Seine Schwestern durften zu McDonald's
Eltern liessen Elias (†3) verhungern – lebenslange Haft!

In Österreich wurde ein kleiner Bub von seinen Eltern bis zu seinem Tod extra vernachlässigt. Vor Gericht mussten die beiden sich nun für ihre Taten verantworten. Beide erhalten lebenslängliche Haftstrafen.
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Hier müssen die Eltern vor Gericht erscheinen.
Foto: Keystone-SDA

Darum gehts

  • Elia (3) starb 2024 in Innsbruck durch grausame Vernachlässigung seiner Eltern
  • Elia wog nur sieben Kilo, Eltern hielten ihn für besessen
  • Beide Eltern verurteilt zu lebenslanger Haft, Mutter zusätzlich in Psychiatrie
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Es ist eine brutale Geschichte, die in einem Innsbrucker Gerichtssaal nachgezeichnet wurde. Eine Familie, vier Kinder. Die Eltern, drei Mädchen und ein Junge namens Elias (†3). Doch nichts war so, wie es nach aussen hin schien. Hinter verschlossenen Türen wurde der kleine Elias von seinen Eltern extrem vernachlässigt – bis er am Pfingstsonntag 2024 verhungerte und starb. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Gerade einmal sieben Kilo soll der Bub zu seinem Todeszeitpunkt noch gewogen haben. Hinter dem Missbrauch stand die Überzeugung der Eltern, Elias wäre von dem Dämon «Dorothea» besessen. Der einzige Weg, ihm diesen auszutreiben, war laut den Eltern, ihn zu töten. «Ich zieh das eiskalt durch», schrieb die Mutter in einer Chat-Nachricht kurz vor Elias' Tod. «Er darf nicht einfach nur sterben, es muss eine grosse Strafe sein.»

Gräueltaten auf Video festgehalten

Die drei Schwestern – eine davon die Zwillingsschwester von Elias – waren alle gesund und wohlgenährt. Während der Bub gelegentlich abgezählte Gurkenscheiben und Brot zu essen bekam, sollen die Eltern mit den Schwestern zu McDonald's gegangen sein.

Während des Prozesses zeigte, trotz der Grausamkeit des Verbrechens, nur der Vater Reue – die Mutter kaum. Gestanden haben die Taten jedoch beide. «Es gibt keine Erklärung für das Geschehen, nichts würde es ansatzweise erklären», so der Vater. «Ich erkenne meinen Fehler, es ist unentschuldbar. Ich bereue jeden Tag, es tut mir von Herzen leid, dass meine drei weiteren Kindern das Leid von Elias mitbekommen haben.»

Für die zuständige Staatsanwältin ist der Fall beispiellos. «So etwas Grausames haben wir österreichweit noch nie verhandelt. Ihre Schuld ist als unermesslich anzusehen. Sie haben ihren dreijährigen Sohn zu Tode gequält und sich noch lustig darüber gemacht.»

Die Qualen des kleinen Elias wurden von den Eltern auf Video aufgenommen – als diese vor Gericht gezeigt werden, müssen mehrere Anwesende den Saal verlassen. Die Eltern werden für die Taten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Mutter muss zudem in die Psychiatrie. Laut einem Gutachter sollen beide eine Persönlichkeitsstörung mit sadistischen Zügen aufweisen. Die drei Schwestern werden nun durch die zuständigen Behörden versorgt.

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