton «Toni» Piëch (47).
Toni Piëch will sich beweisen
Und dieser Toni Piëch, der wie sein Vater das Eliteinternat Lyceum Alpinum in Zuoz GR besuchte, anschliessend Ostasienwissenschaften studierte, nach China ging und dort als Journalist und Medienunternehmer fürs chinesische Staatsfernsehen eine Dokumentarserie über die Geschichte des Automobils produzierte, will seit bald zehn Jahren mit einem eigenen Elektrosportwagen Autogeschichte schreiben. Er gründete dazu im steuergünstigen Kanton Zug das Start-up Piëch Automotive – wohl um der Gesellschaft zu beweisen, dass nicht nur sein Vater und sein Urgrossvater Ferdinand Porsche, sondern auch er Benzin und Unternehmertum im Blut hat.
La Voiture Noire (deutsch: das schwarze Auto) ist ein Einzelstück des zum VW-Konzern gehörenden Herstellers Bugatti. Es wurde im März 2019 am Genfer Salon als Konzeptfahrzeug vorgestellt und verkauft. Auf die Strasse kam es allerdings erst Ende 2021. Doch weshalb hat der 1500 PS starke, in 1,9 Sekunden auf Tempo 100 spurtende und über 400 km/h schnelle Superbolide eine derart umständliche Modellbezeichnung?
Bugatti versteht diese als Hommage an den ab 1936 hergestellten Bugatti Type 57 SC Atlantic. Von diesem Fahrzeug wurden vier Stück gebaut – drei für Kunden, das vierte nutzte Erbauer Jean Bugatti (1909–1939) privat. Um das exklusive, schwarz lackierte Fahrzeug während des 2. Weltkriegs vor dem Zugriff der deutschen Wehrmacht zu schützen, wurde es versteckt – und gilt seither als verschollen. Nach wie vor wird nach diesem schwarzen Auto gesucht. Sollte es je gefunden werden, dürfte dessen Wert weit über 100 Millionen Franken betragen.
La Voiture Noire (deutsch: das schwarze Auto) ist ein Einzelstück des zum VW-Konzern gehörenden Herstellers Bugatti. Es wurde im März 2019 am Genfer Salon als Konzeptfahrzeug vorgestellt und verkauft. Auf die Strasse kam es allerdings erst Ende 2021. Doch weshalb hat der 1500 PS starke, in 1,9 Sekunden auf Tempo 100 spurtende und über 400 km/h schnelle Superbolide eine derart umständliche Modellbezeichnung?
Bugatti versteht diese als Hommage an den ab 1936 hergestellten Bugatti Type 57 SC Atlantic. Von diesem Fahrzeug wurden vier Stück gebaut – drei für Kunden, das vierte nutzte Erbauer Jean Bugatti (1909–1939) privat. Um das exklusive, schwarz lackierte Fahrzeug während des 2. Weltkriegs vor dem Zugriff der deutschen Wehrmacht zu schützen, wurde es versteckt – und gilt seither als verschollen. Nach wie vor wird nach diesem schwarzen Auto gesucht. Sollte es je gefunden werden, dürfte dessen Wert weit über 100 Millionen Franken betragen.
Der 2019 am Genfer Autosalon erstmals gezeigte Elektro-Sportwagenprototyp Piëch Mark Zero vom jungen Start-up sorgte für Aufsehen. Doch die Entwicklung eines neuen Autos ist extrem teuer. Knapp eine halbe Milliarde Euro Entwicklungskosten seien nötig, sagte uns Piëch damals in einem Interview. 60 bis 80 Millionen sollen damals ins junge Unternehmen geflossen sein – viel Geld kam wohl von Piëch selbst. Aber auch prominente Geldgeber wie Silicon-Valley-Investor Peter Thiel (58) oder Nestlé-Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke (71) sollen Millionen in Piëchs Traum investiert haben. Und der Zeitplan war sehr ehrgeizig: Das erste Serienmodell sollte schon 2020 auf die Strasse kommen.
Das eigene Auto bleibt ein Traum
Doch längst ist es wieder still um Piëch Automotive geworden. Ein serienfertiges Auto gibt es weiterhin nicht. Und was zu Beginn nach aussen glänzte, scheint aktuell stillzustehen. Die einst ins Projekt integrierten prominenten Automanager wie der frühere VW-Vorstandschef Matthias Müller (72) oder Ex-Tesla-Europachef Jochen Rudat (45) sind beim Start-up schon lange wieder ausgestiegen. Genauso wie der einstige Mitgründer und Prototyp-Chefentwickler Rea Stark Rajcic (42) oder der erste CEO und Chefingenieur Klaus Schmidt (72). Und auch die Verpflichtung des langjährigen Chefs von AMG-Mercedes und späteren CEO von Aston Martin, Tobias Moers (59), vor knapp vier Jahren als neuer Geschäftsführer verhalf dem Projekt offenbar nicht zum erhofften Schub.
Gemäss Recherchen des «Handelsblatts» stecken Toni Piëch und sein Projekt in der Sackgasse. 2019 war sein Vater Ferdinand, ein Jahr später Mutter Marlene gestorben. Beide Todesfälle brachten ihm erheblichen Vermögenszufluss. Doch sein Start-up schluckt alles, was er hat. Und so greift er zu radikalen Mitteln, verkauft erst Gemälde seiner Mutter und versucht dann den vom Vater geerbten Bugatti zu veräussern. Ein Leichtes, sollte man meinen. Schliesslich ist der Bugatti Voiture Noire ein Unikat und eine Hommage an den legendären, nur viermal von 1936 bis 1938 gebauten Bugatti Type 57 SC Atlantic – und daher bei betuchten Sammlern sehr begehrt.
La Voiture Noire als Rettungswagen
So wurde La Voiture Noire vor einem halben Jahr auf der Verkaufsplattform SBX Cars, hinter der die als «Supercar Blondie» bekannte Influencerin Alex Hirschi steckt, für 27 Millionen Franken angeboten. Doch wenige Tage später war das Angebot wieder verschwunden. Weshalb, wollen die Beteiligten gemäss «Handelsblatt» nicht verraten. Kürzlich bot AMYP Ventures, also jene Firma, mit der Toni Piëch all seine geschäftlichen Aktivitäten abwickelt, den exklusiven Bugatti an – allerdings «nur» noch für 23 Millionen Franken. Setzte Piëch im September noch auf die Reichweite von Supercar Blondie, sollte jetzt der Deal im Geheimen stattfinden. «Keine Auktion, keine öffentliche Vermarktung, keine Medienaufmerksamkeit», steht in den entsprechenden Verkaufsunterlagen.
Die Frist für Gebote lief Ende Februar aus – und es ist bis heute unklar, ob Toni Piëch einen Käufer für sein Erbstück gefunden hat. Er antwortet dazu weder dem deutschen «Handelsblatt», noch reagiert er beziehungsweise sein Geschäftsführer Tobias Moers auf eine Anfrage von Blick. Und so ist also wieder offen, in wessen Besitz das Bugatti-Einzelstück La Voiture Noire ist – und auch, wie es mit Piëch Automotive weitergeht.
Wird Piëch Automotive jetzt chinesisch?
«Handelsblatt»-Kollege Sönke Iwersen vermutet, dass Piëch Automotive bei einem chinesischen Grosskonzern (Chery?) unterkommen könnte. Das würde allerdings Toni Piëchs Ursprungsidee, den Autostandort Europa zu verteidigen, widersprechen. Denn wie sagte er noch vor zehn Jahren: «Es kann nicht angehen, dass wir auf der Start-up-Seite, auf der Innovationsseite nicht so viele Sachen haben, die aus Europa kommen.»
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