Nach der Festnahme eines Mannes vor einer Wahlkampfveranstaltung des republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump (78) hat sich der Betroffene nun selbst zu Wort gemeldet. Vem M.*, der auf dem Weg zu einer Kundgebung von Donald Trump in Kalifornien wegen Waffenbesitzes festgenommen wurde, bestritt die die Behauptung des örtlichen Sheriffs, er habe Trump töten wollen.
«Diese Anschuldigungen sind völliger Schwachsinn», so bezeichnete der 49-Jährige die Anschuldigungen gegenüber dem Nachrichtensender Southern California News Group. «Ich bin ein Künstler, ich bin die letzte Person, die Gewalt oder anderen Schaden zufügen würde.» Er sei vom Vorsitzenden der Republikanischen Partei von Clark County zu der Kundgebung eingeladen worden, so M. Die Waffen habe er zum persönlichen Schutz mitgeführt.
Verdacht auf rechtsextremen Hintergrund
M., ein registrierter Republikaner, der laut «New York Post» 2022 erfolglos für ein Amt in Nevada kandidierte, besuchte offenbar bereits mehrere Veranstaltungen von Trump. Das zumindest zeigen Fotos auf seinem Instagram-Profil. Ebenso gibt es laut «Washington Post» Hinweise, dass M. einer rechtsextremen regierungsfeindlichen Gruppe angehört. Zudem soll er eine Organisation leiten, die gegen die «Mainstream-Medien» wettert.
M., der aus Las Vegas im Bundesstaat Nevada stammt, berichtete weiter, er sei nicht darüber informiert worden, warum er in Gewahrsam genommen worden sei, und habe erst nach stundenlanger Gefangenschaft die Erlaubnis erhalten, einen Anwalt anzurufen.
Waffen und gefälschte Dokumente
Die Polizei hatte den 49-Jährigen am Samstag vor einem Auftritt Trumps in Coachella Valley, im Süden des Bundesstaates Kalifornien, bei einer Zugangskontrolle festgehalten, bevor er mit einem Auto auf das Gelände fahren wollte. Als den Polizisten auffiel, dass sein Wagen nicht zugelassen war und über ein selbstgebasteltes Nummernschild verfügte, durchsuchten sie das Fahrzeug des Mannes und entdeckten einen Vorrat gefälschter Reisepässe und Führerscheine sowie eine Schrotflinte, eine geladene Handfeuerwaffe und ein Grossraummagazin.
Der 49-Jährige sei vorübergehend in Gewahrsam genommen worden wegen Verstössen gegen das Waffenrecht. Kurz darauf sei er gegen eine Kaution von 5000 Dollar (4300 Franken) wieder freigekommen, sagte der örtliche Sheriff Chad Bianco. Die Ermittlungen liefen derzeit noch.
Trump sei laut Secret Service nicht in Gefahr gewesen
Die Festnahme ereignete sich, bevor Trump überhaupt auf dem Gelände der Kundgebung eintraf. Der Secret Service, der für Trumps Schutz zuständig ist, betonte, der Ex-Präsident sei nicht in Gefahr gewesen. Sheriff Bianco gab sich aber – ohne Nennung konkreter Belege – überzeugt, dass die Polizei «etwas Schlimmes verhindert» und wahrscheinlich ein drittes Attentat auf Trump vereitelt habe.
Sowohl das FBI als auch der Secret Service relativieren den Vorfall jedoch vorerst gegenüber US-Medien. Die Bundesbehörden hätten in dem Fall bislang niemanden festgenommen, die Ermittlungen dauerten aber noch an, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung von Secret Service, US-Bundespolizei FBI und US-Justizministerium.
FBI untersucht Vorfall nicht als mögliches Attentat
Nach der Freilassung des Verdächtigen sprachen mehrere US-Journalisten mit dem Mann, der den Vorwurf eines Anschlagskomplotts demnach als Schwachsinn zurückwies. Er sei vielmehr ein grosser Trump-Fan, sagte ein Bekannter des Mannes der «Daily Mail».
Die «New York Post» zitierte Sicherheitskreise, nach deren Angaben es der Secret Service für unwahrscheinlich halte, dass der Mann ein Attentat auf Trump verüben wollte. Die Bundespolizei FBI untersuche den Vorfall auch nicht als mögliches Attentat. Vermutlich habe der Verdächtige als Mitglied einer rechtsextremen Gruppe die Waffen lediglich zur «persönlichen Verteidigung» bei sich geführt, berichtete das Boulevardblatt weiter.
* Name bekannt