Darum gehts
- Craig Venter, Genforschungspionier, starb mit 79 Jahren in San Diego
- Er entschlüsselte das menschliche Erbgut und erschuf künstliches Bakteriengenom
- JCVI setzt seine Forschung mit neuen Partnerschaften und Teams fort
Die Wissenschaftswelt trauert um Craig Venter. Der US-amerikanische Pionier der Genforschung und Mitbegründer des J. Craig Venter Institute (JCVI) verstarb am Mittwoch in San Diego im Alter von 79 Jahren. Dies bestätigte das von ihm gegründete Institut. Venter war wegen Komplikationen während einer Krebstherapie ins Spital eingeliefert worden.
Venter war eine der prägendsten Figuren der modernen Genforschung. Ihm gelang es, das menschliche Erbgut zu entschlüsseln und das erste Bakterium mit künstlichem Erbgut zu erschaffen. «Er hat unser Forschungsfeld von einer langsam voranschreitenden Grundlagenforschung zu einer skalierbaren, datengestützten Wissenschaft entwickelt», erklärte das JCVI. Dabei betonte Venter stets, dass Wissenschaft einen praktischen Nutzen für die Gesellschaft haben müsse.
Venter war nicht unumstritten
Der 1946 in Salt Lake City geborene Forscher war bekannt für seine unkonventionellen Ansätze und seinen unerschütterlichen Innovationsgeist. «Craig war davon überzeugt, dass die Wissenschaft nur dann vorankommt, wenn Menschen bereit sind, über den Tellerrand hinauszuschauen, entschlossen zu handeln und Dinge zu schaffen, die es noch nicht gibt», so Anders Dale, Präsident des JCVI. Das Institut plant, Venters Mission mit interdisziplinären Teams und neuen Partnerschaften fortzuführen.
Trotz seiner bahnbrechenden Erfolge war Venter laut «Focus» nicht unumstritten. Kritiker warfen ihm vor, zu oft unrealistische Versprechungen zu machen und einen übertriebenen Geschäftssinn zu haben. Dennoch wurde er für seine Arbeit mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.