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Zwischenwahlen in den USA:Darum geht es bei den Midterms

Bei den US-Zwischenwahlen am 3. November stehen 35 Senatssitze auf dem Spiel
Trump droht die «blaue Welle» – selbst seine Hochburgen wackeln

Bei den US-Midterms könnten die Demokraten Donald Trump die Macht im Kongress entreissen. Selbst republikanische Hochburgen wackeln. Wir zeigen, wo es eng wird – und was eine Trump-Niederlage bedeuten würde.
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US-Präsident Donald Trump könnte das Lachen bald vergehen – bei den Midterms zeichnet sich eine Niederlage für seine Partei ab.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Bei den Midterms stehen alle Sitze im Repräsentantenhaus, 35 Senatssitze und Gouverneursposten zur Wahl in den USA
  • Umfragen sehen Demokraten in mehreren Bundesstaaten vorn, ihre Chancen im Kongress sind hoch
  • Mit Mehrheiten könnten Demokraten Trumps Vorhaben blockieren und Ernennungen im Senat verhindern
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Chiara SchlenzAusland-Redaktorin

Donald Trump (80) hat ein Problem. Ausgerechnet in seinen republikanischen, «roten» Hochburgen machen sich die «blauen» Demokraten breit. In Texas, Alaska und Ohio liegen ihre Kandidaten in Umfragen vorne. Sogar im tiefroten Kansas wackelt plötzlich ein Senatssitz. Am 3. November könnte eine «blaue Welle» über Washington hereinbrechen – und Trump die Kontrolle über den US-Kongress kosten.

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Worum geht es an den Midterms vom 3. November?

Alle zwei Jahre wählen die Amerikaner einen neuen Kongress. Findet diese Wahl in der Mitte einer vierjährigen Präsidentschaft statt, spricht man von den «Midterms», also Zwischenwahlen. Am 3. November stehen sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus (dem US-Nationalrat), 35 der 100 Senatssitze (dem Ständerat) sowie zahlreiche Gouverneursposten zur Wahl. Donald Trump selbst steht nicht auf dem Wahlzettel.

Trotzdem geht es bei dieser Wahl stark um ihn. Derzeit kontrollieren seine Republikaner beide Parlamentskammern. Doch diese Mehrheit könnte bald Geschichte sein.

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Wie gross ist die Gefahr einer «blauen Welle» für Trump?

In den Umfragen liegen die Demokraten landesweit vorne, selbst in Bundesstaaten, die Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 deutlich gewonnen hatte. Die Wahlforscher Nate Silver und G. Elliott Morris beziffern die Chancen einer demokratischen Mehrheit im Repräsentantenhaus auf über 90 Prozent, im Senat auf rund 75 Prozent.

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Für Trump wäre das ein schwerer Rückschlag. Allerdings sind Wahlprognosen keine Wahlergebnisse.

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Wie viele Sitze müssen die Demokraten erobern?

Im Senat verfügen die Republikaner derzeit über 53 der 100 Sitze. Die Demokraten kommen zusammen mit zwei unabhängigen Senatoren auf 47. Um die Mehrheit zu übernehmen, müssen sie unter dem Strich vier zusätzliche Sitze gewinnen. Denn selbst ein Patt von 50 zu 50 würde Trump helfen: In diesem Fall dürfte sein Vizepräsident J. D. Vance (42) die entscheidende Stimme abgeben.

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Nur 35 Senatssitze stehen überhaupt zur Wahl, 22 davon werden derzeit von Republikanern gehalten. Viele liegen in Bundesstaaten, in denen Trump 2024 haushoch gewonnen hat. Gleichzeitig müssen die Demokraten ihre eigenen Sitze verteidigen.

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Wo wackeln Trumps Sitze besonders stark?

Sieben Senatsrennen gelten laut dem unabhängigen «Cook Political Report» als sogenannte «Toss-ups». Das bedeutet: Keiner der beiden Kandidaten hat einen eindeutigen Vorteil. Besonders bemerkenswert ist, wo diese Rennen stattfinden. In Texas wurde seit 1988 kein Demokrat mehr in den Senat gewählt. Nun fordert der Demokrat James Talarico (37) den Republikaner Ken Paxton (63) heraus – und liegt in einzelnen Umfragen sogar vorne.

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Ähnlich sieht es in Alaska aus, wo die Demokratin Mary Peltola (53) den republikanischen Senator Dan Sullivan (61) bedrängt. Auch in Ohio, Iowa, Kansas und Maine sind die Rennen offen.

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Können die Demokraten den Umfragen trauen?

Die Demokraten führen zwar in zahlreichen Umfragen, doch ihre Vorsprünge sind häufig hauchdünn. Wahlforscher Nate Silver berechnete, was passieren würde, wenn die Umfragen die Demokraten landesweit um drei Prozentpunkte überschätzen. Das Ergebnis: Statt einer demokratischen Mehrheit könnte der Senat bei einem Patt von 50 zu 50 landen – und damit unter republikanischer Kontrolle bleiben.

Auch der «Economist» warnt vor übertriebenem Optimismus. Eine Auswertung historischer Umfragen zeigt, dass die Stärke von Parteien in ihren eigenen Hochburgen häufig unterschätzt wird. Das könnte diesmal vor allem den Republikanern helfen. Hinzu kommt: Bei den Präsidentschaftswahlen 2016, 2020 und 2024 schnitt Trump besser ab, als viele Umfragen erwarten liessen.

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Warum wenden sich die Amerikaner von Trump ab?

Es sind Zahlen, die im Weissen Haus für Nervosität sorgen dürften. Laut einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage sind nur noch 31 Prozent der Amerikaner mit Trumps Amtsführung zufrieden – der tiefste Wert seiner beiden Präsidentschaften. Besonders die wirtschaftliche Lage macht ihm zu schaffen. Nur rund ein Drittel gibt Trump in Wirtschaftsfragen gute Noten.

Auch seine Aussenpolitik stösst auf Widerstand. Weniger als 30 Prozent unterstützen laut Umfragen seinen Kurs beim Iran- und Ukraine-Krieg oder im Handelsstreit mit Kanada.

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Was passiert, wenn Trump beide Kammern verliert?

Für Trump könnten die letzten zwei Jahre seiner Präsidentschaft erheblich ungemütlicher werden. Mit einer Mehrheit im Repräsentantenhaus könnten die Demokraten Gesetzesvorhaben und Haushaltspläne blockieren, Untersuchungsausschüsse einsetzen und seine Regierung unter Druck setzen. Erobern sie zusätzlich den Senat, könnten sie auch die Ernennung von Bundesrichtern und wichtigen Regierungsvertretern verhindern.

Die Folgen wären auch in Europa spürbar. Der Kongress entscheidet über Staatsausgaben und damit unter anderem über die Finanzierung der Ukraine-Hilfe. Auch in der Handelspolitik könnte Trumps Spielraum kleiner werden.

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