Dutzende Waldbrände in Portugal und Spanien – wie gross ist die Gefahr in der Schweiz?
So leidet Europa unter der Afrika-Hitze

Auf der Iberischen Halbinsel wüten Waldbrände. Nächste Woche erreicht die Hitzewelle auch die Schweiz. Die Feuerwehren stehen bereit.
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Mit vereinten Kräften kämpfen Bewohner von Canecas in der Region Lissabon gegen das Feuer an.
Foto: keystone-sda.ch
Guido Felder

Die Hitzewelle, die nächste Woche auch auf die Schweiz zukommt, hat Südwesteuropa fest im Griff. In Portugal und Spanien könnte es an gewissen Orten bis zu zehn Tagen am Stück jeweils über 40 Grad heiss werden. An 250 Orten wüten Waldbrände. Auch die Ozonwerte steigen in den Hitzeregionen an.

Nach verschiedenen Schätzungen wurden in den vergangenen Tagen in Portugal zwischen 2000 und 2500 Hektar Wald zerstört. Das entspricht einer Fläche von rund 2800 bis 3500 Fussballfeldern. Wegen des erhöhten Waldbrandrisikos gilt im gesamten Land der dritthöchste Notstand.

Am schlimmsten war die Lage am Montag in Ourém und Pombal im Zentrum des Landes sowie in Ribeira da Pena im Norden. Dort wüten die drei derzeit grössten Waldbrände. Mehrere Häuser wurden zerstört und Tiere getötet. Verzweifelt kämpfen Hausbewohner mit Gartenschläuchen und mit Poolwasser gefüllten Kübeln gegen das Feuer. 40 Personen erlitten bei den Löscharbeiten leichte Verletzungen.

Insgesamt sind dort 1000 Angehörige von Feuerwehr, Zivilschutz und Polizei im Einsatz. Die EU entsandte zwei in Spanien stationierte Löschflugzeuge, Portugal setzt weitere 60 ein.

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Hier floss einmal der Po durch:Tiefster Pegelstand seit 70 Jahren

Ministerpräsident warnt

In dieser Woche sind die Temperaturen in Portugal auf teilweise über 40 Grad gestiegen. Und es soll noch heisser werden. Gerechnet wird mit Spitzenwerten von 45 Grad. In der Nacht kühlt es auch kaum ab. Es bleibt bei über 25 Grad. Laut einer Studie ist das Klima auf der Iberischen Halbinsel so trocken wie nie in den vergangenen 1200 Jahren.

Der portugiesische Ministerpräsident António Costa (60) hat bereits gewarnt: «In den nächsten Tagen werden wir Bedingungen mit maximalem Risiko erleben. Die kleinste Unachtsamkeit kann einen Brand von beträchtlichem Ausmass auslösen.»

Auch in der Schweiz wirds heiss. Zwar rechnet Meteonews nächste Woche nicht mehr mit Werten über 40 Grad. Nichtsdestotrotz: Gerade am Dienstag und Mittwoch soll es bis zu 37 Grad werden.

Situation kann sich schnell verschärfen

Die Waldbrände auf der Iberischen Halbinsel haben auch die Schweizer Feuerwehren im Blick. Auch wenn die Lage hierzulande noch entspannter ist. «Die Niederschläge und Gewitter in den vergangenen Wochen haben dazu beigetragen, dass in weiten Teilen des Landes lediglich eine mässige Waldbrandgefahr herrscht», sagt der Bündner Feuerwehrinspektor Conradin Caduff (45) zu Blick.

«Mässige Gefahr» ist die zweite von fünf Gefahrenstufen. Lediglich im Tessin herrscht stellenweise die dritthöchste, im Wallis sogar die vierthöchste Gefahrenstufe. Allerdings könne sich die Situation mit Hitze und Wind schnell verschärfen, sagt Caduff.

Die Bündner Feuerwehren stünden bereit und würden bei jedem noch so kleinen Waldbrand sofort ausrücken. Denn beim Bündner Feuerwehrinspektorat gilt bei Waldbränden die Devise: lieber mit Kanonen auf Spatzen schiessen, als ein Feuer im Wald eskalieren lassen.

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Meteorologe Stefan Scherrer:So heiss wird es ab nächster Woche

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