Schrauben für den Traum
Über 80 Winterthurer Studis bauen 190-PS-Rennwagen

Zurich UAS Racing will mit dem neu entwickelten ZUR06-Elektrorenner in der Formula Student hervorstechen. Über 80 Studenten der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) schrauben in ihrer Freizeit an ihrem Traum, Motorsport auf höchstem Niveau zu erleben.
Kommentieren
1/29
In der Werkstatt von Zurich UAS Racing in Winterthur ZH opfern über 80 Studierende der ZHAW ihre Abende und Samstage.
Foto: Juan Thomas

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die ZHAW präsentiert den elektrischen Rennwagen ZUR06 in Winterthur mit 190 PS Leistung
  • Aerodynamik und Antrieb wurden für mehr Speed und Stabilität komplett überarbeitet
  • Ziel 2026: Eine Topplatzierung unter den über 600 Hochschulteams weltweit
Juan_Thomas_Praktikant Auto & Mobilität _Blick Gruppe_3-Bearbeitet.jpg
Juan ThomasRedaktor Auto & Mobilität

Karbon schleifen, Kabel verlegen, Fahrwerke montieren: In der Werkstatt von Zurich UAS Racing in Winterthur ZH opfern über 80 Studierende der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ihre Abende und Samstage. Das ist keine Bastelarbeit – hier entsteht Hochtechnologie. Konkret: ein elektrischer Rennwagen, der sich mit jenen der besten Formula-Student-Teams der Welt misst.

Mit dem neuen Elektrorenner ZUR06 präsentiert der ZHAW-Rennstall dieses Jahr seinen bislang ambitioniertesten Boliden: 190 PS Systemleistung, knapp 1500 Nm Drehmoment, unter drei Sekunden von 0 auf 100 km/h und nur 215 Kilo Gesamtgewicht. Die technischen Daten des Studi-Flitzers lesen sich wie die eines professionellen Rennfahrzeugs.

Die Formula Student gilt seit Jahren als eine der weltweit anspruchsvollsten Nachwuchsplattformen für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure. Teams aus Universitäten und Fachhochschulen entwickeln und bauen innerhalb eines Jahres einen kompletten Rennwagen. Bewertet wird dabei nicht nur die Leistung auf der Rennstrecke. Auch Businesspräsentationen, Kostenplanung, Fertigungsprozesse und Engineeringkonzepte fliessen in die Gesamtbeurteilung ein. In der Formula Student gewinnt also nicht einfach das schnellste Auto, sondern das Team mit dem besten Gesamtpaket.

Formula Student: Wettbewerb der Ingenieure

Die Formula Student ist der weltweit grösste Wettbewerb für Ingenieure, der jährlich stattfindet. Gegründet von der Society of Automotive Engineers im Jahr 1981, fand der erste Wettbewerb in Europa 1998 statt. Derzeit treten über 600 Teams von Universitäten aus der ganzen Welt mit ihren selbst konstruierten Rennwagen gegeneinander an. Sieger ist nicht unbedingt das Team mit dem schnellsten Auto, sondern jenes mit dem besten Paket aus Konstruktion, Leistung, Finanzplanung und Verkaufsargumenten.

Die Formula Student ist der weltweit grösste Wettbewerb für Ingenieure, der jährlich stattfindet. Gegründet von der Society of Automotive Engineers im Jahr 1981, fand der erste Wettbewerb in Europa 1998 statt. Derzeit treten über 600 Teams von Universitäten aus der ganzen Welt mit ihren selbst konstruierten Rennwagen gegeneinander an. Sieger ist nicht unbedingt das Team mit dem schnellsten Auto, sondern jenes mit dem besten Paket aus Konstruktion, Leistung, Finanzplanung und Verkaufsargumenten.

Und genau dort sieht das ZHAW-Team Zurich UAS Racing seine Stärke. Vertreter und Vertreterinnen von über 22 Studiengängen arbeiten beim Projekt zusammen – darunter Maschinentechnik, Elektrotechnik, Informatik, Wirtschaft und Kommunikation. Organisiert wird das Grossprojekt in verschiedenen Subteams mit klaren Verantwortlichkeiten. Ohne Struktur wäre ein Projekt dieser Komplexität neben dem Studium für die Teammitglieder nicht machbar. Und diese zahlt sich aus: Seit der ersten Teilnahme 2021 erreichte man von über 600 teilnehmenden Hochschulen und Unis zuletzt die Top 100.

Zusammenspiel zwischen Schule und Industrie

Finanziert wird das Projekt hauptsächlich über die Unterstützung von Industriepartnern und Sponsoren. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und Institutionen. Neben der ZHAW unterstützen unter anderem die Mechatronik Schule Winterthur, das Schweizer Technologieunternehmen Jossi AG und Hitachi das Studententeam. Viele Bauteile für den Racer entstehen so in enger Zusammenarbeit mit Lernenden oder Partnerfirmen aus der Region. So schafft das Projekt nicht nur technische Innovation, sondern auch wertvolle Verbindungen zwischen Ausbildung und Industrie.

Die Motivation fürs Projekt geht für viele Teammitglieder weit übers Studium hinaus. «Wir entwickeln nicht nur theoretische Konzepte, sondern bauen ein echtes Elektrorennfahrzeug und übernehmen dabei viel Verantwortung», erklärt Leo Pavlovic (24), Co-Leiter des Mechanikteams. Aber die emotionalen Momente des Projekts bleiben dafür lange in Erinnerung. Zum Beispiel das jährliche Roll-out – wenn der fertige Bolide erstmals vor Teammitgliedern und Partnern in der Öffentlichkeit präsentiert wird. Wie dieses Jahr Anfang Juni, als im Haus Albert Frey in Winterthur der neue Bolide für die Saison 2025/26 enthüllt wurde.

Auch wir sind dabei und warten gespannt auf die Vorstellung des neuen Elektrorenners ZUR06. Auf den ersten Blick sieht der Bolide seinem Vorgänger sehr ähnlich. Einzig die Lackierung ist schlichter. Die dynamischen Linien in verschiedenen Blautönen erinnern an die Zürcher Fachhochschule. Doch technisch ist der ZUR06 eine Revolution – gleich mehrere Schlüsselbereiche wurden komplett überarbeitet. Vor allem die Aerodynamik, der Antrieb und die Akkus standen im Fokus der Entwicklung. Der neue ZUR06 klebt jetzt förmlich auf der Strasse. Sein neues Aeropaket presst den Wagen bei Tempo 100 mit 177 Kilo auf den Asphalt. Flügel, Seitenkästen und Unterboden wurden komplett neu abgestimmt. Das erlaubt deutlich mehr Speed in Kurven.

Vier Radnabenmotoren mit total 190 PS

Angetrieben wird der Renner von vier E-Motoren direkt in den Radnaben. Gemeinsam bringen sie eine Systemleistung von 190 PS (140 kW). Zahlreiche Komponenten wurden mit Blick aufs Gewicht und für eine bessere Performance in aufwendiger Handarbeit überarbeitet und meist durch Karbonteile ersetzt.

Der Bolide im Überblick: Die technischen Daten zum ZUR-06
  • Systemleistung: 190 PS (140 kW)
  • Maximales Gesamtdrehmoment: 1488 Nm
  • Antriebskonzept: 4x DTI-Elektromotoren als In-Hub-Radnabenantrieb (je 35 kW Peak-Leistung, 31,6 Nm Drehmoment bei bis zu 20'000 U/min)
  • Energiespeicher: Hochvolt-Akkumulator mit Lithium-Polymer-Zellen (Li-Po), 600 V und 7,9 kWh Kapazität
  • Gesamtgewicht: 215 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
  • Beschleunigung (0–100 km/h): in unter 3,0 Sekunden
  • Chassis und Struktur: Hochfester Stahl-Gitterrohrrahmen, ausgelegt auf maximale Verwindungssteifigkeit
  • Aerodynamik: 177 kg Anpressdruck (Downforce) bei 100 km/h
  • Systemleistung: 190 PS (140 kW)
  • Maximales Gesamtdrehmoment: 1488 Nm
  • Antriebskonzept: 4x DTI-Elektromotoren als In-Hub-Radnabenantrieb (je 35 kW Peak-Leistung, 31,6 Nm Drehmoment bei bis zu 20'000 U/min)
  • Energiespeicher: Hochvolt-Akkumulator mit Lithium-Polymer-Zellen (Li-Po), 600 V und 7,9 kWh Kapazität
  • Gesamtgewicht: 215 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h
  • Beschleunigung (0–100 km/h): in unter 3,0 Sekunden
  • Chassis und Struktur: Hochfester Stahl-Gitterrohrrahmen, ausgelegt auf maximale Verwindungssteifigkeit
  • Aerodynamik: 177 kg Anpressdruck (Downforce) bei 100 km/h

Besonders stolz ist das Team auf den komplett neu entwickelten Antrieb sowie auf die zentrale Fahrzeugelektronik. Die technische Herausforderung war enorm. Man muss sich vorstellen: Im Inneren einer 10-Zoll-Felge müssen ein E-Motor, ein zweistufiges Planetengetriebe, die Bremsanlage, Wasserkühlung, Sensorik und Fahrwerksanbindungen gleichzeitig Platz finden. «Hier zählt jeder einzelne Millimeter», erklärt uns Leo Pavlovic. Die Integration dieser Systeme sei ein ständiger Kompromiss zwischen Leichtbau, Kühlung, Stabilität und Packaging gewesen.

Fährt der ZUR06 bald auch autonom?

Bald startet das ZHAW-Team mit dem ZUR06 zu Rennen in der Schweiz, Deutschland, Spanien und Frankreich. Sportlich steht dabei vor allem die Zuverlässigkeit im Fokus. Doch es soll auch weiter nach vorne gehen. Nach den ständigen Fortschritten der vergangenen Jahre will sich das Team jetzt langfristig unter den besten Fachhochschulteams der Welt etablieren.

Parallel dazu tüftelt Zurich UAS Racing bereits an den Technologien der Zukunft – dem autonomen Fahren. Langfristig soll ihr Rennwagen eine Strecke selbstständig erkennen und ohne Fahrer auskommen. Doch bis es so weit ist, liegt der Fokus auf der Abstimmung des aktuellen Boliden – und das ganze Team freut sich auf jenen Moment, wenn der ZUR06 diese Saison zum ersten Mal aus eigener Kraft auf die Rennstrecke rollt. Genau für solche Momente investieren die Studierenden Woche für Woche unzählige Arbeitsstunden – für ihren Traum, Motorsport und Ingenieurskunst auf höchstem Niveau selbst zu erleben.

Mit FinanceScout24 und Blick Prämien vergleichen

Blick und FinanceScout24 haben einen neuen, transparenten Autoversicherungsvergleich lanciert. Dieser Vergleich zeigt basierend auf einem Matchingscore die passenden Versicherungen an und sortiert die Ergebnisse nach Preis. Dank des direkten Leistungs- und Preisvergleichs können Sie sofort Angebote einholen und auch direkt abschliessen. Hier geht es zum Rechner inkl. Exklusiv-Angebot.

Blick und FinanceScout24 haben einen neuen, transparenten Autoversicherungsvergleich lanciert. Dieser Vergleich zeigt basierend auf einem Matchingscore die passenden Versicherungen an und sortiert die Ergebnisse nach Preis. Dank des direkten Leistungs- und Preisvergleichs können Sie sofort Angebote einholen und auch direkt abschliessen. Hier geht es zum Rechner inkl. Exklusiv-Angebot.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen