Vom lustlosen Handshake zum versöhnlichen Ende
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Trump und Macron am G7-Gipfel:Vom lustlosen Handshake zum versöhnlichen Ende

So kriegte Macron Trump rum
Eine französisch-amerikanische G7-Bromance in fünf Akten

Frostiger Handschlag, royales Dinner, dazwischen viel Eitelkeit: Beim G7 in Évian macht Emmanuel Macron den launischen US-Präsidenten Donald Trump mit einer raffinierten Charmeoffensive zum Partner. Die Bromance in fünf Akten.
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Zu Beginn des Treffens zwischen Donald Trump und Emmanuel Macron im Rahmen des G7-Gipfels wirkte der US-Präsident abwesend und gelangweilt.
Foto: AP Photo/Julia Demaree Nikhinson

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Macron und Trump inszenieren beim G7-Gipfel in Évian eine politische Bromance
  • Macron bindet Trump mit Charmeoffensive ein, um Gipfelerfolg zu sichern
  • Gemeinsame Ukraine- und Iran-Erklärung, Trump feierte zuvor seinen 80. Geburtstag
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Daniel MacherRedaktor News

Es begann mit einem frostigen Auftritt und endete mit Schulterklopfen, Scherzen und einem prunkvollen Abend in Versailles: Beim G7-Gipfel in Évian inszenierten Emmanuel Macron (48) und Donald Trump (80) eine politische Bromance in fünf Akten – und der französische Präsident zeigte eindrücklich, wie man den launischen US-Präsidenten einbindet.

Als Macron den US-Präsidenten am Mittwoch in Évian empfängt, wirkt das Treffen alles andere als herzlich: Trump reicht seinem Gastgeber zwar die Hand, doch der Händedruck wirkt matt, der Blick geht an Macron vorbei. Videos vom Gipfel verbreiten sich in den sozialen Medien, in den Kommentarspalten fragt man sich: Was ist mit Donald Trump los – Zoff mit Macron oder die altbekannte Macho-Show neu aufgelegt?

Trump macht zunächst genau den Eindruck, den Europa fürchtet: abwesend, eigenwillig, unberechenbar. Doch im Verlauf des Gipfels kippt die Stimmung zusehends – dank einer beispiellosen Charmeoffensive des französischen Präsidenten. Hier die Entstehung in einer Bromance in fünf Akten:

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Kalter Start am warmen Genfersee

Beim offiziellen Empfang in Évian wirkt Trump fahrig, gelangweilt, während Macron demonstrativ staatsmännisch auftritt. Kurz darauf weitere irritierende Szenen: Bei der Ankunft am grossen G7-Tisch im Hotel Royal kommt Trump verspätet, reagiert nicht auf Macrons Begrüssung, lässt sich von Protokollbeamten an seinen Platz lotsen – schaut in die Runde und sagt: «I am the boss.» Nervöses Gelächter bei den Anwesenden, im Netz hagelt es Spott.

Das Treffen zwischen Trump und Macron begann etwas unterkühlt.
Foto: keystone-sda.ch
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Der Trump-Flüsterer im Hinterzimmer

Doch Macron weiss offenbar, worauf er sich eingelassen hat. Frankreich musste den gesamten Gipfel um einen Tag verschieben, damit Trump zuvor in Washington seinen 80. Geburtstag feiern konnte – inklusive Käfigkampf-Show vor dem Weissen Haus. In Paris weiss man: Ohne Trump geht nichts – und mit ihm kann alles kippen.

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Der Élysée-Palast setzt deshalb auf eine Mischung aus Eitelkeitsmanagement und Themenangebot. Macron legt Schwerpunkte, von denen er weiss, dass sie Trump interessieren: künstliche Intelligenz, Schutz von Kindern im Netz (eine Herzensangelegenheit von Trumps Frau Melania), vor allem aber die Kriege im Iran und in der Ukraine. Hinter verschlossenen Türen versucht er, den US-Präsidenten «in Fellrichtung zu streicheln», wie es ein französischer Politikbeobachter nennt. Ziel: Trump früh einbinden, ihn ernst nehmen – und damit verhindern, dass er wie 2025 in Kanada verfrüht abreist.

Dann startete der französische Präsident eine orchestrierte Charmeoffensive.
Foto: keystone-sda.ch
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Gemeinsame Sache bei der Ukraine und dem Iran

In den Sitzungen zeigt sich, wie gut diese Strategie funktioniert. Am Ende gelingt, was viele im Vorfeld für kaum machbar hielten: Die G7 verabschieden eine gemeinsame Erklärung zu Iran und zur Ukraine – und Trump trägt sie mit. Er unterstützt offiziell die laufenden Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs und segnet zudem die weitere Arbeit an einem fragilen Abkommen mit Iran ab.

Macron spricht von einem «Moment strategischen Erwachens» der Demokratien. Zur Wahrheit gehört aber auch: Trump war gezeichnet vom teuren Iran-Krieg und einem als schwach wahrgenommenen Iran-Deal in Évian angereist.

Macron gelang es, den für seine Launen bekannten US-Präsidenten in die Verhandlungen einzubeziehen.
Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur
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Der Brigitte-Effekt

Den sichtbarsten Stimmungswechsel liefern allerdings nicht die Kommuniqués, sondern die Bilder mit Brigitte Macron (73). Bereits bei der offiziellen Begrüssung hält Trump die Hand der Première Dame ungewöhnlich lange fest, löst den Handschlag deutlich später als üblich – Szenen, die auf Video festgehalten werden.

Auf den Aufnahmen wirkt der US-Präsident gelöst, fast kokett, während die Präsidentengattin etwas irritiert wirkt. Der deutsche «Stern» spricht vom «Gipfel der Schmeichelei» – nicht nur, weil Trump die Geste geniesst, sondern weil um ihn herum stets dafür gesorgt wird, dass er sich gesehen und hofiert fühlt.

Auch die französische Première Dame Brigitte Macron trug zum Stimmungswandel des US-Präsidenten bei.
Foto: IMAGO/Anadolu Agency
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Finale in Versailles – die perfekte Kulisse

Den Schlusspunkt setzt Macron dort, wo Frankreich am liebsten grosse Geschichten erzählt: in Versailles. Schon vor Gipfelbeginn war durchgesickert, dass der Élysée-Palast den US-Präsidenten nach Évian zu einem festlichen Tête-à-Tête im Schloss eingeladen hat – als Belohnung fürs Kommen, aber auch als Versicherung gegen eine vorzeitige Abreise.

Am Mittwochabend, nach Ende der offiziellen Beratungen, fährt der Konvoi nach Westen. Französische Medien schwärmen: «Was könnte besser sein, um Donald Trump zu blenden, als Versailles?» Auf den Bildern vom Abend steht Trump zwischen Emmanuel und Brigitte Macron. Es wird gelacht, posiert, die gemeinsame Geschichte von Frankreich und den USA beschworen. Für Macron ist es die Krönung eines Gipfels, den er als grossen Erfolg verkauft.

In Versailles kam es dann zum Happy End zwischen den beiden Amtskollegen.
Foto: keystone-sda.ch
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