Darum gehts
- 60. Easter Jeep Safari zieht Offroad-Fans aus der ganzen Welt nach Moab, USA
- Ein Fan hat einen Willys Jeep aus weggeworfenen Teilen zusammengebaut
- Moab-Rim-Trail: Ein Unfall im 2021 endete hier tödlich
Jedes Jahr zur Osterzeit verwandelt sich das 8000-Seelen-Nest Moab in einen Ort für Jeep-Jünger, die aus allen Winkeln der Erde in den US-Bundesstaat Utah pilgern, um sich und ihre Lieblingsmarke zu feiern. Dieses Jahr findet die Easter Jeep Safari, kurz EJS, zum 60. Mal statt. Was einst als legere Zusammenkunft einiger eingefleischter Offroad-Fans begann, ist heute eine Institution. Moab platzt an Ostern aus allen Nähten, die Hotels sind ausgebucht, und auf den Strassen stauen sich die imposanten Geländewagen Stossstange an Stossstange.
Die Easter Jeep Safari ist weder eine sterile Automesse noch ein klassisches Festival. Sie ist ein rollendes Freilufttheater – mit Hauptdarstellern aus Blech. Wir entdecken viele Jeep Wrangler Rubicons, einen Cherokee XJ mit Stahlfelgen und Narben, die noch mehr erzählen als der astronomische Meilenstand auf dem Tacho. Dahinter folgen einige mit Mopar-Elementen wie chromglänzenden Seilwinden geschniegelte Jeep-Modelle – und dann der Gegenentwurf: ein Willys Jeep der CJ-Reihe von 1946. Zumindest aus der Ferne. Beim näheren Hinsehen entpuppt sich das Vehikel als eine Art automobiler Frankenstein. «Ich habe das Fahrzeug aus Teilen zusammengebaut, die andere wegwerfen», sagt Besitzer Mike Tarvin stolz.
Patronenhülse als Schaltknauf
Der freundliche Mann aus Phoenix (Arizona) hat sich auf die Restaurierung solcher Fahrzeuge spezialisiert und pflegt einen ganz eigenen Humor, der typisch für die hartgesottene US-Offroad-Szene ist. So bestehen die Schaltknäufe in seinem Jeep aus einem Duschkopf, einem Türgriff und einer Patronenhülse. Und auf dem rechten vorderen Kotflügel steht hingepinselt in schwarzen Buchstaben «Flat-ulence». Ein schräges Wortspiel, das sowohl das englische «flatulence» (Blähungen) als auch das Wort «flat» (platt, wie bei einer Reifenpanne) aufgreift. Doch die rustikale Optik ist nicht nur Show. Auch Tarvins Jeep wird über die anspruchsvollen Offroad-Trails gescheucht.
Wer Moab sagt, meint auch die atemberaubende Natur des Colorado-Plateaus mit seinem roten Sandstein, tiefen Canyons und markanten Felsformationen, die auch als Kulisse für viele John-Wayne-Western diente. Doch die pittoreske Schönheit täuscht. Es lauern überall Gefahren, wenn die Offroad-Fans zu leichtfertig oder übermotiviert zur Sache gehen. Viele der anspruchsvollen Pisten entstanden in den 1950er-Jahren, als in der Gegend der Uranabbau florierte. Damals waren die hohen Steinstufen, die scharfen Kanten und die schmalen Pfade entlang tiefer Schluchten wohl noch schwerer zu bezwingen als heute. Der rote feinkörnige Sandstein zeichnet sich durch einen hohen Quarzanteil sowie eine einheitliche Korngrösse aus und ist, anders als der typische Dünen- oder Strandsand, besonders griffig. Ideale Voraussetzungen für die grobstolligen Reifen der Jeeps, um genug Traktion für die Kraxlerei zu finden.
Extrem anspruchsvolle Trails
Doch allein schon die Namen der über 150 Offroad-Trails – total rund 4000 Meilen (circa 6400 Kilometer) – sind Indiz dafür, dass sich die Postkartenromantik schnell in eine tragische Szenerie verwandeln kann: «Hell’s Revenge» (Rache der Hölle) oder «Poison Spider Mesa» (Giftspinnentafelberg) klingen nicht nur fies, sie sind es auch. Die Erinnerungen an den letzten Unfall sind noch relativ frisch: Vor fünf Jahren starben zwei Menschen auf dem Moab-Rim-Trail, als ihr Jeep rückwärts über eine Klippe abstürzte. Mehr Glück hatten 2024 die Insassen eines Chevy S-10 Blazer, der sich beim Abstieg vom «Lion’s Back» (Löwenrücken) überschlug: Auf der Abfahrt der extrem steilen Steinstrecke mit 65 bis 70 Prozent Gefälle war der Chevy leicht von der Ideallinie abgekommen, begann zu rutschen und kugelte schliesslich den Hang hinunter. Seit diesem Vorfall (mit glücklicherweise glimpflichem Ausgang für die Besatzung) ist diese Strecke gesperrt.
Doch wer die berühmt-berüchtigten Trails bezwingt, berichtet abends bei einem Drink gerne auch stolz darüber. Die Moab Brewery ist denn auch so etwas wie das inoffizielle Fahrerlager der selbst ernannten Offroad-Helden. Dort sitzen sie mit Biergläsern, Burgern und rot verbrannten Gesichtern. Die Stimmung ist locker, die Geräuschkulisse laut. «Mann, ich wäre beinahe nicht mehr hier», berichtet einer der Abenteurer. Was ihn aber nicht davon abhält, schon am nächsten Tag wieder in die traumhaft schöne Landschaft zu starten. Kein Wunder, die Abendstimmung während der Easter Jeep Safari ist einzigartig. «Rolling into the vibes» (zu Deutsch etwa: Atmosphäre aufsaugen und sich treiben lassen) lautet das Motto. Und in Moab endet der Tag nicht draussen in der Natur, sondern bei Neonlicht zwischen Holzstühlen und in Reichweite eines Zapfhahns.
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