Darum gehts
- Frankreich nimmt an den Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi teil
- Am 10. und 11. November verhandeln Kiew, Washington und Moskau
- Kiew lehnt Moskaus Forderung nach Donezk-Rückzug ab.
Lange sah es so aus, als würde das Schicksal der Ukraine ohne eine europäische Stimme entschieden werden. Nun die Wende.
Am Sonntag kündigte der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot (43) in einer Sendung des Radiosenders RTL an, dass Frankreich bei der kommenden Verhandlungsrunde in Abu Dhabi «mit am Verhandlungstisch» sitzen werde. Am 10. und 11. November kommen Gesandte der Ukraine, der USA und Russlands in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate zusammen.
Gipfel in Genf brachte keine Ergebnisse
«Die Europäer werden gut vertreten sein, und Frankreich wird in Abu Dhabi an diesen Gesprächen teilnehmen. Ich kann Ihnen noch nicht sagen, wer Frankreich bei dieser Gelegenheit vertreten wird, aber Frankreich wird auf jeden Fall dabei sein», sagte Barrot konkret. «In den vergangenen Wochen haben die Europäer ihre Stimme erhoben und dem amerikanischen Vermittler deutlich gemacht, dass keine Diskussion über die Zukunft des Kontinents unsere Erwartungen und Forderungen ignorieren kann», betonte er in der Sendung «Grand Jury». «Frankreich wird der Stimme Europas Gehör verschaffen, da es am unmittelbarsten betroffen ist», versprach Barrot.
Das letzte Verhandlungstreffen zwischen russischen, ukrainischen und amerikanischen Delegationen hatte Mitte Februar in Genf stattgefunden. Fortschritte zur Beilegung des Konflikts wurden in der Schweizer Stadt nicht erzielt.
Moskau fordert weiterhin den vollständigen Rückzug der Ukraine aus der östlichen Region Donezk. Kiew lehnt dies ab, da man befürchtet, dadurch für neue russische Angriffe anfällig zu werden.