Darum gehts
- USA plant Abschaffung der Zeitumstellung, «Sunshine Protection Act» verabschiedet
- Trump unterstützt dauerhafte Sommerzeit, Senat muss noch zustimmen
- Repräsentantenhaus: 308 zu 117 Stimmen für längere helle Abende
Seit Jahren wird auch in Europa und der Schweiz über ein Ende der Zeitumstellung gestritten – passiert ist bisher nichts. Zweimal pro Jahr die Uhr umstellen? Für die USA könnte das bald Geschichte sein.
Plötzlich ist es dunkel, obwohl es gestern um dieselbe Zeit noch hell war – und der Schlafrhythmus gerät durcheinander. Genau damit wollen die Amerikaner nun Schluss machen.
Das Repräsentantenhaus hat am Dienstag den «Sunshine Protection Act» mit deutlicher parteiübergreifender Mehrheit verabschiedet: 308 zu 117 Stimmen. Das Gesetz sieht vor, die Zeitumstellung abzuschaffen und stattdessen dauerhaft bei der Sommerzeit zu bleiben. Die Folge: keine Uhrumstellung mehr und ganzjährig längere helle Abende.
Beatles-Song im Kongress
Die Stimmung im Saal war entsprechend gelöst. Als das Ergebnis feststand, spielte der Vorsitzende über sein Handy «Here Comes the Sun» von den Beatles ab, wie mehrere US-Medien berichten.
Trump ist Fan der Idee
Präsident Donald Trump (80) wirbt seit längerem für ein Ende der Zeitumstellung und unterstützt den Vorstoss. Am Mittwoch schrieb er auf Truth Social: «Grossartige Neuigkeiten für Amerika!» Das Repräsentantenhaus habe den von ihm unterstützten Gesetzentwurf zur dauerhaften Einführung der Sommerzeit verabschiedet.
Ausnahmen soll es dennoch geben: Bundesstaaten wie Hawaii und weite Teile Arizonas, die bereits ganzjährig auf Standardzeit setzen, dürften dabei bleiben.
Jetzt beim Senat
Noch ist das Gesetz nicht unter Dach und Fach. Als Nächstes muss der Senat zustimmen – dort gilt der Ausgang als offen. Kritiker warnen vor sehr dunklen Wintermorgen, an denen Schulkinder im Finstern zur Bushaltestelle laufen müssten, sowie vor möglichen Folgen für Schlaf und Gesundheit.
Sollte auch der Senat zustimmen und Trump unterschreiben, würde ab dann nur noch eines fehlen: das Zurückstellen der Uhr am ersten Sonntag im November.
Europa tritt auf der Stelle
Ganz anders das Bild in der EU: Schon 2019 stimmte das EU-Parlament dafür, die Zeitumstellung abzuschaffen. Passiert ist seither wenig. Die Mitgliedstaaten können sich bis heute nicht einigen, ob am Ende die Sommer- oder die Winterzeit gelten soll.
Die Schweiz zieht mit – so wie eigentlich immer, wenn es um europäische Standards geht. Ein Alleingang wäre auch technisch heikel: Ohne synchrone Uhrzeit mit den Nachbarländern gäbs wohl Chaos im Reise- und Transportverkehr.