Darum gehts
- Erdbeben der Stärke 7,1 trifft Kumamoto, Japan, am Dienstag
- Regierung gibt Tsunamiwarnung mit mindestens einem Meter hohen Wellen aus
- Öffentlicher Verkehr gestoppt, Shinkansen-Züge bleiben vorerst stehen
Unübersichtliche Situation im Süden Japans. Ein Erdbeben der Stärke 7,1 trifft am Dienstag die Präfektur Kumamoto auf der Insel Kysushu. Das Bebenzentrum befindet sich in einer Tiefe von zehn Kilometern. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hatte die Regierung als Reaktion für mehrere Regionen auf der Insel eine Tsunamiwarnung herausgegeben. Es musste mit Wellen von mindestens einem Meter Höhe gerechnet werden. Kurz vor 11:30 Uhr Schweizer Zeit wurde die Warnung aufgehoben.
Der öffentliche Verkehr in der betroffenen Region wurde bis auf Weiteres eingestellt. Auch die berühmten Hochgeschwindigkeitszüge Shinkansen bleiben vorerst stehen. Auch der Flughafen in der Grossstadt Kumamoto bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Laut Behörden müsse mit Nachbeben gerechnet werden.
Mindestens 50 Verletzte
Noch ist unklar, wie viele Menschen sich bei dem Erdbeben verletzt haben. Der japanische Fernsehsender NHK berichtet von mindestens 50 Verletzten. Ausserdem kam es in einem Einkaufszentrum infolge des Erdbebens zu einer Explosion. Der zweite stock des Gebäudes ist laut dem Nachrichtenportal «Yomimuri» eingestürzt. Viele Menschen sollen im Innern eingeschlossen sein. Auch Verletzte wurden gemeldet.
Auf einem Video in den sozialen Medien ist ausserdem zu sehen, wie die Wände einer alten Burg nach dem Erdbeben augenscheinlich zusammenbrechen.
Das zuständige Elektrizitätswerk teile allerdings bereits mit, dass es nach dem Erdbeben keine Berichte über Unregelmässigkeiten in den Atomkraftwerken der Region gegeben habe. Infolge des Erdbebens sind jedoch rund 40'000 Haushalte ohne Strom.
Katastrophe wie vor 10 Jahren?
Laut NHK ist es das stärkste Erdbeben im Land seit 2024. Aufnahmen des Fernsehsenders zeigen mindestens ein brennendes Wohnhaus in der betroffenen Region. Auch wurde eine Autobrücke beschädigt. Die Rettungskräfte würden aktuell die Lage beurteilen. «Es gehen ununterbrochen Anrufe bei der Notrufnummer ein, darunter auch Brandmeldungen», meldet die Feuerwehr dem Fernsehsender.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Präfektur Kumamoto von einem schweren Erdbeben getroffen wird. Vor zehn Jahren bebte in der Region die Erde mit einer Stärke von 7.3. Damals kamen nach offiziellen Angaben 275 Menschen ums Leben und weitere 2739 wurden verletzt. Zehntausende weitere mussten in Notunterkünften untergebracht werden.