Möglicher Nord-Stream-Deal
Gespräche über US-Einstieg rücken Pipelinefirma neu in den Fokus

Die USA und Russland prüfen einen möglichen Neustart von Nord Stream mit Beteiligung eines US-Investors. Ein Vertrag existiert nicht; Sanktionen und politische Hürden machen eine Wiederinbetriebnahme ungewiss.
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Annäherung zwischen Russland und den USA?
Foto: IMAGO/Sergey Bobylev

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • USA und Russland prüfen offenbar US-Einstieg bei Nord Stream.
  • Kushner sprach laut Reuters mit Dmitriew; Vertrag fehlt.
  • EU-Sanktionen hemmen; Russland winken Einnahmen, Europa mehr Gas.
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Pauline BouillonRedaktorin News Desk

Die USA und Russland reden über einen möglichen Neustart der Nord-Stream-Pipelines. Laut Nachrichtenagentur «Reuters» sprechen Vertreter beider Seiten über die Beteiligung eines US-Investors an dem Pipeline-Projekt. Jared Kushner (45), Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump (80) und Sondervermittler im Ukraine-Krieg, soll sich mit dem russischen Wirtschaftsvertreter Kirill Dmitriew (51) ausgetauscht haben. Ein Vertrag existiert bislang nicht.

Der Vorstoss entspricht Trumps Dealmaker-Diplomatie: Ein Geschäft sichert den US-Investoren Profite und dient Russland zugleich als Köder für ein politisches Zugeständnis. Ehe wieder Gas fliesst, müssen Washington und Moskau aber noch gewaltige rechtliche und politische Hürden überspringen.

1. Was wissen wir über den Deal?

Es geht zunächst weniger um einen unmittelbaren Neustart der Gaslieferungen als um die Frage, ob US-Investoren bei Nord Stream einsteigen könnten. Russland und die USA prüfen offenbar, ob sich dadurch ein wirtschaftliches Modell schaffen lässt, das amerikanischen Unternehmen einen Anteil an künftigen Energiegeschäften mit Europa sichert. Das Weisse Haus bestätigt die Gespräche über einen möglichen Austausch mit Russland nicht im Detail, erklärt aber, mögliche Vereinbarungen müssten den Interessen amerikanischer Unternehmen und Steuerzahler dienen.

Nord Stream besteht aus mehreren Leitungen durch die Ostsee. Nach den Explosionen im September 2022 wurden die Pipelines weitgehend unbrauchbar. Eine Röhre von Nord Stream 2 gilt weiterhin als intakt. Ob und wann diese Infrastruktur überhaupt wieder genutzt werden könnte, ist offen.

Interessant ist der Fall auch aus Schweizer Perspektive: Die Nord Stream 2 AG hat ihren Sitz im Kanton Zug und war in den vergangenen Jahren Gegenstand eines Schweizer Insolvenz- und Sanierungsverfahrens. Damit spielen auch Schweizer Gerichte und das hiesige Wirtschaftsrecht eine Rolle in der Vorgeschichte des Projekts.

2. Was hat es mit den Sanktionen auf sich?

Das grösste Hindernis für einen Neustart sind Sanktionen. Die EU hat ihre Massnahmen gegen Russland seit Beginn des Ukraine-Krieges mehrfach ausgeweitet. Auch 2026 bleibt die europäische Sanktionspolitik auf die Einschränkung russischer Energieeinnahmen ausgerichtet.

Ein Deal lässt sich nicht allein zwischen Washington und Moskau eintüten. Am Ende entscheiden auch die strengen EU-Gesetze, ob überhaupt Gas fliessen darf. Auch die Beteiligung eines US-Investors setzt die bestehenden Sanktionen nicht automatisch ausser Kraft.

3. Was wären die Folgen des Deals?

Ein erfolgreicher Neustart hätte erhebliche wirtschaftliche und geopolitische Auswirkungen. Russland könnte wieder einen direkten Zugang zum europäischen Gasmarkt erhalten und damit wichtige Einnahmen erzielen. US-Unternehmen könnten gleichzeitig an den Geschäften rund um Transport, Finanzierung oder Energiehandel verdienen.

Mehr Pipelinegas könnte das Angebot erhöhen und dadurch preisdämpfend auf den europäischen Gaspreis wirken. Gleichzeitig würde eine Rückkehr russischer Energie auf den europäischen Markt die bisherige Strategie einer stärkeren Unabhängigkeit von Russland infrage stellen.

Politisch wäre der Schritt noch weitreichender. Ein US-russisches Nord-Stream-Geschäft könnte die Beziehungen zwischen Washington, Moskau und den europäischen Staaten neu ordnen. Befürworter könnten darin einen wirtschaftlichen Anreiz für Entspannung und einen möglichen Beitrag zu einem Friedensprozess sehen. Kritiker würden dagegen argumentieren, dass Russland dadurch wieder Einfluss auf Europas Energieversorgung und zusätzliche Einnahmen erhalten könnte.

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