Darum gehts
- Bald ist klar, wer die Zwischenwahlen für sich gewinnt
- Gewinnen die Demokraten, ist für viele klar, dass Trump ausrasten wird
- Zum handlungsunfähigen Präsidenten wird er sich wohl kaum erklären lassen
Die Zwischenwahlen rücken immer näher und gemäss aktuellen Umfragewerten, könnte es eng werden für den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump (80) und seine Republikaner. Die Demokraten führen. Aber was ist, wenn die Demokraten tatsächlich die Wahl kippen und die Republikaner verlieren?
Traditionell gilt ein US-Präsident, der in den Midterms die Kontrolle über den Kongress verliert, als «lame duck» – eine politische «lahme Ente». Beispiele aus der Vergangenheit gibt es genug: Ronald Reagan 1986, George W. Bush 2006 oder Barack Obama 2014. Doch laut Experten könnte genau das auf Trump nicht zutreffen. Der polarisierende Präsident könnte sich noch unberechenbarer zeigen.
«Er wird wütend werden»
Das Gefühl hat auch Trumps ehemalige Gegnerin Hillary Clinton (79). In der US-TV-Show «The View» sagte sie: «Wenn wir es schaffen, sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat zu gewinnen – was ich hoffe –, dann denke ich, dass Trump noch mehr ausser Kontrolle geraten wird». Trump werde sich in die Enge getrieben fühlen und wütend werden. «Ich denke, er wird ausrasten», sagt Clinton.
Experten wie Prof. Thomas Jäger (66, Universität Köln) teilen diese Einschätzung, wie «Bild» schreibt. «Trump hat schon die letzten zwei Jahre nicht mit dem Kongress regiert», sagte er zu Bild. «Gewinnt er, macht er mit noch breiterer Brust weiter. Verliert er, wird er nach innen aggressiver und entgrenzter.»
Trump weiterhin an der Macht
Doch ein Sieg der Demokraten hätte dennoch Auswirkungen. Sie könnten Untersuchungsausschüsse einrichten, um Trumps Amtszeit genauer unter die Lupe zu nehmen – etwa in Bezug auf Korruption, den Iran-Konflikt oder Zölle. Praktisch würde dies die Arbeit der Regierung jedoch nicht wesentlich beeinflussen, da Trump weiterhin die Möglichkeit hätte, Entscheidungen des Kongresses zu blockieren.
Ob Sieg oder Niederlage, Trump selbst zeigt sich unbeeindruckt. In den letzten Wochen hat er seinen Wahlkampf wieder intensiviert, wie etwa bei einem Auftritt in Daytona Beach, Florida. Dabei lobte er sich in gewohnter Manier: «Ich habe mehr Versprechen gehalten, als ich gemacht habe.»