Immer wieder wirft US-Präsident Donald Trump (80) Medienschaffenden vor, Fake-News zu verbreiten und schloss jüngst ganze Newsredaktionen und Nachrichtensender vom Weissen Haus aus. Wie die «New York Times» nun berichtet, soll Trump noch einen Schritt weitergehen wollen.
Wie die Zeitung unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Personen schreibt, will Trump den James S. Brady Press Briefing Room, also den Raum, in dem die Pressetermine stattfinden, dichtmachen. Stattdessen soll dort ein Pool gebaut werden. Oder um genauer zu sein, soll dort wieder ein Pool entstehen.
Vom Pool zum Presseraum und zurück zum Pool
Franklin D. Roosevelt (1882–1945) liess dort 1933 ein Schwimmbad bauen. Richard Nixon (1913–1994) wandelte dieses dann 1970 in einen Presseraum um. Alles auf Anfang in dem Fall?
Trump selbst hat das Gerücht zusätzlich befeuert: Ende September veröffentlichte er auf seinem Truth-Social-Account eine Fotocollage. Darauf zu sehen: Der aktuelle Presseraum mit der Beschriftung «Fake News» und daneben ein luxuriöser Pool mit goldenen Türrahmen und Deckenornamenten, der als «FDR Pool» betitelt wurde.
Die erste Tabula-Rasa-Aktion von Trump ist das nicht. Der 80-Jährige hat seine ganz eigenen Vorstellungen davon, wie etwas auszusehen hat. Respekt vor Historie scheint öfters mal fehl am Platz.
Rosengarten wird zur Steinwüste
Im Jahr 1913 wurde der berühmte Rosengarten beim Weissen Haus angelegt und 1962 unter John F. Kennedy zu einem weltberühmten «Outdoor-Raum» umgebaut. Bereits 2020 begannen dort erste Umbauten. Marode Bäume wurden entfernt, der bunte Blumenmix durch dezentere Farben ersetzt, aber auch barrierefreie Gehwege angelegt.
Bei seiner Rückkehr ins Weisse Haus setzte Donald Trump aber noch einen drauf und liess die komplette Rasenfläche durch Sandsteinplatten ersetzen. Laut Trump geschah dies lediglich aus praktischen Gründen. Kritische Stimmen wenden ein, dass der einst schöne Garten nun aussehe wie eine Hotelterrasse.
Historischer Ostflügel macht Ballsaal Platz
Der Umbau des Ostflügels ist eines der umstrittensten Bauprojekte des US-Präsidenten. Im Oktober 2025 liess Trump den historischen Ostflügel des Weissen Hauses abreissen, um Platz für einen riesigen Ballsaal zu schaffen. Ursprünglich hatte die Regierung angekündigt, der Neubau werde das bestehende Gebäude nicht beeinträchtigen. Doch schliesslich fiel der gesamte Ostflügel den Abrissarbeiten zum Opfer. Der geplante Ballsaal soll rund 1000 Gästen Platz bieten. Die Kosten wurden zunächst auf 200 Millionen Dollar geschätzt, inzwischen ist von rund 400 Millionen Dollar die Rede.
Granit gegen Geschichte
Auch der Verbindungsweg zwischen der Präsidentenresidenz und dem Oval Office blieb von Trumps Umbauplänen nicht verschont. Im März 2026 liess er die jahrzehntealten, hellbeigen Steinplatten aus Tennessee entfernen und durch dunklen, polierten Granit ersetzen. Das Material soll Trump persönlich ausgesucht haben.
Nach eigenen Angaben bezahlte er den Umbau selbst. Recherchen des Magazins «The Atlantic» ergaben jedoch, dass allein die Erneuerung des Gehwegs die Steuerzahler rund 689'000 Dollar kostete. Der Weg, den US-Präsidenten seit Jahrzehnten benutzen, hat damit ein völlig neues Erscheinungsbild erhalten.
Der Reflection-Pool-Reinfall
Auch den berühmten Reflection Pool zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument nahm sich Trump vor. Im April 2026 kündigte er an, das Wasserbecken mit einer neuen, kräftig blauen Beschichtung versehen zu lassen. Ein deutscher Freund habe sich zuvor über das schmutzige Wasser beschwert, erzählte Trump. Zunächst habe er sich eine türkisfarbene Gestaltung wie auf den Bahamas vorgestellt, schliesslich entschied er sich aber für ein Blau, das an die amerikanische Flagge erinnern soll.
Die Arbeiten sollten ursprünglich nur wenige Wochen dauern und rund 1,5 Millionen Dollar kosten. Doch die neue Beschichtung begann sich bereits kurz nach der Fertigstellung abzulösen. Die Kosten stiegen auf mehr als 14 Millionen Dollar. Trump machte zunächst Vandalen verantwortlich, später deuteten die Ermittlungen jedoch auf Fehler bei den Bauarbeiten hin.