Serbiens Dauer-Machthaber ist Geschichte. Aleksandar Vučić hat am Sonntag bei den Parlamentswahlen eine historische Niederlage kassiert, wie Reuters berichtet. Der Sieger: eine Studentenbewegung, die das Balkanland auf den Kopf stellt.
Aufnahmen in den sozialen Medien zeigen grosse Menschenmengen, die den Sieg der Studierenden in den Strassen von Belgrad feiern. Gegenüber «The Guardian» erklärten fassungslose Jugendliche: «Das war irgendwie einfach, nicht?»
Laut dem serbischen Sender RTS soll die Studentenliste auf rund 52 Prozent der Stimmen kommen, Vučićs SNS soll laut den ersten Hochrechnungen auf gerade einmal 39,9 Prozent kommen. Vučić betonte in einer Ansprache, er gehe davon aus, dass seine Gegner eine Mehrheit erzielen werden.
«Neuer Anfang»
Die Wurzel des Machtwechsels liegt in einer Tragödie. Im November 2024 stürzte in Novi Sad das Vordach eines Bahnhofs ein. 16 Menschen starben. Die Folge waren landesweite Proteste gegen Korruption und Missmanagement. Aus der Wut wuchs vor kurzem eine massive Bewegung heran, die mit einer eigenen Liste zur Wahl antrat.
Für Vučić endete ein politischer Poker im Desaster. Er prägte Serbien seit über zehn Jahren. Erst im September war er als Präsident zurückgetreten, um erneut Ministerpräsident zu werden. Doch die 6,4 Millionen Wahlberechtigten machten nicht mit.
Ein Sprecher der Studenten fasst den historischen Tag zusammen: «Der heutige Tag markiert einen neuen Anfang für unser Land.»