Darum gehts
- Buckelwal Timmy seit 22 Tagen in Ostsee-Bucht gestrandet, Rettung läuft
- Retter spritzen Wasser, spülen Sandbank und bieten Heringe mit Shrimps an
- Tierärztin kritisiert interne Konflikte und Ministerium wegen fehlender Unterstützung
Das Bangen um den erneut festgeschwommenen Buckelwal Timmy geht weiter. Am Montagmorgen hatte Timmy sich freischwimmen können und es fast aus der Bucht der Insel Poel raus geschafft, als er jedoch neben die Fahrrinne geriet. Während das Fahrwasser bis zu drei Meter tief ist, ist die Bucht ansonsten nur zwischen 90 Zentimetern und 1,10 Meter tief. Das macht dem 12 Meter langen Meeressäuger nun zu schaffen – er hat sich festgeschwommen.
Am Dienstag setzen die Helfer nun alles daran, Timmy aus seiner misslichen Lage zu befreien. Während die Wal-Retter im hüfthohen Wasser Timmy noch mit Wasser bespritzten, sind sie gegen Mittag damit beschäftigt, den Sand unter dem Wal wegzuspülen. Das Ziel: Die Sandbank unter dem Meeressäuger soll weggespült werden, damit Timmy sich wieder wie ursprünglich selbst befreien und aus der Bucht hinausschwimmen kann.
Retter wollen Timmy mit Heringen und Shrimps füttern
In der Zwischenzeit ist auch Timmy selbst wieder aktiver geworden. Wie «Bild» berichtet, schlug Timmy im Verlauf des Vormittags immer wieder mit seiner Brustflosse – möglicherweise verzweifelte Versuche, sich selbst zu befreien. Gegenüber «Bild» betonte Minister Till Backhaus am Morgen: «Die Hoffnung stirbt zuletzt.» Man wolle «unbürokratisch schnell» bei den Entscheidungen sein, die Timmy betreffen.
Schon seit 22 Tagen ist Timmy nun gestrandet – zuvor irrte das Tier wochenlang durch die Ostsee. Niemand weiss, wie lange der Meeressäuger bereits ohne Nahrung durchhalten musste. Deswegen will das Retter-Team Timmy nun Futter anbieten. «Ich habe das Menü genannt. Heringe mit Shrimps», sagte Backhaus zu «Bild».
Tierärztin sauer über Walflüsterer
Während das Retter-Team alles daran setzt, den Buckelwal wieder freizubekommen, scheinen sich interne Spannungen zu zeigen. Tierärztin Jenna Wallace, die für die Rettungsaktion extra aus Hawaii angeflogen war, ist am Montagabend wieder zurückgereist.
Gegenüber «Focus» zeigte sie sich sauer über beteiligte Personen an der Rettungsaktion. Wallace habe nicht «mit der Meinung eines selbsternannten Walflüsterers gerechnet, der sich mit einem Hunde-Retter zusammengetan habe, um diese ganze Aktion auf sich selbst zu lenken und dabei entscheidende Fehler begangen hat», erklärte sie. Nicht das Team selbst sei das Problem gewesen, sondern «diese beiden Personen».
Spannungen im Retterteam
Auch die «Einschränkungen, die die Regierung dem Team auferlegt» habe, kritisiert sie. So habe das Ministerium die Verabreichung jeglicher Medikamente oder Injektionen verboten, so Wallace. Zudem sei der Transport des Wals mit Gurten von der Backhaus-Regierung aus «tierschutzrechtlichen Gründen» abgelehnt worden. Die bürokratischen Hürden waren zuvor immer wieder diskutiert worden.
Neben der Tierärztin Wallace trat auch die Pressesprecherin des Retterteams zurück. Pressesprecherin Christiane von Gregory nannte als Begründung «die aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort», die «nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die ich persönlich und wir als Team stehen» entsprächen, berichtet «Focus».