Ratko Mladić (†85), der ehemalige General der Armee der Republika Srpska, der in Den Haag wegen Völkermords und anderer Verbrechen verurteilt worden war, erlitt mehrere Schlaganfälle, die seinen Gesundheitszustand erheblich verschlechterten. Nun ist er laut Belgrader Medien im Alter von 85 Jahren verstorben.
Seit 2024 befand sich Mladić in einem Gefängnisspital in Den Haag, wo er aufgrund seines schweren Gesundheitszustands palliativmedizinisch betreut wurde. Sein Anwalt hatte im Mai deshalb noch eine Entlassung beantragt. Den Antrag hatte der Internationale Mechanismus für Strafgerichtshöfe (IRMTC) in Den Haag jedoch abgelehnt.
Als «Schlächter von Bosnien» bekannt geworden
Im Juni 2021 hatte ein UN-Gericht die Verurteilung Mladićs zu lebenslanger Haft wegen Völkermords, Kriegsverbrechens und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bestätigt. Mladić war wegen seiner Verantwortung für das Massaker von Srebrenica sowie weiterer Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Mladić war unter dem Namen «Schlächter vom Balkan» bekannt geworden und gilt als einer der Hauptverantwortlichen während des Bosnien-Krieges, in dessen Verlauf etwa 100’000 Menschen getötet und 2,2 Millionen Menschen in die Flucht getrieben wurden. Allein in der bosnischen Stadt Srebrenica wurden 1995 über 8000 muslimische Jungen und Männer durch bosnisch-serbische Soldaten getötet – unter dem Befehl von Mladić.