Videos zeigen Berlin ohne Strom
0:48
«Dystopische Bilder»:Videos zeigen Berlin ohne Strom

Teile Berlins liegen noch im Dunkeln
Nach Angriff auf Berliner Stromnetz ermittelt Bundesanwaltschaft

Nach dem Brandanschlag auf die Stromversorgung in Teilen Berlins ermittelt die Bundesanwaltschaft. Unter anderem besteht ein Terrorverdacht.
Kommentieren
1/7
Teile Berlins im Südwesten liegen noch immer im Dunkeln – sie sind vom Stromnetz abgeschnitten.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bundesanwaltschaft ermittelt nach politisch motiviertem Brandanschlag auf Berlins Stromnetz
  • Bekennerschreiben der «Vulkangruppe» nennt fossile Energiewirtschaft als Ziel
  • Am Samstag waren rund 45'000 Haushalte in Berlin ohne Strom
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
KEYSTONE-SDA_Quadrat_pos.jpg
Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Nun hat sich die Bundesanwaltschaft in die Ermittlungen zum Brandanschlag auf das Stromnetz in Teilen Berlins eingeschaltet. Es bestehe unter anderem der Verdacht der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe, erklärte die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde zur Begründung. Zuletzt hatte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt.

Nach dem Brandanschlag an einer Kabelbrücke am Teltowkanal waren am Samstagmorgen im Südwesten Berlins 45'000 Haushalte und 2'200 Unternehmen ohne Strom. Am Dienstag waren noch rund 25'500 Haushalte und 1'200 Geschäfte und Firmen nach Angaben des Betreibers ohne Strom. Bis Donnerstagnachmittag sollen wieder alle Betroffenen versorgt werden.

Behörden sprechen von linksextremistischem Anschlag

Seit Sonntag stand für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben mutmasslicher Linksextremisten sei authentisch, so die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD). In einer Pressekonferenz sprach sie – wie zuvor auch Bürgermeister Kai Wegner (CDU) – von «Linksterrorismus». Die Täter hätten bewusst und wissentlich in Kauf genommen, dass Menschen zu Schaden kämen.

Das lange Bekennerschreiben der sogenannten «Vulkangruppe» trägt die Überschrift «Den Herrschenden den Saft abdrehen». Darin steht unter anderem: «In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört.» Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei «erfolgreich sabotiert» worden. «Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft.»

«Vulkangruppen» für mehrere Brandanschläge verantwortlich

Die «Vulkangruppen» sollen seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf wichtige Punkte der öffentlichen Infrastruktur begangen haben, wie das Bundesamt für Verfassungsschutz schreibt. Der Berliner Verfassungsschutz ordnet sie dem gewaltorientierten, anarchistischen Spektrum der linksextremistischen Szene zu.

In Bekennerschreiben würden wechselnde Namen verwendet, die sich auf isländische Vulkane wie Grimsvötn, Katla oder Ok beziehen. Hintergrund sei vermutlich der Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull, der 2010 den Flugverkehr in Europa wochenlang störte. Die genaue Zahl der Anschläge der Gruppen ist nicht bekannt. 2024 hiess es, den Sicherheitsbehörden seien bislang elf strafbare Tatkomplexe bekannt, zu denen sich die Gruppe seit 2011 bekannt hätte. Später kamen weitere hinzu.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen