Darum gehts
- Heftige Unwetter fluten Kreta, ein Viehzüchter starb
- Schulen sind geschlossen, die Notrufnummer 112 warnt – der Norden ist besonders betroffen
- Regen droht bis Sonntag – Bergfahrten meiden, Fähren gestört
Heftige Unwetter sorgen auf der griechischen Ferieninsel Kreta für Überschwemmungen, Erdrutsche und Stromausfälle. Besonders schwer betroffen ist der gebirgige Norden der Insel. Die Strassen verwandelten sich dort in reissende Flüsse, Wasser drang in Häuser ein, und Geröll blockierte Verkehrswege, wie mehrere Medien berichten.
Auch ein Todesopfer haben die Unwetter bereits gefordert. Wie die Newsplattform «To Vima» berichtet, kam ein Viehzüchter ums Leben. Auch auf der naheliegenden Insel Rhodos starb eine Deutsche (†48) nachdem sie von einem Blitz getroffen wurde. In Livadia, auf dem griechischen Festland, gab eine Brücke unter den Wassermassen nach, und ein Auto mit einem Paar darin geriet dabei in die Fluten. Beide Insassen wurden ins Spital gebracht. Ein weiterer Autofahrer musste von der Feuerwehr aus seinem Fahrzeug gerettet werden.
Warnmeldung und geschlossene Schulen
Auch aus Heraklion, Sitia und der Lasithi-Hochebene werden schwere Überschwemmungen gemeldet. Zahlreiche Schulen auf der Insel sind aktuell geschlossen. Die Behörden verschickten Warnmeldungen über die Notrufnummer 112 und riefen Bewohnerinnen und Touristen dazu auf, gefährdete Gebiete zu meiden und überflutete Strassen keinesfalls zu überqueren.
Die Einsatzkräfte wurden verstärkt, während weitere heftige Regenfälle und Gewitter drohen. Nach Angaben des griechischen Wetterdiensts können die Unwetter auf Kreta bis Sonntagmorgen anhalten.
«Wassermassen konnten nicht mehr abfliessen»
Auch eine Blick-Leserin ist aktuell auf Kreta in den Ferien. «Was wir hier heute Morgen vorgefunden haben, ist wirklich erschreckend», sagt sie. In der Nacht habe es heftig geregnet und gewittert. «Die Wassermassen konnten teilweise gar nicht mehr abfliessen und haben ganze Bereiche überschwemmt. Strassen und Wege stehen unter Wasser, überall sieht man die Spuren des Unwetters», sagt sie.
Die Situation vor Ort sei wirklich heftig. «Man sieht, welche Kraft die Wassermassen entwickelt haben – und wie schnell sich die Lage durch solche starken Regenfälle verändern kann», so die Touristin. Sie hofft, dass sich das Wetter bald beruhigt und die Menschen hier möglichst unbeschadet durch diese Situation kommen.
Vom Regenwetter überrascht
Das Regenwetter soll aber noch eine Weile andauern, erzählt auch Sascha Hürzeler (48) aus Solothurn. Er ist mit seiner Frau Pascale Mathys (45) und seinen beiden Kindern (15 und 16) auf Kreta in den Ferien. «Wir wollten hier eigentlich den Sommer noch etwas verlängern», sagt er.
Er erzählt auch, wie unterschiedlich sich das Wetter auf der Insel entwickelt. Im Süden sei es eigentlich noch immer relativ schön, gegen Osten winde es immer mehr und regne stark. «Wir waren schon überrascht, als plötzlich die Strasse überschwemmt war», als sie eine halbe Stunde weiter Richtung Osten gefahren seien, erzählt er. «Überall war Wasser und lag Geröll. Auch die Strandbar hier hat bereits keinen Strom mehr.»
Bergregionen meiden
Die Ferien dauern noch bis zum 12. Oktober. «Wir müssen jetzt halt Tag für Tag schauen, was wir machen und wo wir hingehen», sagt er. Er hofft natürlich, dass die Unwetter bald aufhören und auch die Rückreise nicht ins Wasser fällt.
Zu unterschätzen ist das Wetter auch in den nächsten Tagen nicht. Die Warnungen der Behörden richten sich auch ausdrücklich an die Besucherinnen und Besucher der Insel – nicht nur an Einheimische. Die Behörden raten insbesondere von Fahrten durch die betroffenen Bergregionen ab. Wegen starken Windes gibt es ausserdem Beeinträchtigungen im Fährverkehr.