«Wir müssen sicherstellen, dass wir überleben»
US-Marine ändert ihre Strategie radikal

Die US-Marines testen in Kalifornien ein radikales Konzept. Kampfjets landen auf Strassen, LKWs dienen als Tankstellen. Ziel ist, in künftigen Konflikten flexibler und weniger verwundbar zu sein.
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Die US-Marine will künftig auf eine neue Taktik setzen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • US-Marines testen neues Konzept «Hub, spoke, node» in Kalifornien.
  • F-35-Kampfflugzeuge sollen auf Strassen landen und in Minuten betankt werden.
  • Netzwerk aus Mini-Hubs im Pazifik bis 2030 geplant, Ziel: China.
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Janine EnderliRedaktorin News

Die US-Marines schlagen einen radikalen Kurswechsel ein. Angesichts der permanenten Bedrohung durch Schwarmdrohnen und Hyperschallwaffen gilt die klassische Luftwaffenbasis als Auslaufmodell – zu gross, zu sichtbar, zu verwundbar. Darauf reagiert das Militär, wie «Business Insider» berichtet.

In Kalifornien wird ein ganz neues Konzept trainiert. Es trägt den Namen: «Hub, spoke, node» (dt: Nabe, Speiche, Knoten». In unübersichtlichen Gefechten soll das einen entscheidenden Vorteil bringen. «Wir müssen sicherstellen, dass wir überleben», sagte Generalleutnant William Swan dem Nachrichtenportal. Doch woraus besteht dieses neue System? Ein Überblick.

1

Abgelegene Standorte

Anstatt sich auf einen einzigen weitläufigen Stützpunkt zu verlassen, trainieren die Marines, Flugzeuge und Unterstützungsteams auf mehrere kleine, abgelegene Standorte (spokes) zu verteilen. Während ein grösserer Knotenpunkt weiterhin als Stützpunkt dienen kann, ermöglichen kleinere Aussenposten den Truppen, in Bewegung zu bleiben und Flugzeuge näher am Einsatzort zu betanken.

2

Strassen als Startbahnen, Lastwagen als Tankstellen

Kampfflugzeuge sollen nicht länger auf festen Pisten landen, sondern auf Autobahnabschnitten, Wüstenpisten oder sogar Sportfeldern. Techniker rollen mit Lkws vor, entfalten Tankanlagen aus Containern und verschwinden nach 15 Minuten wieder. «Wir simulieren einen Boxenstopp der Formel 1», sagt Oberst Jarrod DeVore zu «Business Insider». Die Bodenzeit eines F-35 soll auf unter zehn Minuten schrumpfen – Auftanken, Nachladen, Abheben.

3

Drohnen als Gamechanger

Unbemannte Versorger könnten das Schlachtfeld stark verändern. Kleine Drohnen bringen Munition und Treibstoff zu dezentralen Standorten, bevor ein Jet eintrifft. Versteckte oder als zivile Lager getarnte Depots sichern den Nachschub. Gleichzeitig lenken Attrappen und elektronische Täuschungen den Gegner ab – während echte Jets im Schutz von Gelände und Dunkelheit verborgen bleiben.

4

China als Massstab – Pazifik als Testfeld

Diese Doktrin zielt laut «Business Insider» direkt auf den Pazifik ab, wo Inselketten und weite Ozeane perfekte Bedingungen bieten. Wie Generalleutnant Swan sagt, würden die US-Streitkräfte im Nahen Osten diese Taktik bereits anwenden.

Experten sehen hier eine Antwort auf Präzisionswaffen: Statt einer grossen Basis auf Guam entsteht ein Netz aus Dutzenden Mini-Hubs auf Mikronesien, Palau oder den Philippinen. «Wir springen alle 48 Stunden», sagt ein Planer dem «Business Insider».

5

Logistik als entscheidender Schwachpunkt

Doch die grösste Hürde bleibt unsichtbar: Koordination. Jede Verzögerung im Nachschub könnte das System kippen. Swan gibt zu: «Wir liegen hinten.» Bis 2030 soll das Netzwerk jedoch einsatzbereit sein – oder die Marines riskieren, in einem Drohnenkrieg unterzugehen.

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