Nach dem Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig-Halle am Mittwoch suchen Ermittler nun fieberhaft nach einer zweiten Drohne.
Wie «Bild» berichtet, ist am Donnerstag ein DHL-Frachtflieger auf dem Weg zur Landung mit einem unbekannten Flugobjekt in 500 bis 600 Metern Höhe kollidiert. Der Pilot musste durchstarten und wich nach Hannover aus, wo leichte Schäden am Frontbereich des Flugzeugs festgestellt wurden.
Kamera-Drohne sollte Anschlag filmen
Ein Vogelschlag wurde ausgeschlossen, da keine Blutspuren gefunden wurden. Ermittler vermuten, dass es sich bei der Drohne um eine sogenannte Beobachtungsdrohne mit Kamera gehandelt haben könnte, die dazu dienen sollte, den Sprengstoffanschlag zu dokumentieren. Nun suchen die Einsatzkräfte die Piste nach Trümmerteilen ab.
Noch am selben Tag sprengte die Polizei die erste Drohne kontrolliert auf dem Flughafengelände. Nach Informationen von «Bild» handelte es sich bei dem Sprengstoff um den militärischen Plastiksprengstoff Semtex, der auch beim Lockerbie-Anschlag 1988 verwendet wurde.
Waren es die Russen?
Wer für den versuchten Drohnen-Anschlag verantwortlich sein soll, ist nicht geklärt. Wie «Bild» am Donnerstagnachmittag aber schreibt, habe der prominenter Kreml-Propagandist Alexander Sosnowski (70) für das russische Regime reklamiert.
«Sie wissen alle natürlich gut, dass in Leipzig eine Drohne gefunden wurde, die sich neben einem ukrainischen Antonow-Flugzeug befand. Dort befindet sich ihr Stützpunkt. Aber sie ist nicht explodiert», sagt er in einem Video auf Youtube. Dass sie nicht explodiert sie, habe daran gelegen, dass der Zünder defekt gewesen sei.
Für Propagandisten ist klar, dass Russland verantwortlich zu machen ist. Die Äusserung des Propagandisten unterscheidet sich jedoch von der Kreml-Linie. Das Regime von Diktator Wladimir Putin (73) bestreitet stets jegliche Verantwortung für Geheimdienst- oder Militäroperationen in der EU.
Spezialteams im Einsatz
Rund zweihunder Einsatzkräfte der Polizei durchkämmen seitdem die Nordpiste und angrenzende Wiesen nach Überresten der zweiten Drohne. Bisher ohne Erfolg.
Inzwischen hat das Terror- und Abwehrzentrum des Landeskriminalamtes in Dresden die Ermittlungen übernommen. Rund 100 Spezialisten arbeiten in einer neu gebildeten «Besonderen Aufbauorganisation» an der Aufklärung des Falls.