«Sie sagten alle: ‹Wir lieben Sie›»
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Trump zu Nato-Treffen:«Sie sagten alle: ‹Wir lieben Sie›»

Trump taumelt zwischen Iran-Krieg, Rüstungspoker und Ego-Show
«Jetzt lacht keiner mehr über uns»

Donald Trump ist aktuell unberechenbar. Er lässt den Iran-Krieg wieder anlaufen und kritisiert die Nato-Verbündeten immer härter. Am Mittwochabend spricht er erneut vor der Presse. Es ist eine Mischung aus Selbstinszenierung, Rutte-Lob und Rüstungspoker.
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US-Präsident Donald Trump ist stinkhässig auf die europäischen Nato-Verbündeten.
Foto: keystone-sda.ch
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Marian NadlerRedaktor News
08.07.2026, 18:55 Uhr

Die Pressekonferenz in Kürze

Am Mittwoch merkte man wieder, wie sehr Trump dazu neigt, vom eigentlichen Thema abzuschweifen.
Foto: keystone-sda.ch

US-Präsident Donald Trump (80) hat am Nato-Gipfel in Ankara seine harte Linie gegenüber dem Iran bekräftigt. Er schloss einen Deal mit Teheran nicht aus, betonte aber, der Iran dürfe «niemals» Atomwaffen besitzen. Sollte der Iran weiter angreifen, würden die USA «viel härter» zurückschlagen. Einen langfristigen Krieg strebe Washington jedoch nicht an.

In seiner Pressekonferenz lobte Trump Nato-Generalsekretär Mark Rutte in den höchsten Tönen und sprach von grosser Einigkeit unter den Bündnispartnern. Er zeigte sich überzeugt, dass die Nato-Staaten ihre Verteidigungsausgaben weiter erhöhen werden und verwies darauf, dass US-Rüstungsfirmen von den steigenden Investitionen profitieren würden. 

Daneben schweifte Trump mehrfach vom eigentlichen Thema ab: Er pries seine Zollpolitik, bezeichnete sich als «Nummer 1 auf Tiktok», wetterte gegen den Kommunismus und kritisierte Spanien, weil das Land die USA im Iran-Konflikt angeblich nicht ausreichend unterstützt habe. Zudem lobte er die Beziehungen zur Türkei und erklärte, auch China habe den USA zuletzt mehr Respekt entgegengebracht.

08.07.2026, 18:46 Uhr

«Spanien wollte uns nicht helfen»

Nun bekommt Spanien sein Fett weg. «Sie wollten uns nicht helfen», sagt Trump. 

Im Anschluss geht es um die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA. Unter Biden hätten die USA eine schlechte Beziehung zur Türkei gehabt. «Aber das hat sich geändert.» Die Türkei sei ein sehr grosses Land, «das zweitstärkste in der Nato». 

«Wissen Sie, wer auch gut zu uns war: China. Sie sind nie in den Krieg eingetreten», sagt Trump anschliessend. «Sie haben mehr Respekt denn je für unser Land», sagt er noch und verschwindet von der Bühne.

08.07.2026, 18:41 Uhr

Trump will keinen langfristigen Krieg

Nun geht es um mögliche Anschlagspläne des Irans auf Trump. «Es ist ein sehr gefährlicher Beruf. Ich bin die Nummer eins auf ihrer Tötungsliste. Mir gefällt es mehr, die Nummer eins auf Tiktok zu sein.» 

Trump wird nicht an Bord der neuen Air Force One zurück nach Washington fliegen. Stattdessen wird sie US-Soldaten in Europa vorgeführt, sagt Trump.

Erneut zurück zum Iran-Krieg: «Wenn sie zuschlagen, schlagen wir viel härter zu. Es wird schnell vorbeigehen und alles günstiger machen», verspricht Trump. «Wir haben viel Öl. Wir suchen nichts Langfristiges», macht Trump deutlich.

08.07.2026, 18:38 Uhr

«Das ist wichtiger als der Ölpreis»

Zurück zum Iran: «Ich bin nicht sicher, ob ich einen Deal machen will», sagt Trump. Was passiert jetzt? «Wir werden den Iran niemals mit Atomwaffen sehen. Das ist wichtiger als der Ölpreis. Wahnsinnige sollten keine Kontrolle über Atomwaffen haben.»

Wer die Uran-Vorräte der Iraner holen wolle, würde in die Luft gesprengt. Ex-US-Präsident Barack Obama habe gedacht, er könne sich den Frieden mit den Mullahs erkaufen. «Du kannst das nicht tun.

08.07.2026, 18:33 Uhr

«Kommunismus funktioniert nicht»

Jetzt spricht Trump über seine Migrationspolitik. «Ihr seid glücklich, dass wir diese Wahl gewonnen haben.» 

Trump setzt zu einem Vortrag über Kommunismus ab. «Kommunismus lässt sich leicht verkaufen», sagt er. «Kommunismus ist ein Desaster», sagt er fast im gleichen Atemzug. Menschen würden ihre Häuser genommen und an andere Menschen verteilt werden. «Ich spreche überall darüber, auf Tiktok, hier. Es funktioniert nicht. Was funktioniert sind die USA.» Der Kommunismus sei böse.

08.07.2026, 18:30 Uhr

Trump über Mullahs: «Sie sind ein wenig verrückt»

Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben, unterstreicht Trump bei seiner Antwort auf die erste Frage. «159 Schiffe sind am Meeresgrund. Sie haben schreckliche Inflation. Sie sind am Ende. Sie wollen einen Deal machen, aber sie wissen nicht, wie sie einen Deal machen sollen. Sie sind ein wenig verrückt», schiebt er nach. «Was wir getan haben, hätte vor vierzig Jahren getan werden können.»

Die Anführer des Iran seien weg. «Ich bin ihr Ziel Nummer eins. Ich tue, was richtig für die Welt ist. Sie haben Hunderttausende Menschen getötet», so Trump. Die Blockade der Strasse von Hormus sei grossartig verlaufen. Der Ein-Tages-Krieg in Venezuela ebenfalls. 

08.07.2026, 18:26 Uhr

«Es war eine Liebe in diesem Raum»

«Das Stahlgeschäft geht durch die Decke», macht Trump weiter. Anschliessend zählt er auf, wenn er beim Nato-Gipfel alles getroffen hat. Ukraine-Präsident Wolodimir Selenski, Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan und auch den syrischen Präsidenten Al-Sharaa, der laut Trump einen «sehr guten Job» macht. 

«Es war eine Liebe in diesem Raum, es war grossartig. Ich möchte Präsident Erdogan und den anderen Nato-Präsidenten danken. Auch Mark Rutte, der ein grosser Einiger ist», bemerkt Trump. Dann eröffnet er von sich aus die Fragerunde.

08.07.2026, 18:23 Uhr

«Ich bin die Nummer 1 auf Tiktok»

Trump lobt sich immer und immer wieder selbst. «Ich bin die Nummer 1 auf Tiktok. All diese Entertainer sind nur Nummer 26», erzählt er. Was das mit der Nato zu tun hat? Das weiss wohl nur er selbst.

Er springt zurück zum Thema Rüstung. US-amerikanische Rüstungsfirmen seien der grösste Nutzniesser der steigenden Ausgaben der Nato-Staaten. Lockheed Martin werde Europa mit Patriot-Systemen versorgen. «Wir sind übrigens führend in Drohnen-Technologie», behauptet Trump ohne weitere Belege zu nennen. Er schweift kurz ab und nennt den Präsidenten von Polen «einen sehr guten Präsidenten»

08.07.2026, 18:18 Uhr

Trump verteidigt Zollpolitik

Noch nie hätten so viele Menschen in den USA eine Arbeitsstelle gehabt, behauptet Trump. 19,2 Billionen würden in Fabriken in den USA investiert. «Toyota verlässt Mexiko und baut eine der grössten Fabriken in Texas – wegen der Zölle», glaubt der US-Präsident. Autofabriken, KI-Fabriken, Chemiefabriken – alles werde jetzt in den USA gebaut. «Die Pharma-Firmen kommen rein wie noch nie.»

08.07.2026, 18:13 Uhr

«Jetzt lacht keiner mehr über uns»

Trump wird von mehreren Ministern, etwa Marco Rubio, begleitet.

«Die Vereinigten Staaten bleiben der grösste Mitwirkende in der Nato», fährt Trump fort. Früher hätten alle über die USA gelacht. «Jetzt lacht keiner mehr über uns.» Der Republikaner zeigt sich optimistisch, dass die Nato-Verbündeten den Ruf nach grösseren Militärausgaben erhören werden. 

Er wirkt fast gerührt, als er über die Stimmung auf dem Gipfel spricht. Viele Staatenlenker hätten ihm gesagt, dass sie ihn lieben. «Es gab eine enorme Einigkeit im Raum», ergänzt er. 

08.07.2026, 18:09 Uhr

Trump über Nato: «Keiner könnte es besser machen als Rutte»

Trump ist vor die Pressevertreter getreten. «Mark Rutte ist eine schlaue Person. Keiner könnte es besser machen, als er», lobt er den Nato-Generalsekretär in den höchsten Tönen. Die Regierungschefs der Nato-Staaten nennt er «gute Leute, die viel Liebe in ihren Herzen haben». Anschliessend feiert er sich für die Zerstörung der militärischen Kapazitäten des Iran. 

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