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Eröffnungszeremonie Paris:Notre-Dame eröffnet wieder ihre Tore

Wiedereröffnung nach Brand
«Heute Abend läuten die Glocken von Notre-Dame wieder»

Am Samstag wird die weltberühmte Notre-Dame im Rahmen einer grossen Zeremonie wiedereröffnet – auch die Schweiz hat ihre Spuren an der Pariser Kathedrale hinterlassen.
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Am Samstag eröffnet die Pariser Kathedrale Notre-Dame wieder.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Notre-Dame de Paris wird nach Brand wiedereröffnet, Schweizer Verbindungen zur Kathedrale
  • Schweizergarde schützte französischen König, fand Zuflucht in Notre-Dame
  • Drei Waadtländer hissten 1969 Vietcong-Flagge auf 93 Meter hoher Turmspitze

Als die geschichtsträchtige Notre-Dame de Paris am 15. April 2019 in Brand geriet, folgte ein weltweiter Aufschrei. Grosse Teile der Kathedrale in der französischen Hauptstadt wurden fast komplett zerstört.

Nun, über fünf Jahre später, wird das berühmte Gotteshaus im Rahmen einer grossen Zeremonie wiedereröffnet. Dazu sind über 20 Staats- und Regierungschefs eingeladen. Doch nicht nur die Franzosen verbinden viel mit Notre-Dame – ein Teil ihrer Geschichte hat auch mit der Schweiz zu tun.

Waadtländer Restauration vor der Revolution

Mit dem Bau der Kathedrale wurde bereits 1163 begonnen, nachdem sie von Papst Alexander III. in Auftrag gegeben wurde. Fertiggestellt wurde sie erst 1345 – ihre heutige Form stammt jedoch nicht aus dem Mittelalter, sondern aus dem 19. Jahrhundert. Der Waadtländer Architekt Eugène Emmanuel Viollet-Le-Duc restaurierte die Notre-Dame zwischen 1845 und 1864.

Viollet-Le-Duc war einer der berühmtesten Denkmalrestauratoren seiner Zeit und beauftragt worden, das Gotteshaus vor seinem Zerfall zu retten. Er war für zwei wichtige Neuerungen verantwortlich, die bis heute umstritten sind: den Wiederaufbau der 93 Meter hohen Turmspitze, die im 18. Jahrhundert wegen Einsturzgefahr abgebaut wurde, und den Bau einer Sakristei, die sich als finanzielle Katastrophe herausstellte.

Die Schweizergarde und die Notre-Dame

Die Schweizergarde beschützt bekannterweise den Papst, im 17. Jahrhundert sorgte die Garde aber auch für den persönlichen Schutz des Sonnenkönigs Louis XIV und seiner Familie. Der Empfang und die Segnung der Garde und Botschafter der 13 alten Kantone durch den König fand dabei im Jahr 1663 in der Notre-Dame statt.

Bis zur Französischen Revolution stand die Garde dann im Dienst des amtierenden Königs – in der Nacht des 10. August 1792 starben viele Gardisten beim Versuch, König Louis XVI vor den Revolutionären zu beschützen. Einige der Schweizer fanden in jener Nacht Zuflucht in Notre-Dame – sie wurden jedoch aus der Kathedrale vertrieben und massakriert.

Frankreichs Frieden mit der Schweiz

Mit dem Empfang 1663 wurde auch der «Frieden von Solothurn» zwischen Frankreich und der alten Eidgenossenschaft besiegelt und unter «göttlichen Schutz» gestellt. Zuvor wehrten sich die protestantischen Städte wie Basel und Zürich gegen das Bündnis mit Frankreich.

Sie verlangten von Ludwig XIV die Begleichung der ausstehenden Schulden, bevor sie sich, zusammen mit der Garde, auf den Weg nach Paris machten. Fünf Jahre vor der Reise nach Paris, im Jahr 1658, wurde schliesslich eine Allianz geschlossen.

Drei Schweizer gegen den Vietnamkrieg

Am 18. und 19. Januar 1969 hängten drei Waadtländer eine Fahne der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (FNL - Vietcong) an die 93 Meter hohe Turmspitze von Notre-Dame. Olivier Parriaux, Noé Graff und Bernard Bachelard sind antikoloniale Aktivisten, die sich aktiv an den Kampagnen gegen den amerikanischen Krieg im südostasiatischen Land beteiligten.

Nachdem sie sich in der Kathedrale einschliessen liessen, gelang es den drei erfahrenen Kletterern, auf die Dächer zu klettern und die Flagge auf der Turmspitze zu hissen. Der Tag war mit Bedacht gewählt: Er fiel mit der Eröffnung der Pariser Gespräche zwischen dem damaligen amerikanischen Aussenminister Henry Kissinger und dem vietnamesischen Politiker Le Duc Tho zusammen.

«Es musste ein hoher Ort gewählt werden. Nicht den Eiffelturm, aber einen Ort, der mit Humanismus aufgeladen ist und in der ganzen Welt, nicht nur in Frankreich, respektiert wird. Wir beschlossen also, den Aufstieg auf Notre-Dame vorzubereiten und zu untersuchen, wie man auf die Spitze gelangen könnte», berichteten die Waadtländer in ihrem Buch.

Holzbalken aus dem Jura

Eines der Sägewerke, die die Baustelle mit Balken beliefert hat, ist das Unternehmen Corbat aus dem Kanton Jura. Das Eichenholz, das das Unternehmen bereitstellte, wurde insbesondere für den Wiederaufbau der Turmspitze der Kathedrale verwendet, die vom Architekten Viollet-Le-Duc errichtet wurde. Das Familienunternehmen Corbat ist das grösste Eichenholzsägewerk des Landes und befindet sich in Vendlincourt. Es wurde vor 100 Jahren gegründet.

Die Stämme, die in der Schweiz verarbeitet wurden, stammten aus Frankreich. Die Arbeit wurde kostenlos geleistet. «Ich habe gehört, dass Deutschland und England ihre eigenen Eichenstämme angeboten haben, die aber abgelehnt wurden, weil die französischen Behörden kein ausländisches Holz wollten», sagte der Unternehmer gegenüber Swissinfo.

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