Darum gehts
- Tauchsafariboot Galatea sank am Freitag 250 km südlich von Mahé
- Drei Personen vermisst, darunter zwei Schweizer, Suchaktionen laufen weiter
- 13 Menschen an Bord, 10 gerettet, 7 Schweizer betroffen
Die Ermittlungen zum Tauchboot-Drama auf den Seychellen laufen auf Hochtouren. Mittlerweile ist bekannt, wem das am Freitagmorgen gesunkene Tauchsafariboot Galatea gehört: Der Eigentümer und Betreiber des Schiffs Galatea ist ein 61-jähriger französischer Staatsbürger aus dem Bezirk Beau Vallon auf der Insel Mahé.
Am Montag musste er vor dem obersten Gerichtshof der Seychellen antraben, weil er unter Verdacht seht, das Schiff versenkt zu haben. Der oberste Gerichtshof ordnete eine 14-tägige Untersuchungshaft für ihn an, wie die «Seychelles News Agency» schreibt.
13 Personen auf dem Schiff
Laut der Polizei wird gegen den 61-Jährigen wegen «rücksichtslosem und fahrlässigem Handeln» und wegen «Beförderung von Personen auf dem Wasser gegen Entgelt auf einem unsicheren oder überladenen Schiff» ermittelt.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sollen sich zum Unglückszeitpunkt 13 Personen auf dem Schiff aufgehalten haben.
Bisher wurde noch keine vollständige Passagierliste veröffentlicht. Das EDA bestätigte am Sonntag allerdings gegenüber Blick, dass sich unter den Passagieren sieben Schweizer Staatsangehörige befanden. Der Rest der Besatzung stammt laut dem «Dive Magazine» von den Seychellen.
10 Menschen gerettet
Gemäss lokalen Medienberichten wurden unmittelbar nach dem Untergang des Bootes neun Personen gerettet. Diese seien mit einem Beiboot zur nahe gelegenen Insel Desroches gebracht worden, wo man sie medizinisch versorgt habe. Anschliessend seien sie auf die Hauptinsel Mahé gebracht worden.
Wie die Behördenvertreter an einer Pressekonferenz mitteilten, befänden sich die geretteten Personen in einem Schockzustand. Gesundheitlich seien sie aber stabil. Auch die EDA-Sprecherin Mélanie Gugelmann teilte am Sonntag mit, dass es den geretteten Schweizer Staatsangehörigen den Umständen entsprechend gut gehe.
Am Freitagnachmittag retteten Einsatzkräfte eine weitere Schweizerin aus dem Wasser und brachten sie in ein Krankenhaus auf der Insel Mahé. Dort sei die Frau wegen eines Schocks, eines Sonnenbrandes und leichter Unterkühlung behandelt worden.
Drei Personen vermisst
Drei Personen werden weiterhin vermisst. Dabei handelt es sich um zwei Schweizer Staatsangehörige, eine Frau und einen Mann, die als Touristen auf dem Boot waren. Die dritte vermissten Person soll ein einheimisches Besatzungsmitglied sein. Wie die «Seychelles News Agency» schreibt, laufen die Such- und Rettungsmassnahmen zur Lokalisierung der Vermissten weiter.
Laut den lokalen Behörden war das Schiff am letzten Freitag kurz nach dem Absetzen eines Notrufs um 5.37 Uhr (Ortszeit) vor der abgelegenen Seychellen-Insel Marie-Louise gesunken. Der Unglücksort befindet sich mehr als 250 Kilometer südlich von der Hauptinsel Mahé entfernt.
Das Boot Galatea ist 30 Meter lang und 6,2 Meter breit. Das ursprünglich türkische Boot mit einem Rumpf aus Stahl wurde im Jahr 1987 gebaut. Wie das «Dive Magazine» schreibt, wurde es im Jahr 2010 von der in den Seychellen ansässigen Firma Blue Sea Divers gekauft. Im Jahr 2012 soll die Firma das Boot vollumfänglich repariert, renoviert und technisch erneuert haben. Erst ein Jahr später sei das Boot erstmals als Tauchsafarischiff eingesetzt worden.