Darum gehts
- Donald Trump benennt Lake Ontario in «Lake America» um, Anordnung sofort gültig
- Hintergrund: Verhandlungen mit Kanada gescheitert, Drohung im Handelsstreit
- Lake Ontario gehört zu den Grossen Seen, grenzt an Kanada und die USA
Jetzt ist es offiziell – zumindest auf Seiten der Trump-Regierung. Am Donnerstag unterzeichnete US-Präsident Donald Trump (80) eine Exekutivanordnung, um den Lake Ontario in «Lake America» umzubenennen. Trump wies das Innenministerium an, entsprechende Karten und Datenbanken zu aktualisieren.
«Wir haben alle Beteiligten benachrichtigt, die benachrichtigt werden müssen», sagte Trump bei der Unterzeichnung der Verordnung im Oval Office. «Das ist offiziell und tritt sofort in Kraft.» Zudem betonte er: «Dieser See hat den grössten Teil seines Volumens in den Vereinigten Staaten.» Dazu führte er aus: «Die tiefsten Stellen des Sees liegen auf US-amerikanischem Territorium. Das wird sich hier widerspiegeln. Dies ist der amerikanische See.»
Die Umbenennung folgt auf Zoll-Krach mit Kanadas Regierungschef Mark Carney (61). Nach Trumps Anweisung postete der Kanadier eine trockene Replik auf X: Der Name Lake Ontario bedeute «der See ist schön, der See ist gross». Der Name sei «mehr als 400 Jahre alt und älter als sowohl die Konföderation Kanadas als auch die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika.»
Trump liess schon den Golf von Mexiko umbenennen
Der Lake Ontario, einer der sogenannten fünf Grossen Seen, liegt zwischen dem Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz, nach der er benannt ist. Städte wie Toronto und Rochester liegen an diesem grossen Gewässer.
Die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada scheiterten in der vergangenen Woche. Beide Seiten schieben sich die Schuld für das Scheitern der Verhandlungen zu. Trump schlug die Namensänderung vor, nachdem er am Samstag Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar verhängt hatte. Seine Drohung im Handelsstreit mit Kanada nach gescheiterten Handelsgesprächen setzt er nun in die Tat um. Doch Kanada kann er damit nicht zwingen, der Namensänderung zu folgen.
«Das ist echt totaler Blödsinn»
US-Innenminister Doug Burgum (70) kommentierte Trumps Entscheidung später auf X. «Wir kümmern uns darum, Herr Präsident!», schrieb er dazu. Burgum führte aus: «Die Orte und Gewässer, die an unser Land grenzen und unsere Wirtschaft stützen, sollten die Grösse der Vereinigten Staaten widerspiegeln.»
Auch aus Kanada kam bereits eine Reaktion. «Das ist echt totaler Blödsinn. Das ist der Lake Ontario, Kumpel», schrieb Tim Houston (56), Premierminister der kanadischen Provinz Nova Scotia auf X.
Und auch die Hillary Clinton (78) – die 2016 bei der US-Präsidentschaftswahl als Kandidaten der Demokraten gegen Trump antrat – schrieb auf X: «Es ist der Lake Ontario».
«Vielleicht müssen wir den Namen des Atlantiks und/oder des Pazifiks ändern»
Die Namensänderung des Lake Ontario erinnert an Trumps Entscheidung im vergangenen Jahr, den Golf von Mexiko in «Golf von Amerika» umzubenennen. Gleich am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit erfüllte der US-Präsident damit ein Wahlkampfversprechen.
Trump schien bei der Unterzeichnung der Namensänderung für den Lake Ontario bereits weitere Pläne ins Auge gefasst zu haben. Er sagte, er wolle den Atlantischen und den Pazifischen Ozean umbenennen: «Jetzt brauchen wir nur noch einen Ozean. Vielleicht müssen wir den Namen des Atlantiks und/oder des Pazifiks ändern.»