Darum gehts
- In der Nacht lösten Personen mit Taschenlampen an der Grenze zu Kaliningrad Alarm in Polen aus
- Polens Donald Tusk entsandte Spezialeinheiten und sprach von verhinderten Provokationsversuchen
- Geheimdienste warnen Anfang November vor Sabotage und möglichem Eindringen bewaffneter Gruppen
Aufregung in Polen an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad. Kurz nach Mitternacht in der Nacht auf Dienstag wurden an der Grenze mehrere Personen mit Taschenlampen gesehen. Der polnische Grenzdienst schlug Alarm.
Ministerpräsident Donald Tusk (69) mobilisierte daraufhin Spezialeinheiten und schickte sie in die betroffene Region. «Wir haben unsere Kräfte und Mittel sehr schnell dorthin geschickt und konnten Provokationsversuche verhindern», sagte er am Dienstag.
Geheimdienst warnt vor russischen Sabotage-Plänen
Bereits in den vergangenen Monaten gab es in der Grenzregion rund um Kaliningrad mehrere Zwischenfälle. Laut der «Bild» wirft Polen Russland unter anderem Sabotage an einer Bahnstrecke und einen Brandanschlag auf ein Einkaufszentrum in Warschau vor.
Deswegen schickt die polnische Regierung seit Tagen zusätzliche Polizeibeamte und Anti-Terror-Einheiten in die Region. Der Militärnachrichtendienst und verbündete Geheimdienste warnen vor Sabotageakten und schwerwiegenderen Provokationen Russlands in der ersten Novemberhälfte. Möglicherweise sei sogar ein Eindringen bewaffneter Gruppen nach Polen geplant.
Gut möglich, dass die verdächtigen Personen mit Taschenlampen bereits Teil dieser Provokationsversuche waren. «Die Spannungen und die Eskalation vonseiten Russlands können andauern», meinte Tusk am Dienstag. Polen müsse deshalb «sehr konzentriert und mobilisiert bleiben, um mögliche Sabotageakte und Provokationen zu verhindern – nicht nur an der Grenze, sondern auch im Landesinneren».