Darum gehts
- Jugendlicher (†14) in Dormagen (D) getötet, Tatverdächtiger ist 12 Jahre alt
- Obduktion ergab Tod durch Stich- und Schnittverletzungen
- Polizei bot Belohnung bis 10'000 Euro, Trauermarsch mit 2000 Teilnehmern
Im Fall eines im deutschen Dormagen getöteten Jugendlichen (†14) wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Er ist 12 Jahre alt. Informationen aus Sicherheitskreisen zufolge soll es Streitigkeiten zwischen den Kindern gegeben haben. Der Zwölfjährige soll sich gemobbt gefühlt haben.
Der tatverdächtige Bub befinde sich in der Obhut des Jugendamtes, sagte eine Sprecherin der Polizei. Dort seien weitere Massnahmen getroffen worden.
Das Opfer war zunächst vermisst gewesen, bevor ein Spaziergänger die Leiche des Toten an einem See in der deutschen Kleinstadt entdeckte. Laut Behördenangaben ergab die Obduktion, dass der Teenager an Stich- und Schnittverletzungen gestorben ist. Für Hinweise hatten Polizei und Staatsanwaltschaft eine Belohnung von bis zu 10'000 Euro (knapp 9200 Franken) ausgelobt.
Fussballverein trauert
Am vergangenen Wochenende nahmen rund 2000 Menschen an einem Trauermarsch für den getöteten Jugendlichen, der aus Eritrea stammt, teil. Das Todesopfer ging in Dormagen zur Schule.
Der Fussballverein des Jugendlichen drückte Trauer über den Tod des 14-Jährigen aus: «Yosef war ein äusserst beliebter Junge, der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hochgeschätzt wurde. Sein strahlendes Lächeln und sein aussergewöhnlicher Teamgeist haben ihn zu einem wertvollen Mitglied in unserem Verein gemacht», hiess es auf der Homepage.
Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld sagte, der Tatverdächtige sei zuvor offenbar nicht polizeilich auffällig geworden. Der sozialdemokratische Politiker geht nach eigenen Worten davon aus, dass der gewaltsame Tod des Jugendlichen die Stadt noch lange beschäftigen werde. «Wir müssen davon ausgehen, dass unsere Stadt durch dieses Ereignis, durch diesen schlimmen Tod von Yosef, nachhaltig traumatisiert sein wird», sagte er bei einer Pressekonferenz an einem Sportplatz der Stadt, die zwischen Köln und Düsseldorf liegt.
«Dass ein Minderjähriger mutmasslich diese Tat begangen hat, ist etwas, das uns umso betroffener macht und was uns auch das Blut in den Adern gefrieren lässt». Nach dpa-Informationen handelt es sich bei den Tatverdächtigen um einen Knaben mit deutscher Nationalität.
Tatmotiv unklar
Der 14-Jährige war am Mittag des 28. Januars zuletzt lebend gesehen worden. Gegen 17 Uhr hatte ein Spaziergänger seine Leiche entdeckt. Nach übereinstimmenden Medienangaben von Reportern, die mit der Mutter des Jungen sprachen, hatte der ihr gesagt, er gehe nur kurz zu seinem Schützenverein.
Ermittler hatten bis in die Nacht hinein und am Folgetag akribisch Spuren am Fundort gesucht und gesichert. Für eine rassistische oder rechtsextreme Tat gebe es bislang keine Anhaltspunkte, hatte Staatsanwältin Janne Jakobek gesagt.