Darum gehts
- Ex-US-Marine Robert Gilman nach vier Jahren Haft in Russland frei
- Putin genehmigte Freilassung wegen ernster Gesundheitsprobleme Gilmans
- Gilman wird in Texas medizinisch untersucht, Familie ist bereits dort
Der ehemalige US-Marine Robert Gilman (32) ist nach über vier Jahren Haft in Russland wieder frei. Der Amerikaner wurde am Dienstag freigelassen. Ein Schritt, der aufgrund ernster Gesundheitsbedenken dringend notwendig war, heisst es in übereinstimmenden Medienberichten. Der russische Präsident Wladimir Putin (73) habe deshalb eine Begnadigung unterzeichnet.
Wie es Gilman genau geht, ist unbekannt. Laut der Organisation Global Reach, die seine Familie unterstützt, ist Gilman «auf dem Weg in ein US-Militärspital in Texas, wo er medizinisch und psychologisch untersucht und behandelt wird».
Auf dem Weg nach Texas
Seine Familie, darunter seine Mutter, die in Russland vergeblich versucht hatte, ihn im Spital zu besuchen, ist bereits in Texas eingetroffen. Ein US-Beamter bestätigte gegenüber CNN, dass Gilman medizinisch versorgt wird und bald in die USA zurückkehrt. Auch US-Präsident Donald Trump hat sich zur Freilassung geäussert. Auf «Truth Social» schrieb er: «Ich bin stolz darauf, bekannt geben zu dürfen, dass der US-Bürger Robert Gilman, ein ehemaliger Marineinfanterist der Vereinigten Staaten, nach HAUSE zurückkehrt! Wie aus den Medien bekannt ist, wurde Robert im Jahr 2022, während der Amtszeit der Biden-Regierung, in Russland inhaftiert. Nach meinen Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin hat Russland zugestimmt, ihn aus rein humanitären Gründen freizulassen. Wir wissen diese Entscheidung zu schätzen und begrüssen die Tatsache, dass Russland keine Gegenleistung verlangt hat – es fand kein Austausch statt», so Trump. Dazu postet er ein Foto, das Gilman und seine Familie in einem Flugzeug zeigen soll.
Trump erklärte weiter, Gilman habe nur einen Wunsch, wenn er wieder in den USA landet. Einen guten Cheeseburger zu essen.
Gilman verbrachte seine Zeit im Gefängnis in Woronesch – rund 550 Kilometer südlich von Moskau. Er wurde zu der Gefängnisstrafe verurteilt, weil er in betrunkenem Zustand einen Polizisten in Woronesch getreten haben soll.
Diese Amerikaner sitzen noch fest
Nach wie vor stecken mehrere Amerikaner in russischen Gefängnissen fest. Im Juni 2024 verurteilte ein Gericht in Wladiwostok den damals 34-jährigen US-Soldaten Gordon Black zu rund vier Jahren Gefängnis. Seine russische Partnerin hatte ihm vorgeworfen, sie angegriffen und bestohlen zu haben.
Black war laut US-Medien in Südkorea stationiert und reiste ohne Autorisierung nach Russland. Im Mai wurde er dort festgenommen. Angeblich solle er seiner Freundin zudem mit dem Tod gedroht haben. Diesen Vorwurf bestreitet er.
Stephen Hubbard (73) aus Michigan wurde im Oktober 2024 zu einer Haftstrafe von rund 7 Jahren verurteilt. Der Vorwurf: Er habe als Söldner angeblich für die ukrainische Seite gegen Russland gekämpft.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft des nichtöffentlichen Verfahrens habe Hubbard kurz nach dem Einmarsch der russischen Truppen in die Ukraine im Februar 2022 einen Vertrag mit dem ukrainischen Militär unterzeichnet. Bis zu seiner Gefangennahme zwei Monate später soll er auf ukrainischer Seite gekämpft haben.